Darkwood - Test, Action-Adventure, PlayStation 4, PlayStation 4 Pro, Xbox One, Xbox One X

 

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Darkwood (Action-Adventure) von AcidWizard Studio
Wald des Grauens
Action-Adventure
Entwickler: AcidWizard Studio
Publisher: AcidWizard Studio
Release:
17.08.2017
14.05.2019
14.05.2019
16.05.2019
17.05.2019
17.05.2019
Spielinfo Bilder Videos
Horror gibt es in vielen Varianten, von klassischen Ansätzen à la Resident Evil über moderne Interpretationen wie Outlast bis hin zu psychischen oder akustischen Experimenten wie in Layers of Fear oder Perception. Aber aus der Vogelperspektive? Im Polen der 80er-Jahre in Lovecraft'scher Düsternis? Mit Rollenspiel-, Adventure- und Survival-Elementen? Das AcidWizard Studio inszeniert mit Darkwood einen ungewöhnlichen Trip. Im August 2017 erschien das über Indigogo finanzierte Projekt bereits auf dem PC. Wie schlägt sich die knapp 15 Euro teure, komplett auf Deutsch erhältliche Umsetzung für PS4, Xbox One und Switch?


Wir sind alle verdammt

Schon die unheilvollen Mollakkorde im Einstieg lassen zusammen mit schattenhaften Fratzen sowie Gedanken über Hass und Angst keinen Zweifel aufkommen, dass dieses Abenteuer in die Finsternis führt. Ein mysteriöses Elend quält das Land, ein Wald breitet sich wie ein Monstrum aus, Menschen verstecken sich und fühlen sich verdammt. Irgendeine Seuche geht in diesem Polen der 80er-Jahre um, das die Entwickler wie eine Lovecraft'sche Tabletop-Welt aus der Draufsicht inszenieren.
Umgeben von Schwärze startet man in einem kleinen Zimmer.

Weil das Ganze von oben dargestellt wird, ohne dass man die Kamera zoomen oder drehen kann, fällt es einem zunächst
In der Draufsicht erkundet man zunächst ein Haus.
In der Draufsicht erkundet man zunächst ein Haus. Darkwood wird mit der Unity Engine inszeniert.
schwer, all das gezeichnete Interieur wie Schreibtisch oder Lampen, Käfige oder Betten richtig einzuordnen. Man bewegt sich langsam in einem kleinen Lichtkegel vorwärts, während der Fußboden knarzt, Türen quietschen oder irgendwo ein Hund jammert. So entsteht dank der hervorragenden Soundkulisse ein beklemmendes Gefühl der Bedrohung, zumal man ohne Waffe startet. Man kann aber mit nahezu jedem Gegenstand interagieren - Stühle bewegen, Schränke ziehen, Lampen anschalten, Rucksäcke durchsuchen. Und schon bei diesen kleinen Aktionen kann man überrascht werden...

Kleinteilige Handhabung, dichte Atmosphäre

Die ersten Schritte verlangen nicht nur viel Konzentration, weil man Gegenstände finden, untersuchen und lagern kann, sondern weil an manchen Stellen mehrere Dinge sehr nah beisammen liegen oder man mehrere Interaktionen zur Verfügung hat: So kann man z.B. eine Tür oder ein Fenster öffnen oder verbarrikadieren. Hat man sich nach einer halben Stunde daran
Das Abenteuer spielt in den 80er Jahren in Polen.
Das Abenteuer spielt in den 80er Jahren in Polen. Das Spiel wurde (bis auf diese Dokumente) komplett ins Deutsche übersetzt.
gewöhnt, das Steuerkreuz zum Durchschalten der Optionen und die Schulterknöpfe zum Sortieren zu nutzen, entfaltet sich trotz der spartanischen Kulisse und kleinteiligen Handhabung eine dichte Atmosphäre. Schon frühzeitig wird man von bösen Ahnungen gekitzelt und von Schockmomenten gepackt.

Man fühlt sich aber auch ein wenig an alte Adventure und Rollenspiele wie Ultima erinnert, wenn man seine Umgebung schrittweise erkundet, Texthinweise bekommt, manchmal aus Sätzen wählen darf, Rätsel mit Codes findet, kleine Quests verfolgt, verborgene Gänge findet und mit nahezu allem interagiert. Man kann Gegenstände für nähere Informationen ansehen oder medizinische Instrumente, Zeitungsartikel oder eine Kamera finden, die wiederum à la Resident Evil als große Objekte eingeblendet werden - leider bleiben sie statisch, sind also nicht dreh- und untersuchbar. Hinzu kommen zig Rohstoffe wie Bretter, Lappen, Flaschen, Nägel, Draht etc. aus denen man Verbände, Fackeln, Waffen oder Dietriche herstellen kann.

Kommentare

SpookyNooky schrieb am
Gelungener Test zu einem gelungenen Spiel. Ich habe mir Darkwood im Rahmen des letzten Steam-Sales geholt und bin bisher sehr zufrieden. Ich spiele Darkwood nur in kompletter Dunkelheit und mit guten Kopfhörern, dann fetzt es. Den Grusel macht zum größten Teil nicht die Visualisierung, sondern der Ton aus. Neben den Soundeffekten (rechts knurrt es, links klopft jemand an meine Haustür) bereichert vorallendingen der großartige Soundtrack die dichte Atmosphäre. In Paniksituationen kamen da tatsächlich Erinnerungen an Akira Yamaokas Soundtrack hoch. Durch die obendrauf- und fragmentierte Sicht passiert übrigens noch etwas anderes Schönes: Das Gehirn füllt die nicht sichtbaren Areale auf nebulöse Weise selbst aus. Wie so oft gilt auch hier: Das, was man nicht sieht, ist das Grauenvollste. Trotzdem geizt das Spiel nicht vor expliziten und verstörenden Szenen.
Ergänzen möchte ich den letzten Satz des Testes: "Spielt man auf dem ersten der drei Schwierigkeitsgrade, verliert man beim Tod nur etwas seiner Ausrüstung und kann wieder loslegen." Man kann seine verlorenen Gegenstände an dem Ort einsammeln, an dem man getötet wurde, ähnlich wie beispielsweise in Terraria. Fairerweise verschwindet in der Regel sogar der Gegner, der einem die Lichter ausgeblasen hat.
Einzig die Kämpfe finde ich bisher eher frustrierend. Vielleicht habe ich den "Rhythmus" des Kampfes noch nicht herausgefunden, aber selbst mit der eigentlich ganz ordentlichen Schaufel als Nahkampfwaffe hat meine Spielfigur unglaublich Probleme, nicht ständige totgeprügelt zu werden.
Heute Nacht wage ich mich wieder in den Wald.
johndoe-freename-100947 schrieb am
Hab es mir jetzt endlich geleistet (Switch), 15? sind für einen 20h-Titel ja keine Ansage - und hui, das hat einen Sog! Ich hab Survival-Spiele immer sehr gerne gespielt, und das mit anständigem Horror ohne jump scares zu kombinieren passt einfach perfekt. Performance-Probleme hab ich bisher nur in einem kleinen Bereich (einem Feld) und im Prolog bemerkt, aber war nicht weiter schlimm. Spielstand laden dauert etwas länger ist aber auch nicht nervig. Bisher überaus gelungen; und ich kann mich kaum losreißen.
$tranger schrieb am
Ich hab für das Spiel auch 2 Versuche gebraucht. Jetzt eigentlich den dritten schon.
Darkwood ist am Anfang ziemlich gewöhnungsbedürftig und man kann sich wenn man falsche Entscheidungen trifft leicht in sehr schlechte Situationen bringen, in denen man beispielsweise keine Ressourcen mehr hat (die Fähigkeit Holz zu essen ist da ein prima Kandidat, die ist nämlich schon fast eine Falle für Anfänger).
Nachdem ich mir ein Review mit dem einen oder anderen Tipp angeschaut hatte, hat's mich wieder gejuckt und ich hab's bis fast zum Ende gespielt. Mir ist irgendwas dazwischengekommen, aber eigentlich müsste ich mir nur noch das Ende anschauen, bzw die letztew Sequenz spielen ^^
Für mich war die Perspektive nicht ganz so schlimm, klar hätte ich lieber ein schönes 3rd-Person Darkwood z.B. in der Art der neueren Resident Evils oder so gehabt, aber so wie ist es konnte das Spiel wenigstens überhaupt entstehen, was immer noch besser als gar nichts ist.
Und spätestens wenn man nachts in einer dunklen Ecke hinter seiner verbarrikadierten Tür sitzt und es direkt dahinter heult und man Stimmen und Schritte hört, die sich dann im Nichts auflösen fand ich die Atmosphäre auf jeden Fall dicht genug für ordentlichen Grusel.
@Lovecraft
Man hört's wirklich oft, aber gerade bei Darkwood könnte's sogar passend sein in manchen Elementen.
Ich kenne nicht allzu viel seiner Geschichten, aber zumindest den Aspekt, dass irgendetwas "grauenhaftes" gerade außer Sichtweite lauert (in diesem Fall im Wald selbst und "hinter" dem Wald) ist schon vorhanden.
Todesglubsch schrieb am
Antimuffin hat geschrieben: ?
28.05.2019 16:34
Die Iso Perspektive ist ebenfalls großartig, weil der Spieler nicht immer alles sieht.
Welche Iso-Perspektive? Ich seh da nur Top-Down. Oder gibt's Bereiche die anders dargestellt werden?
Wenn's Iso wäre, hätte ich keine (naja weniger) Probleme.
SaperioN schrieb am
4P|T@xtchef hat geschrieben: ?
28.05.2019 09:35
Darkwood haben wir 2017 nur deshalb icht auf dem PC getestet, weil da Urlaub, Krankheit und Seuchen auf einmal in der Redaktion grassierten. Gerade diese speziellen kleinen Titel fallen dann mal unter den Tisch. Das ärgert uns auch, aber dann sind meist schon wieder zig andere Themen da, wenn man nachtesten will.
Hört sich nach dem "Pile of Shame" der 4players Redaktion an :mrgreen:
Wenn das nächste Mal ein Spiel aussetzen muss, kann das auch gerne mal so`n jährliches Fifa sein ;)
schrieb am