Grim Dawn - Test, Rollenspiel, Xbox Series X

 

Test: Grim Dawn (Rollenspiel)

von Mathias Oertel



Grim Dawn: Die gnadenlose Jagd nach immer besserer Beute
Mehr Beute geht nicht
Entwickler:
Publisher: -
Release:
02.03.2016
03.12.2021
03.12.2021
Erhältlich: Digital (Steam)
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Nahezu ohne große Ankündigung hat das Entwickler-Team von Crate Entertainment das 2016 auf dem PC erschienene Action-Rollenspiel Grim Dawn auf Xbox veröffentlicht – als Definitive Edition mitsamt aller Add-Ons und Upgrades. Da muss ich mich als Fan von Hack&Slays alter Schule nicht lange bitten lassen, denn dieses Spiel verdient auch auf Konsole einen Test.


Die gute alte Hack&Slay-Zeit

Als Grim Dawn Anfang 2016 auf dem PC veröffentlicht wurde, traf es den Nerv der Action-Rollenspieler, die ein klassisches Action-Rollenspiel erleben durften. Es war seinerzeit einer der wenigen Titel, der auf Hack&Slay-Mechaniken der alten Schule setzte und so ganz nebenbei mit einer interessanten Postapokalypse, haufenweise Beute und zum Start sechs interessanten Figuren mit ausgefeilten Fähigkeiten-Bäumen überzeugte. Das auf der Engine von Titan Quest aufsetzende Grim Dawn war genau das richtige Abenteuer für all diejenigen, die vom stromlinienförmigen Diablo 3 nicht abgeholt wurden. Aber das lag möglicherweise auch daran, dass Grim Dawn zum Start einen eher ungeschliffenen Eindruck hinterlassen hatte. Dennoch konnte sich der Titel damals bei 4Players.de im Test eine runde 80% als Wertung abholen. Aber Crate Entertainment hat sich von dem Erfolg weder vom Weg abbringen lassen noch auf die faule Haut gelegt. Zwei Story-Erweiterungen „Ashes of Malmouth“ sowie „Forgotten Gods“ folgten, mit „The Crucible“ wurde ein Arena-Modus mit Angriffswellen hinzugefügt. Und das letzte Update, das im Übrigen der umfangreichste Patch-Log in der Geschichte von Grim Dawn mit sich brachte, wurde erst Ende Oktober veröffentlicht. Die 93% positive User-Bewertungen, die man bei den zum Zeitpunkt dieses Tests weit mehr als 58.000 abgegebenen Stimmen verzeichnet, hat sich Crate wirklich verdient. Und auch die Xbox-Version (getestet wurde auf Xbox Series X) wird mit Sicherheit zahlreiche Fans für sich gewinnen. Wer sich bei Inventar und der Figurenentwicklung an Titan Quest erinnert fühlt, das 2018 auf der Microsoft-Konsole erschien, liegt natürlich vollkommen richtig. Das ist natürlich nicht verwunderlich, wenn man die Engine des Klassikers von Iron Lore benutzt.

Spannende Kämpfe und Einsammeln üppig ausgeschütteter Beute: Kaum ein Action-Rollenspiel zelebriert dies so auf das Wesentliche fokussiert wie Grim Dawn.
Spannende Kämpfe und Einsammeln üppig ausgeschütteter Beute: Kaum ein Action-Rollenspiel zelebriert dies so auf das Wesentliche fokussiert wie Grim Dawn.
Wenn man jetzt noch bedenkt, dass das Team von Crate ursprünglich von Ex-Leuten eben dieses Iron Lore gegründet wurde, wird vieles klar. Das kann aber keine Erklärung dafür sein, dass es sich hier „nur“ um eine sehr klassische und weitgehend schnörkellose PC-Portierung handelt. Teilweise beziehen sich die Tooltips in den Ladebildschirmen sogar auf die Fassung für den Rechner. Was umso bedauerlicher ist und noch stärker auffällt, da auf der Xbox Series X keine Maus-/Tastatur-Option angeboten wird, die vor allem bei der Inventarführung in der einen oder anderen Situation hilfreich wäre. Die Pad-Kontrolle ist zwar prinzipiell gut und zeigt mit der direkten Kontrolle der Spielfigur angenehme Auswirkungen auf die Kampfdynamik, da man jetzt u.a. gegnerischen Fernangriffen gezielter aus dem Weg gehen kann, als es im Eifer des Gefechts auf PC möglich ist. Aber in den Menüs ist die Benutzerführung eher "grob" ausgefallen. Was in erster Linie daran liegt, dass das Interface absolut unverändert von der Ursprungsversion übernommen wurde. Sprich: Man fühlt sich wie am PC, muss aber mit den Sticks einen Mauscursor über den Bildschirm schieben. Alternativ kann man sich zwar über das Digipad von Gegenstand zu Gegenstand hangeln, doch wirklich komfortabel ist dies nicht. Zusammen mit der grenzwertig kleinen Schriftgröße und den üppigen Kauf- und Eigentums-Menüs hat man sich hier offensichtlich zu sehr auf die technisch gelungene Portierung, aber nicht auf entsprechende Optimierung konzentriert. Da sind andere Action-Rollenspiel auf Konsolen komfortabler. Titan Quest z.B. hat nicht nur eine angenehmere Schriftgröße, sondern punktet im Vergleich auch mit dem Radialmenü, über das man alles Wesentliche schnell und unkompliziert erreicht.

Das Loot-Monster

Als ob es nicht reicht, dass man zwei der neun Klassen ab einem bestimmten Punkt beliebig mischen kann, darf man am riesigen Sternenhimmel weitere Buffs freischalten...
Als ob es nicht reicht, dass man zwei der neun Klassen ab einem bestimmten Punkt beliebig mischen kann, darf man am riesigen Sternenhimmel weitere Buffs und Verbesserungen der Werte freischalten.
Inhaltlich und mechanisch jedoch ist Grim Dawn nicht nur eine Verbeugung vor den großen Hack&Slay-Ikonen der Vergangenheit, sondern reiht sich problemlos direkt neben ihnen ein. Selbst mehr als fünf Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung hat die Monster- und Beutehatz nichts von ihrer Faszination eingebüßt. Die Gründe dafür sind vielfältig. Allerdings gehört die Story nicht dazu. Prinzipiell liefert sie zwar gute Ansätze und wird nicht nur über die leider zu selten komplett vertonten Gespräche mit NPCs fortgesetzt, sondern auch über zahlreiche Bücher sowie weitere Schriften, die man bei seinen Erkundungen findet. Doch unter dem Strich erzählt sie nur eine weitere „Gut-gegen-Böse“-Mär, wie man sie schon häufig gehört hat, die aber hier mit mehreren „bösen“ Fraktionen, die sich auch gegenseitig bekämpfen, etwas Abwechslung zu integrieren versucht. Immerhin schafft sie ein stabiles Fundament für die ungewöhnliche Post-Apokalypse, in der man sich befindet und rechtfertigt damit formidabel, dass man neben Hieb-, Schlag- und Stichwaffen auch verschiedene Schießprügel nutzen darf. Und es gibt eine massige Auswahl in traditionell unterschiedlicher Qualität von gewöhnlich bis legendär. Nicht nur bei den Händlern, sondern vor allem in freier Wildbahn. Mitunter hat man das Gefühl, dass es mehr Beute als Monster gibt. Und in Action-Rollenspielen dieser Machart gilt: Man kann nie genug von beiden haben. Nach einigen Stunden muss man allerdings zu häufig zu den Händlern und wieder zurück teleportieren. Insbesondere, wenn man zu denen gehört, die nichts auf dem Boden zurücklassen können.

Kommentare

batsi84 schrieb am
Arkatrex hat geschrieben: ?Gestern 17:01
Levi  hat geschrieben: ?08.01.2022 17:31
greenelve hat geschrieben: ?08.01.2022 16:20
Absolut mein Gedanke. Sehe es eher als Strohmannargument, um einerseits von Rechten und Schwurblern abzulenken sowie der Ideologie eine gesellschaftliche Seriösität zu vermitteln, die einfach nicht vorhanden ist.
Und absolut nichts anderes steckt hinter Arkatrex Einwurf ....
Dann müsstest Du auch den Öffentlich Rechtlichen vorwerfen davon abzulenken. Argumente nicht hören oder wahrhaben zu wollen ist das eine. Fakten zu ignorieren das andere. Und andere Argumente nicht zuzulassen ist undemokratisch. Ich bin auch nicht gerade dafür bekannt eine rechte Gesinnung zu haben. Aber Du weißt natürlich alles besser :D
Macht Dich das jetzt auch zum Schwurbler?
Welche Fakten meinst du? Dass die Corona-Proteste überwiegend von Rechtsradikalen und -extremen unterwandert werden, sich aber die gesamte Szene nicht länger im klassischen Links-Rechts-Spektrum verorten lässt? Die Basis zum Beispiel fällt aus dem klassischen Schema, während andere Kleinstparteien wie "Freie Sachsen" eher im rechtsradikalen/völkischen Kontext zu verstehen sind :)
Arkatrex schrieb am
Levi  hat geschrieben: ?08.01.2022 17:31
greenelve hat geschrieben: ?08.01.2022 16:20
Wulgaru hat geschrieben: ?08.01.2022 15:19 Ich wäre daher vorsichtig diesen ganzen Themenkomplex als Grün bzw. links einzuordnen.....
....
Die Basis ist zum Beispiel beim besten Willen ebenfalls keine linke Partei.
Absolut mein Gedanke. Sehe es eher als Strohmannargument, um einerseits von Rechten und Schwurblern abzulenken sowie der Ideologie eine gesellschaftliche Seriösität zu vermitteln, die einfach nicht vorhanden ist.
Und absolut nichts anderes steckt hinter Arkatrex Einwurf ....
Dann müsstest Du auch den Öffentlich Rechtlichen vorwerfen davon abzulenken. Argumente nicht hören oder wahrhaben zu wollen ist das eine. Fakten zu ignorieren das andere. Und andere Argumente nicht zuzulassen ist undemokratisch. Ich bin auch nicht gerade dafür bekannt eine rechte Gesinnung zu haben. Aber Du weißt natürlich alles besser :D
Macht Dich das jetzt auch zum Schwurbler?
Khorneblume schrieb am
Jemand sollte Greenelve mal Moderatoren-Rechte geben. Ich sehe da Potential. :-)
Levi  schrieb am
greenelve hat geschrieben: ?08.01.2022 16:20
Wulgaru hat geschrieben: ?08.01.2022 15:19 Ich wäre daher vorsichtig diesen ganzen Themenkomplex als Grün bzw. links einzuordnen.....
....
Die Basis ist zum Beispiel beim besten Willen ebenfalls keine linke Partei.
Absolut mein Gedanke. Sehe es eher als Strohmannargument, um einerseits von Rechten und Schwurblern abzulenken sowie der Ideologie eine gesellschaftliche Seriösität zu vermitteln, die einfach nicht vorhanden ist.
Und absolut nichts anderes steckt hinter Arkatrex Einwurf ....
batsi84 schrieb am
Prinzipiell sollten wir uns vielleicht nicht mehr an den Menschen aufhalten die dort mitmatschieren, sondern den Fokus auf jene Kräfte lenken, die diese Proteste für sich instrumentalisieren.
Man kann aktuell auch an der Lage in Kasachstan sehr gut erkennen was es für uns als Bürger bedeutet, wenn wir autokratischen Kräften nichts entgegensetzen :)
schrieb am