Activision Blizzard

Rotstift gezückt

Knapp 4,4 Mrd. Dollar hatte Activision Blizzard im vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftet und konnte dabei einen Gewinn von 418 Mio. Dollar verzeichnen. Trotz der Startrekorde von Call of Duty: Black Ops und World of WarCraft: Cataclysm hatte der Publisher allerdings nicht nur Erfolgsgeschichten im Programm: Der Umsatz im Musikspielbereich brach noch weiter ein, Tony Hawks zweiter Skate-Controller-Ausflug konnte erwartungsgemäß ebenso wenig überzeugen.

Der Versuch, mit Singularity und Blur zwei neuen Marken zu etablieren, darf als gescheitert gelten. Bei Raven hatte das Unternehmen schon im Herbst den Kehrbesen geschwungen, Ende des Jahres verkündete der Hersteller dann auch, man wolle sich von Bizarre Creations trennen.

Im Rahmen der Veröffentlichung der jüngsten Geschäftszahlen gab Activision gestern bekannt, dass die Guitar Hero-Sparte, welche auch sämtliche Ableger umfasst, aufgelöst wird. Die Produktion des nächsten Serienvertreters wurde gestoppt. Ab Monatsende werde es keinerlei Zusatzinhalte mehr für die bisherigen Spiele geben. Auch mit True Crime: Hong Kong waren die Mannen um Kotick nicht zufrieden und senkten den Daumen für das Projekt.

In dem Bericht an die US-Börsenaufsicht SEC ließ Activision verlauten, dass bis zum Ende des aktuellen Quartals ca. 500 Stellen abgebaut werden sollen. Die Kosten für die Umstrukturierung und Abfindungen dürften zwischen 35 und 50 Mio. Dollar betragen.

Es ist nicht bekannt, ob in jenen Angaben die schätzungsweise 200 Mitarbeiter berücksichtigt sind, die mit der wahrscheinlichen Schließung Bizarres ihre Arbeitsplätze räumen werden müssen. Einen Käufer für das Studio fand der Mutterkonzern trotz entsprechender Bemühungen jedenfalls nicht.

Laut per Twitter ins Netz durchgesickerten Infos dürften u.a. die 7 Studios den Kürzungsmaßnahmen zum Opfer gefallen sein. Das knapp 30 Mann starke Team war vor über zwei Jahren von Activision aufgekauft worden, um FreeStyleGames bei der Produktion von DJ Hero zu unterstützen. Die Übernahme war recht heikel gewesen, hatte die Firma doch kurz zuvor noch an einem Konkurrenzprodukt namens Scratch DJ gearbeitet - das juristische Geplänkel ließ nicht lange auf sich warten.

FreeStyleGames selbst ließ heute verlauten, dass es entgegen der ersten Gerüchte zumindest derzeit noch keine Entlassungen gab. Es gebe Gespräche mit Activision über die Zukunft des Studios.

Knapp 50 Entwickler wurden dem Vernehmen nach bei Vicarious Visions vor die Tür gesetzt. Das Studio hatte sich zuletzt vor allem um die Wii- und DS-Vertreter der Guitar Hero-Reihe gekümmert.

Der Hauptentwickler der Musikspieltreihe, Neversoft, könnte die Maßnahmen relativ ungeschoren überstanden haben. Gamasutra berichtete zumindest gestern mit Berufung auf einige Quellen, dass das Studio angeblich mit nahezu unveränderter Teamstärke an einer neuen Marke arbeiten soll.


Autor: Julian Dasgupta
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Kommentare

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  • Jarnus schrieb:
    X-Live-X schrieb:
    Jarnus schrieb:
    wenn ne firma kurz vor der pleite steht müssen leute entlassen werden, ok das sieht man ein, aber was da momentan abgeht tut nurnoch weh!
    Ähm nein - es sein denn du redest von
     [...]
    Jarnus schrieb:
    X-Live-X schrieb:
    Jarnus schrieb:
    wenn ne firma kurz vor der pleite steht müssen leute entlassen werden, ok das sieht man ein, aber was da momentan abgeht tut nurnoch weh!
    Ähm nein - es sein denn du redest von dem Kiosk um die Ecke.
    vielleicht nicht in amerika oder milliarden umsatz unternehmen, aber wenn der mittelständige handwersbetrieb über längere zeit nurnoch 30% an aufträgen rein bekommt und massive verluste einfährt müssen halt min. 50% der mitarbeiter gehen! alles andere wäre 1. ökonomischer schwachsinn und 2. unverantwortlich gegenüber den anderen 50% der mitarbeiter! natürlich kann man erstmal die insolvenz verschleppen oder das unternhmen in selbige treiben und auf neue investoren hoffen, aber sinnvoll ist das mMn nur in den wenigsten fällen (JoWood *rofl*)!
    Ich glaube irgendwie wir reden aneinander vorbei - ich hab deinen Post so verstanden, dass Unternehmen (ethisch) keine Mitarbeiter entlassen dürfen, wenn sie im gesamten Gewinn einfahren. Wenn der Geldgeber nunmal kein Projekt (Spiel) für ein Studio (oder Teile davon) plant, wird hier gekürzt und diese Industrie ist nunmal zu 90% Manpower, entsprechend die Kürzung eben an den Mitarbeitern. Projektgeschäft halt, jeder der in der Branche arbeitet muss sich darüber klar sein, dass sein persönlicher Planungshorizont nunmal sehr eingeschränkt (nächstes Release + erfolgsabhängig länger) ist.
  • X-Live-X schrieb:
    Jarnus schrieb:
    wenn ne firma kurz vor der pleite steht müssen leute entlassen werden, ok das sieht man ein, aber was da momentan abgeht tut nurnoch weh!
    Ähm nein - es sein denn du redest von dem Kiosk um die
     [...]
    X-Live-X schrieb:
    Jarnus schrieb:
    wenn ne firma kurz vor der pleite steht müssen leute entlassen werden, ok das sieht man ein, aber was da momentan abgeht tut nurnoch weh!
    Ähm nein - es sein denn du redest von dem Kiosk um die Ecke.
    vielleicht nicht in amerika oder milliarden umsatz unternehmen, aber wenn der mittelständige handwersbetrieb über längere zeit nurnoch 30% an aufträgen rein bekommt und massive verluste einfährt müssen halt min. 50% der mitarbeiter gehen! alles andere wäre 1. ökonomischer schwachsinn und 2. unverantwortlich gegenüber den anderen 50% der mitarbeiter! natürlich kann man erstmal die insolvenz verschleppen oder das unternhmen in selbige treiben und auf neue investoren hoffen, aber sinnvoll ist das mMn nur in den wenigsten fällen (JoWood *rofl*)!
  • dcc
    Die sollen lieber etwas wie Magic Carpet oder Dungeon Keeper fortsetzen. Etwas was nicht jeder dahin rotzt.