Vanguard: Saga of Heroes: Was war, was wird - 4Players.de

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Rollenspiel
Entwickler: Sigil Games Online
Release:
Q1 2007
2006
Test: Vanguard: Saga of Heroes
65

“Trotz großer Ambitionen ist Vanguard nur ein unfertiges MMORPG der "alten Schule" mit Schwächen.”

 
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“Trotz großer Ambitionen ist Vanguard nur ein unfertiges MMORPG der "alten Schule" mit Schwächen.”

Leserwertung: 80% [4]

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Vanguard: Was war, was wird

Vor ein paar Tagen passierte, was sich schon angedeutet hatte: Sony Online Entertainment (SOE) schluckt Sigil Games Online, die Macher von Vanguard: Saga of Heroes . Für manche der verbliebenen Teamitglieder bedeutet dies eine Heimkehr ins Mutterschiff, schließlich war die Firma von SOE-Veteranen gegründet werden.

Auf dem Newsblog F13 macht ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma u.a. das schlechte Management im Team für den Zustand des Spiels verantwortlich. So hätten die Entscheidungsträger den meisten Input aus anderen Teilen des Teams ignoriert und ein Spiel entwickelt, dass nur ihrem persönlichen Geschmack gerecht wurde. Man habe zudem die Optionen nicht genutzt, sich anzuschauen, was in anderen Spielen wie World of Warcraft gut funktioniert. Blizzards MMORPGs sei eher schlechtgeredet worden, Brad McQuaid soll es nicht mal gespielt haben. Auch habe der Firmenchef über einen längeren Zeitraum hinweg durch komplette Abwesenheit geglänzt.

Beide Vertriebspartner, erst Microsoft, später SOE, hätten nur sehr wenig Einblick in den eigentlichen Entwicklungsprozess gehabt. Fast während der gesamten Produktion, führt er weiter aus, habe es bei Sigil intern nur eine einzige Person gegeben, deren dedizierte Aufgabe es war, das Spiel zu testen. Auch habe McQuaid den Termin für die Beta festgelegt, ohne des tatsächlichen Stand Vanguards zu jenem Zeitpunkt zu berücksichtigen oder zu kennen.

Das Spiel hat sich seinen Informationen zufolge etwa 200.000 Mal verkauft, schätzungsweise 90.000 Spieler seien auch über den kostenlosen ersten Monat hinaus in der Welt von Vanguard verblieben. Seinen letzten Tag in der Firma beschreibt er ebenfalls: Das komplette Team habe sich auf dem Parkplatz versammelt, wo dann relativ kurz und knapp mitgeteilt wurde, dass alle entlassen seien und manche von ihnen dann von SOE übernommen werden würden.

In einem Telefongespräch äußerte sich dann der Firmengründer, Brad McQuaid, höchstselbst zur Situation und dem Verlauf der Entwicklung. So sei die ursprüngliche Beziehung mit Microsoft langsam in die Brüche gegangen, als Leute wie Ed Fries den Konzern verließen, und dieser sich stärker auf die Xbox 360 konzentrierte. Die neuen Verantwortungsträger wären nicht von ihrer Vision überzeugt gewesen, hätten zu wenig über das Genre gewusst und seien nicht bereit gewesen, die benötigten Mittel für die Fertigstellung bereitzustellen.

Dieser Mangel sei auch einer der Gründe gewesen, warum es kaum Tester gab. Auch habe die Zusammenarbeit mit Microsofts QA-Abteilung nicht so geklappt, wie man das ursprünglich geplant hatte. (Der Publisher hat den Angaben des ehemaligen Entwicklers im ersten Interview zufolge knapp 30 Mio. Dollar investiert.)

Seine Abwesenheit erklärt der Mann, der nun für SOE in beratender aber noch nicht näher definierter Funktion tätig sein soll, mit seiner Arbeit als Geschäftsführer. Schließlich habe man die Finanzierung des Projekts sicherstellen müssen, was Planung sowie das Treffen mit und Vorführen des Spiels gegenüber potenziellen Investoren notwendig gemacht hätte. Beim Launch des Spiels sei er nicht zugegen gewesen, da ihm schon schwante, was auf die Firma zukommen würde und er deshalb alles andere als in Feierstimmung war. Die psychologische Belastung sei auch der Grund, warum er am Tag der Verkündung der Übernahme sowie der folgenden Entlassungen nicht im Büro war.

Was wird nun aus dem mit vielen Ambitionen gestarteten MMORPG? John Smedley zufolge wird Sony das Produkt nun weiterpflegen und mit den entsprechenden Mitarbeiter weiter ausbauen. Dabei wolle man, so der SOE-Präsident, zuerst die dringlichsten Probleme angehen: Bugs sowie die hohen Hardwareanforderungen des Spiels. Man habe nicht vor, das grundlegende Gameplay ändern, sagt Smedley und merkt süffisant an: "Das haben wir schon bei Star Wars Galaxies probiert, und da ist es voll daneben gegangen."

Viel wichtiger sei ihnen das Feedback der Spieler, welches nun genauer analysiert und, wenn möglich, eingebunden werde. Auch werde es einen stetigen Fluss an neuen Inhalten per Updates geben. Konkrete Pläne für eine Erweiterung gebe es ebenfalls, allerdings sei noch entschieden, welche Punkte der Wunschliste mit dieser umgesetzt werden können.


Kommentare

Cardinals schrieb am
Ich hab in einem Bericht gelesen, dass sie vor dem Deal mit SOE als Publisher nur einen Tester hatten. Das Problem ist, dass Brad McQuaid ein Idiot ist. Er hat keinerleit wirtschaftliches Verständnis - denn nur so konnte er es zulassen das sein Team an einem Game über 5 Jahre arbeitet, und am Schluss ist die Hälfte trotzdem noch nicht fertig.
LePie schrieb am
So hätten die Entscheidungsträger den meisten Input aus anderen Teilen des Teams ignoriert und ein Spiel entwickelt, dass nur ihrem persönlichen Geschmack gerecht wurde. Man habe zudem die Optionen nicht genutzt, sich anzuschauen, was in anderen Spielen wie World of Warcraft gut funktioniert. Blizzards MMORPGs sei eher schlechtgeredet worden, Brad McQuaid soll es nicht mal gespielt haben. Auch habe der Firmenchef über einen längeren Zeitraum hinweg durch komplette Abwesenheit geglänzt.
Jetzt heißt es wohl wieder: Bloß weg mit dem Sündenbockdasein und den anderen zuschieben.
Die Jungs haben es wohl eher in ihrer Dämlichkeit total versemmelt. Tägliche Bugfixes helfen da nicht viel bei einem so unfertigen MMORPG, eher sollten die sich bemühen, die verbliebenen Spieler bei Vanguard zu halten. Ausgerechnet ein Printmagazin hat es hierbei am treffendsten ausgedrückt:
Wenn schon allgemein bekannt ist, dass ein Produkt unfertig in den Handel gelangt, ist es nicht vertretbar, dafür den vollen Preis zu verlangen. Vergünstigte Monatskosten oder ein Prämiensystem für erfolgreiche Bug-Jäger - das wäre der richtige Schritt gewesen. So aber bleibt Vanguard angesichts der qualitativen Mängel derzeit nur ein Platz in der zweiten Liga.
Bohemia Interactive hat das Problem mit ihrem ebenfalls buggebeutelten Armed Assault wesentlich intelligenter gelöst: Bugfixes und neue Inhalte in regelmäßigen Abständen.
Wo][rm schrieb am
Daneben gegangen ist gut bei SWG Oo
Zugrunde gerichtet, weil man unbedingt WoW-Kiddys als Kunden haben wollte trifft es eher.
johndoe-freename-869849 schrieb am
ich lasse mich mal von Age of Conan und Warhammer online überraschen, mal sehen was die so mitsichbringen
trialversion schrieb am
Eiskater hat geschrieben:Das liegt unter anderem daran, dass WoW das Rad nicht neu erfunden hat...
Das hat bisher noch niemand. Ich wünsche mir auch ein wirklich innovatives neues MMORPG, aber Vanguard war das sicherlich nicht und WOW hat eben nur das gleiche gemacht wie alle anderen auch, nur viel besser.
schrieb am

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