Elex - Test, Rollenspiel, PC, PlayStation 4, Xbox One

 

Test: Elex (Rollenspiel)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Publisher: THQ Nordic
Release:
17.10.2017
17.10.2017
17.10.2017
Erhältlich: Digital, Einzelhandel
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ab 45,99€
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Erkundungsreize in der Vertikalen

Auch wenn der Erhalt schlecht begründet wird: Das Jetpack tut Elex richtig gut und ist unterm Strich die beste spielmechanische Designentscheidung. Denn es eröffnet zum einen Erkundungsreize in der Vertikalen, die viel zum Spaß beitragen. So kann man ein Dach in einer Ruine erklimmen, erkennt  von oben ein weiteres Gebäude oder irgendwo in einer Felswand eine Höhle und schwebt hinüber. Aber das geht nicht endlos: Man kann damit hoch in die Lüfte steigen, mehrmals Schub geben und damit Abgründe oder Flüsse überwinden. Das Ganze muss man sowohl hinsichtlich der begrenzten Reichweite als auch der gefährlichen Landung gut dosieren und man stirbt beim Fall aus zu großer Höhe. Sehr schön: Die technikfeindlichen Berserker ärgern sich und fluchen, wenn man es in ihrer Nähe benutzt.

Was gibt es an diesem Leuchtturm zu sehen?
Was gibt es an diesem Leuchtturm zu sehen?
Zum anderen kann man mit dem Jetpack aus gefährlichen Situationen entkommen oder Gefechte vermeiden, indem man Feinde am Boden von oben umgeht - zumal man lange Zeit einfach keine Chance gegen bestimmte Monster in Gruppen hat. Manchmal wird man mit ein, zwei Hieben oder Bissen plattgemacht, so dass regelrechte Tabuzonen entstehen. Umso ärgerlicher, dass es kein Fernglas gibt! Wie oft wollte ich etwas in der Distanz besser erkennen oder per Zoom auskundschaften. Auch so kann man das Gelände natürlich nutzen, sich eine Route suchen und manche mannshohe Felsen selbst ohne die Düsen manuell kletternd überwinden, so dass angenehm flüssige Bewegungen in der Landschaft entstehen. Sehr lobenswert ist übrigens, dass man nahezu alle visuelle und inhaltliche Hilfen in den Optionen deaktivieren kann.

Jetpack in offener Welt

Manchmal lässt sich das Jetpack auch nützlich in Quests einsetzen: Als ich eine verlorene Waffe besorgen soll, die in einem Tal bei einem Kampfkoloss liegt, habe ich frontal keine Chance - ich werde gnadenlos zusammen geschossen. Allerdings kann ich ihn umgehen, hinten rum auf die hohe Kante des Kraters steigen, dort per Jetpack langsam runter schweben und dann in den Rücken des Mechs schleichen, um leise die Beute aufzuheben. Cool ist auch, dass man später aus der Luft schießen kann. Schade ist, dass man dieses zentrale Gadget hinsichtlich seiner Energie, Manövierbarkeit oder Reichweite nicht weiter entwickeln kann und dass es auch im Nahkampf nicht für Schläge von oben eingesetzt werden kann.

Vor allem die Täler und Schluchten sind Hingucker.
Der Ruhrpott lässt grüßen - da ist wohl Schicht am Schacht. Vor allem die Täler und Schluchten laden zum Panoramablick ein.
Schön ist, dass nicht nur die Ruinen und Häuser so viele Anreize für das Jetpack bieten, um auf Dächer oder Türme zu gelangen. Auch wenn die Technik im Allgemeinen sowie die Landschaft en detail nicht mit einem Horizon Zero Dawn mithalten kann, ist sie angesichts all der Plateaus und Flüsse, Hügel und Felsen, Schluchten und Krater quasi wie gemacht für Touren. Nicht nur, dass sie etwa eineinhalb mal so groß sein soll wie jene in Gothic 3, sie wurde auch sehr gut arrangiert: Die markante und abwechslungsreiche Topographie bietet ausgedehnte Wälder, karge Wüsten, schroffe Berge, frostige Gletscher, sondern immer wieder Überraschungen mit plötzlichen Ausblicken auf Täler oder einer weiten Hochebene. Noch nie hat Piranha Bytes die Landschaft so gut in das Storytelling einbezogen - immer wieder lässt Fallout grüßen: Man findet Überreste aus der Zeit vor dem Meteoriteneinschlag, darunter aufgerissene Straßen, verwitterte Schilder, halb eingesunkene Häuser. Man wird über Blutflecken oder Leichen gewarnt, über Landmarken wie Ruinen und Leuchttürme magisch angezogen oder über aufgemalte Zahlencodes bei der Lösung eines Rätsels unterstützt; viele Methoden des guten "Environmental Storytellings" lassen sich in Elex finden.

Zusammen mit den alten Fördertürmen, Grubenaufzügen und dahin rostenden Fabriken entsteht in manchen Gebieten eine Industrieromantik, die in mir als Kind des Ruhrgebiet fast heimatliche Gefühle weckt. Nur gibt es ein Manko: die unbelebten Siedlungen. Die erste Stadt der Berserker, Goliet, ist noch einigermaßen befüllt und man kann auch mal den Alltag
Die Karte. Teleporter verbinden die Orte.
Die Karte lässt sich zoomen; Teleporter verbinden die Orte.
beobachten. Aber es gibt z.B. nirgends Kinder, die spielen, und die Leute sehen hinsichtlich der Statur alle viel zu ähnlich aus - vor allem bei den Frauen gibt es kaum Vielfalt; selbst von einer wichtigen Gefährtin wie Caja findet man Klone. Die neutrale Stadt Abessa mit ihrer Kuppel ist aufgrund ihrer Multikulti-Vielfalt durchaus interessant, denn hier trifft man alle freien Völker in ihren Vierteln. Aber vor allem die große Siedlung der Outlaws in der Wüste sowie das von außen so pompös wirkende Ignadon, die Stadt der Kleriker, sind nach dem Betreten eine Enttäuschung, denn sie wirken stellenweise wie ausgestorben. Man fühlt sich wie bei der Erkundung von sterilen Kulissen und es gibt gefühlt so viele Einwohner wie Questgeber - eine Hand voll. Zwar versucht die Story das zumindest für Ignadon mit dem Krieg und den Verlusten zu erklären, aber jedes Dorf in The Witcher 3 wirkte lebendiger. Nachdem die Geschichte von Elex abgeschlossen ist, darf man übrigens weiterspielen und die offene Welt weiter erkunden.

Kommentare

manu! schrieb am
35 Stunden aufm Tacho,Witcher 3 keine 2.Weiss nicht wie oft ich schon Scheiße geschrien habe,weil das Kampfsystem das allerletzte ist,dazu dann noch vor Kannten buggende Gegner,die sich nicht treffen lassen,mich aber treffen....
Keine Ahnung wie oft ich beim Looten meinen Scheiß Kuli angelabert habe und hektisch wegdrücken musste weil wieder irgend nen Vieh getriggert wurde in den zwei Sekunden...
Macht irre Spaß.Richtige Hassliebe.Schade, dass da nicht mehr Polish möglich war.
Macht Hoffnung auf den nächsten PB Titel.Wahrscheinlich dann mal wieder Vollpreis.
Easy Lee schrieb am
Stimmt :lol: Habe ganz vergessen wie ich Gothic damals gespielt habe. War nur auf Godmode unterwegs und habe die Sprücheklopper alle um die Ecke gebracht, bis ich irgendwann vermutlich Quest-Bugs damit losgetreten habe und nicht mehr weiterkam. Mein heimliches Lieblingsfeature war die Entscheidungsfreiheit die Typen nur umzuhauen oder gleich um die Ecke zu bringen.
Gestern bin ich gestorben, weil ich das Jetpack einen Meter über dem Boden ausgemacht habe. Danach war die PS4 aus. Hat schon gut Frustpotential das Dingen. Wenn ich es nochmal anpacke, dann wohl auf die Weise wie im Video dargestellt ;)
James Dean schrieb am
Serious Lee hat geschrieben: ?12.03.2019 12:16 Nachzügler hier. Hab es mir in einem Second Hand Laden der alten Zeiten wegen geholt.
Ich stehe nach wie vor auf die Piranha Byte Atmosphäre, mir ist das Spiel allerdings viel zu langsam.
Meine Frage deshalb: Was ist der schnellste Weg um voranzukommen und der Story zu folgen, ohne sich zu sehr im Grinding zu verlieren?
Hol dir einen Flammenwerfer und fick alles weg. Schau dir für Details dieses Video hier ab 2:41 bzw. 4:20 an:
Easy Lee schrieb am
Nachzügler hier. Hab es mir in einem Second Hand Laden der alten Zeiten wegen geholt.
Ich stehe nach wie vor auf die Piranha Byte Atmosphäre, mir ist das Spiel allerdings viel zu langsam.
Meine Frage deshalb: Was ist der schnellste Weg um voranzukommen und der Story zu folgen, ohne sich zu sehr im Grinding zu verlieren?
Heribert Hubner schrieb am
Bin nach 56 Stunden (Steam Zeit) durch und ein wenig ernüchtert. Bin großer PB Fan, aber da hat man sehr viel Potential zu Gunsten von unnötigen Funktionen verschenkt.
Gothic 2 DNdR > Gothic 1 > Risen 1 > Gothic 3 > Elex > Risen 3 > Risen 2
schrieb am

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