Game Developers Conference Europe 2010: Im Zensurland nichts Neues - 4Players.de

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GDC 2010 - Im Zensurland nichts Neues

Auch "Schnitte", "Indizierung" und "Zensur" sind Thema auf der Game Developers Conference: Cryteks Avni Yerli, Matias Myllyrinne von Remedy sowie Stephan Reichart des deutschen Entwicklerverbands G.A.M.E. überlegten im Rahmen einer Diskussion, was Entwickler und Spieler tun könnten, damit Videospiele von einer breiteren Masse und besonders von Politikern wie andere Medien respektiert würden. Moderiert wurde die Runde von ESA-Mitglied Richard Taylor.

Nennenswerte Ergebnisse brachte der Gedankenaustausch leider nicht. Einmal mehr fielen Beispiele dafür, wie bestimmte Elemente, z.B. abgetrennte Finger, nicht einmal während der Konzeption eines Spiels berücksichtigt würden, weil man damit auf dem wichtigen deutschen Markt Probleme haben würde. Myllyrinne nannte im gleichen Zug allerdings auch die Rücksichtnahme auf ethnische Minderheiten anderer Breitengrade ein Ausschlusskriterium für verschiedene Inhalte. Interessant vielleicht, dass Remedy durchaus an einer Lösung arbeitete, um Max Payne vor der deutschen Indizierung zu bewahren - sich aus kreativen Überlegungen heraus allerdings gegen diese Lösung entschied. Auf welche Änderungen er anspielte, erläuterte er dabei nicht.

Der Großteil der Unterhaltung war von Durchhalteparolen geprägt: Besonders der Crytek-Gründer betonte, dass man wohl oder übel 30 Jahre warten müsse, bis eine neue Generation von Politikern den Videospielen die gleiche  Beachtung - bzw. Nichtbeachtung - zukommen lassen würde wie sie andere Medien erfahren. Man solle allerdings nicht nur Däumchen drehen, sondern müsse Berührungsängste abbauen. Crytek tut dies etwa, indem man Politiker zu einem Besuch einlädt, ihnen das Studio und die unterschiedlichen Arbeitsbereiche des kreativen Entwicklungsprozesses erläutert und sie selbst spielen lässt - nicht nur Crytek-Titel, wohl gemerkt. Alleine diese Erfahrung hätte großen Einfluss auf die Einstellung der Besucher und dürfte in der Tat eine bessere Basis für den Dialog fördern.

Schade, dass Yerlis Impulse die einzig konkreten blieben. Myllyrinne unterstrich noch, dass sich nicht nur die Entwickler eines Landes für mehr Toleranz zusammentun müssten, sondern dass ein internationaler Austausch nötig wäre. Abgesehen davon drehte sich das Panel jedoch viel zu lange um die längst bekannte Tatsache, dass Videospiele auf wenig gesellschaftlich Gegenliebe stoßen würden. G.A.M.E.-Geschäftsführer Reichart zog etwa den gewalttätigen Tarantino-Film "Inglourious Bastards" heran, der besonders im deutschen Sprachraum gelobt wurde - und hielt Dragon Age dagegen, das von denselben Politikern als zu brutal eingeschätzt wurde, um im Rahmen des Deutschen Computerspielpreises als bestes internationales Spiel ausgezeichnet zu werden. Reichart leistete sich zudem einen unnötigen Fehlgriff, indem er auf einen Publikumsbeitrag antwortete: "Videospiele zu verbannen ist die moderne Art der Bücherverbrennung." Das symbolische Vernichten von Gedankengut ist nicht das Gleiche wie der u.a. wegen Unwissenheit falsche Umgang mit einem neuen Medium. Moderator Taylor verwies schließlich einmal mehr auf die vielen Studien, die den Videospielen keinen gefährlichen Einfluss attestieren, bevor er das leidlich konstruktive Wundenlecken beendete.


Kommentare

HanFred schrieb am
Beam02 hat geschrieben:Aber Hauptsache man hat ein Feinbild, sei dies nun der Staat oder eine Prüfbehörde.

... oder videospiele ...
Denn Feindbilder und Vorurteile eignen sich hervorragend, um komplexe Sachverhalte auf eindimensionale Stammtischparolen herunterzubrechen.

genau das macht die politik mit spielen.
noch nie hat ein game erwiesenermassen ein problem verursacht. mal abgesehen von der suchtproblematik, die ihrerseits noch nie gelöst werden konnte, indem man suchtmittel verboten hat. kosumiert wird so oder so, verbote kriminalisieren nur menschen, die dann eben trotzdem weiter konsumieren.
Sgt.Fenix schrieb am
Zensur, Indizierung, Alterseinstufungen... In meinen Augen alles Schwachsinn. Zumindest wie es in Deutschland umgesetzt wird. Das System schützt die jugendlichen in keinster weise schränkt aber gleichzeitig die Erwachsenen in höchstem Maße ein(Ihr würdet nicht glauben wieviele 13 Jahre alte Gören aus D. tägl. in Gears of War online sind. Und ich als erwachsener kann mit einem dt. Account nicht mal inhalte wie goldene Waffen, mappacks oder Avatar-items von dem Spiel kaufen. Dank der tollen europaweiten IP-Sperre). Dabei verstehe ich gar nicht, wieso das Spiel aufm index ist. Es hat einen eingebauten Jugendschutz. Man kann sowohl Gore als auch das Fluchen abstellen. Und andere Spiele die in meinen Augen erheblich brutaler und bedenklicher wären ähem...Deadspace...husträusper werden mit 18+ aufn markt geworfen... Also an ihrer konsistenz muss die dt. USK noch ne Menge arbeiten. Und über das kürzen von Titeln(Blut, Gore, etc. rausschneiden): Was ist wohl besser? Das ein kind/jugendlicher sieht, dass man blutet wenn man mit einem Schraubenzieher abgestochen wird, oder dass einfach kein Blut kommt und am ende die story sogar geändert wird sodass man nicht sieht was mit dem Opfer als Folge passiert? Wenn ein kind nicht erkennen kann, dass so etwas tödlich ist und so etwas sieht/spielt, finde ich dass um einiges gefährlicher. Und wo wir schon bei Zensur sind: Als ich das letzte mal das Fünfte Element im FreeTV sah, dachte ich ich seh nicht recht. Die haben den Film übler beschnitten als ein Rabbi es je könnte. Es fehlen rund 20 minuten, darunter sogar einige Schlüsselszenen. Das ist keine zensur und schon gar kein Jugendschutz. Das ist Schändung von Kulturgut in meinen Augen.
Und um abschließend zu den spielen zurückzukommen: Der dt. Jugendschutz ist fürn Arsch. Da wäre es erheblich besser bestimmte oder sogar alle Spiele überhaupt nicht für Kinder zugänglich zu machen sondern sie nur an die erziehungsberechtigten/Vormünder die sich als solche auch ausweisen...
Sir Richfield schrieb am
Beam02 hat geschrieben:Bei manchen Kommentaren in dieser Debatte möchte man einfach nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Zahllose dumpfe Vereinfachungen, Vorurteile und eine große Portion Ignoranz schlagen dem Leser da entgegen. Einige Spieler sollten sich doch bitte erst einmal an die eigene Nase fassen, bevor sie mit dem Finger auf andere zeigen. Da muss ich Kommentare lesen, die sich über unsere Volks- und Regierungsvertreter auslassen, welche ja grunsätzlich rückständig, unfähig und faul seien. Über die "verkalkte Elterngeneration", staatliche Zensur und die Vernichtung "regimekritischen Gedankenguts". Lustigerweise genau von denen, die auf der anderen Seite Toleranz und Unvorgenommenheit gegenüber dem Medium Videospiele fordern. Welch köstliche Ironie.

Nun, das läßt sich zusammenfassen mit: Willkommen in der Pupertät.
Gewalt in Spielen als Selbstzweck? Was soll damit erreicht werden, abseits der Befriedigung eines Bedürfnisses nach virtueller Gewalt, vornehmlich von männlichen Jugendlichen?

Nix, genau DAS soll erreicht werden. Und da der großteil der Zielgruppe nun mal aus diesen Personen besteht und die Publisher alle anderen nicht wirklich verstehen (So klafft eine riesige Lücke zwischen "My little Pony Pink Pony Party" Spielerinnen und Gamerweibchen, also "normale" Spiele, die nicht nur Männer ansprechen) wird sich das auch nicht so schnell ändern.
Deutlich weniger als du zu hoffen scheinst. Spiele mit "KJ"haben 2008 und 2009 gerade einmal knapp 6% aller USK-geprüften Titel ausgemacht.

Diese Zahl alleine bringt Dir nichts. Du kannst mit 6% der Titel 94% des Gewinns machen. ;)
Und dann sind da nicht mal so rating Perlen wie SC2 bei, dass eine Freigabe ab 12 bekommen hat. Wenn ich betrachte, wie manche Animationen...
derKampschimmel schrieb am
Ich kauf sowieso nur noch im Ausland, da ich es echt Leid bin....Bei uns ist alles teurer und dann bekommen wir nochnicht einmal den gleichen Inhalt geboten....Ich versteh ja das kein zwölfjähriger n Spiel wie Kane & Lynch oder Max Pain zocken sollte, aber sind wir doch mal ehrlich, die tuns sowieso. Hab ich auch in dem alter gemacht...Ich hab sogar extra danach geguckt welches Spiel denn nun indiziert sei und hab das dann erstrecht gezockt. Zugegeben, das mit der Bücherverbrennung war ziemlich übertrieben, aber garnicht so falsch. Bücherverbrennungen gab es ja nicht nur im dritten Reich sondern auch die kirche hat zahlreiche Bücherverbrennungen stattfinden lassen z.B. aber der Hintergrund war der, eine Meinung, etwas dass Menschen etwas bedeutet, zu verbannen, und ist nicht genau das was die USK und BPJM versuchen? Uns unsere Games wegzunehmen, da sie denken sie seien schädlich? Naja, ist mir eigentlich auch völlig egal, in England isses eh billiger xDDD
Beam02 schrieb am
Bei manchen Kommentaren in dieser Debatte möchte man einfach nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Zahllose dumpfe Vereinfachungen, Vorurteile und eine große Portion Ignoranz schlagen dem Leser da entgegen. Einige Spieler sollten sich doch bitte erst einmal an die eigene Nase fassen, bevor sie mit dem Finger auf andere zeigen. Da muss ich Kommentare lesen, die sich über unsere Volks- und Regierungsvertreter auslassen, welche ja grunsätzlich rückständig, unfähig und faul seien. Über die "verkalkte Elterngeneration", staatliche Zensur und die Vernichtung "regimekritischen Gedankenguts". Lustigerweise genau von denen, die auf der anderen Seite Toleranz und Unvorgenommenheit gegenüber dem Medium Videospiele fordern. Welch köstliche Ironie.
senseman16 hat geschrieben:Ich persönlich würde es gut finden wenn sie die spiele so hard wie möglich machen.
für deutschland sperren und damit weniger probleme haben!

Kommentare wie dieser sind es, die eine Akzeptanz des Mediums Videospiele auf absehbare Zeit leider sehr erschweren. Gewalt in Spielen als Selbstzweck? Was soll damit erreicht werden, abseits der Befriedigung eines Bedürfnisses nach virtueller Gewalt, vornehmlich von männlichen Jugendlichen?
ich will garnicht wissen was für kohle die markwirtschaft hier in deutschland kassiert nur wegen unseren KILLER spielen.

Deutlich weniger als du zu hoffen scheinst. Spiele mit "KJ"haben 2008 und 2009 gerade einmal knapp 6% aller USK-geprüften Titel ausgemacht.
Insgesamt wurden von der USK seit ihrer Gründung 1994 26.600 Prüfverfahren abgeschlossen, indiziert hat die BPjM bis dato lediglich 609 Videospiele.
Das macht auf die Gesamtzahl der geprüften Titel gerade einmal 2,3% aus (+-0,X Prozent aufgrund mehrerer Verfahren für einige Titel). Beschlagnahmt wurden bis dato gerade einmal knapp 10 Titel.
schrieb am

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