New Pokémon Snap - Test, Simulation, Nintendo Switch

 

Test: New Pokémon Snap (Simulation)

von Matthias Schmid



New Pokémon Snap (Simulation) von Nintendo
Poké-Bahn mit Foto-Modus
Entwickler:
Publisher: Nintendo
Release:
30.04.2021
Jetzt kaufen
ab 49,99€
Spielinfo Bilder Videos

Über 20 Jahre nach dem Nintendo-64-Kultspiel gibt es wieder einen Titel, der das Fotografieren von Pokémon in den Mittelpunkt stellt: Im Test prüfen wir nach, wie viel Spiel und vor allem wie viel Spaß in New Pokémon Snap für Switch steckt.



Fan oder Forscher?



Für dieses Spiel muss man kein ausgewiesener Pokémon-Experte sein, der die Entwicklung der Taschenmonster seit dem rotblauen Startschuss akribisch verfolgt, sich als Ranger verdingt hat, in die Mystery Dungeons abgetaucht ist oder seine Ferien im PokéPark verbracht hat. Es genügt völlig, die animalisch angehauchten Hauptfiguren irgendwie als schnuckelig oder interessant anzusehen, um das Spielprinzip von New Pokémon Snap reizvoll zu finden. Und nein, dieser Switch-Titel ist nicht einfach mit einem der heute beliebten, in jedem zweiten Blockbuster-Titel angebotenen Foto-Modi vergleichbar - es ist schon ein richtiges Spiel mit Geschichte, Levelfortschritt, Sammelkram, Aufträgen & Co. Was es jedoch von den Schnappschuss-Optionen in einem Assassin's Creed Odyssey oder The Last of Us: Part 2 unterscheidet, ist die Art der Fortbewegung: In den genannten Action-Adventures ist man es schließlich gewohnt, an jedem Ort der Spielwelt in den Foto-Modus schalten zu können und dort die virtuelle Kamera zu zücken. Dann wird gezoomt, gedreht, gekippt, es werden Format und Brennweite justiert, Filter hinzugefügt oder sogar Figuren ausgeblendet.

Professor Mirror und seine Assistentin Rita sind eure Gesprächspartner und Auftraggeber. Leider haben beiden kaum Spannendes zu erzählen.
Professor Mirror und seine Assistentin Rita sind eure Gesprächspartner und Auftraggeber. Leider haben beiden kaum Spannendes zu erzählen.
Ganz anders funktioniert das bei New Pokémon Snap: So sehr es mein Forscherherz auch begrüßt hätte – dies ist kein Spiel, bei dem man in Third-Person- oder Ego-Sicht frei durch eine Spielwelt navigiert, so wie das z.B. in Endless Ocean 1&2 (Wii) oder Africa (PS3) möglich war. Stattdessen werden auf den Insel der Lentil-Region, wo New Pokémon Snap spielt, nach und nach Kurse freigeschaltet, auf denen man wie in einem Achterbahn-Wagen durch die Natur kutschiert wird. Von dieser fixen Position aus blickt man durch die Kameralinse und schießt Foto um Foto. Man darf sich in alle Richtungen umblicken und zoomen - die Entwickler nehmen einem durch die fixe Route aber die freie Wahl von Position und Perspektive aus der Hand. Vermutlich, weil es viel aufwändiger gewesen wäre, den Spieler per pedes in die wilde Welt zu schicken. Vielleicht auch, weil die häufig restriktiv auftretende Pokémon Company nicht möchte, dann man zu nah an die Modelle der Monster herankommt. Was auch immer die konkreten Gründe für diese Design-Entscheidung gewesen sein mögen – sie ist in jedem Fall extrem schade. Aber was nützt es, weiter über das nicht Vorhandene zu lamentieren – beschäftigen wir uns mit dem, was in New Pokémon Snap steckt…

Anstellung als Hiwi?

Tour durch die Wildnis: Während der automatischen ablaufenden Fahrten linst man durch seine Kamera in die Natur - und drückt ab, wenn solch knuffige Monster im Sucher auftauchen.
Tour durch die Wildnis: Während der automatischen ablaufenden Fahrten linst man durch seine Kamera in die Natur - und drückt ab, wenn solch knuffige Monster im Sucher auftauchen.
In der Lentil-Region, einem Insel-Paradies mit leichtem Südsee-Touch, trifft man als Spieler auf Professor Mirror, der nicht nur eine fantastische Kamera und ein ultrapraktisches Schienenfahrzeug erfunden hat, sondern auch noch dem Wahrheitsgehalt einer uralten Pokémon-Legende auf den Grund geht sowie das Lumina-Phänomen, eine Art von unerklärlicher Biolumineszenz, erforscht. Für den Professer steigt man in das Neo-One-Fahrzeug und erforscht die Pokémon-Fauna der Region: Zum Start gibt es nur einen Kurs, dort soll man die ersten Monsterchen ablichten. Am Ende der circa drei bis fünfminütigen Fahrt, auf der man bis zu 72 Bilder knipsen (das reicht locker!) kann, wählt man ein Foto von jeder Pokémon-Art aus, das abschließend vom Professor bewertet wird. Weil es von jedem Monster außerdem vier verschiedene Zustände gibt (z.B. fliegend, essend, drohend, flüchtend, sich aufplusternd, aus der Erde springend, etc.), die auf der jeweiligen Pokémon-Seite im Fotodex gespeichert werden, gibt es bei gut 200 Pokémon insgesamt über 800 Foto-Wünsche. Soll heißen: Bei jeder Fahrt entdeckt man neue Pokémon oder macht zumindest neue, beste Schnappschüsse für eine bestimmte Pose oder ein bestimmtes Monster; ganz am Rande knipst man auch mal Blumen oder Ruinen.
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Kommentare

Benoar schrieb am
"Pokémon", oder: wie macht man möglichst viel Geld mit anspuchsarmen Nostalgikern ;P (Nicht böse gemeint, die Kritik geht eher an den Vollpreis)
kojak19 schrieb am
Da Teil 1 auch schon ziemlich polarisierte hätte es mich auch gewundert, wenn es sich beim neuen Ableger anders dargestellt hätte.
Nach meiner Meinung ist das Spiel (wie eben auch Teil 1) gelungen, wenn man bedenkt, was es sein will:
Ein ?Railshooter? verbunden mit einer Menge Fan-Service.
Klar kann man sich jetzt an der Grafik aufhängen, die war aber noch nie die Stärke des Pokémon-Franchises.
Eine vollgepumpte Welt verbunden mit Effekthascherei wäre dem Spielprinzip in Verbindung mit der Zielgruppe aber auch nicht zuträglich gewesen.
Im Gegenteil: Auf dem Schirm ist genau so viel los, dass man nicht völlig überrannt wird und trotzdem auch bei mehrfachem Abfahren der Routen immer wieder mit kleinen Änderungen / Details überrascht wird.
Klar, vielen Leuten gibt das nichts, aber wenn ich sehe, wie viel Freude meine 9-jährige an dem Spiel hat und dass ich mich selbst immer wieder dabei ertappe wie ich mich einklinke um mit ihr um die Wette zu knipsen, dann denke ich, dass das Spiel ?für unseren Anspruch? viel richtig macht.
Die 60? waren für uns sehr gut angelegt.
DARK-THREAT schrieb am
Gerne für 10-15 Euro. Mehr kann mir dieses Spiel nicht wert sein, so leid es mir tut...
e1ma schrieb am
Ich mag Teil 1 sehr, habe auch mit dem Railshooter-Prinzip absolut keine Probleme und freue mich auf heute Abend. Da tun mir persönlich auch die 55-60 ? nicht weh. Das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden und ist auch absolut okay. Was eher nicht okay ist, dass einige User anderen unbedingt das Gefühl vermitteln wollen, dass man ab 6+ wohl einfach zu alt für solche Titel ist... nun ja.
Bin mittlerweile 40 und werde nach einem langen Tag im Büro einfach sehr viel Spaß damit haben und es als Kontrastprogramm zu NieR, Resi und Co. betrachten. :)
Höpi schrieb am
Dass bei solchen Spielen die Meinungen je nach Interesse und Begeisterungsfähigkeit für das Franchise extrem auseinandergehen, ist klar. Wenn du das Spiel also bei 40% siehst, drückt das ja aus, wie wenig Spaß du mit dem Spiel hättest und das ist auch vollkommen OK. Ich dagegen bin mir - wie viele andere - recht sicher, entspannte Stunden damit zu haben. Vielleicht zeigt sich hier auch wieder, dass Prozentpunkte meist der falsche Weg sind. Ein einfacher ?empfohlen? oder ?empfohlen für Fans?-Stempel wäre wie so oft angebrachter.
Deine Einschätzung zur Zielgruppe halte ich dagegen für völlig falsch. Wenn man sich die internationalen, begeisterten, Vorfreude-Kommentare durchliest, sind das eher Leute ab 25 oder 30, die tolle Zeiten mit dem Original hatten. Und diese Leute stellen für das Franchise insgesamt auch wohl die kaufkräftigste Gruppe dar (ohne Beleg, aber siehe auch Thema Sammelkarten, etc...)
schrieb am