Ion Fury - Test, Shooter, PlayStation 4, Nintendo Switch, Xbox One

 

Test: Ion Fury (Shooter)

von Benjamin Schmädig



Ion Fury: Shooter-Hit landet auf Konsolen
PC-Technik auf Konsolen...
Entwickler:
Release:
15.08.2019
14.05.2020
14.05.2020
14.05.2020
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Ob ein Shooter wie Ion Fury auch auf Konsole funktionieren kann? Ich war durchaus skeptisch, denn die Art und Weise, mit der das von Duke Nukem 3D inspirierte Spiel schnelle Action inszeniert, ist aufgrund der zugrundeliegenden Technik nicht gerade prädestiniert für auf eine Steuerung mit Gamepad. Trotzdem ist es inzwischen für Nintendo Switch, PlayStation 4 und Xbox One erschienen, weshalb wir mit diesem Test ein Blick auf die Umsetzungen werfen.

Y=X

Was es mit Ion Fury auf sich hat? In aller Kürze: Grandiose Old-School-Action – besser kann man die alte Schule nicht in die Jetztzeit hieven! Für alles weitere verweise ich auf unseren Test des im vergangenen Jahr erschienenen PC-Originals, denn was damals galt, hat im Wesentlichen auch auf den Konsolen Bestand. In den folgenden Absätzen will ich lediglich auf Besonderheiten eingehen, die das Spielen auf Konsole auszeichnen.

Immerhin fällt das ausgesprochen rasante Laufen, Springen und Anvisieren relativ kleiner sowie sehr flinker Gegner per Analogstick eine ganze Ecke schwerer aus als mit Maus und Tastatur. Ich komme hier jedenfalls viel stärker ins Schwitzen als auf PC – was u.a. daran liegt, dass man das Fadenkreuz auf der Y-Achse genauso schnell bewegt wie auf der X-Achse und es keine Möglichkeit gibt, das zu verändern. Auch wenn die Vertikale in Ion Fury zum Glück eine große Rolle spielt, hätte man sich hier am Großteil der Konsolen-Shooter orientieren sollen, um ein genaueres Zielen zu ermöglichen.

Überhaupt ist es schade, dass man die Tasten nicht frei belegen, sondern nur zwischen zwei voreingestellten Varianten wählen darf. Gut natürlich, dass die z.B. das Springen und Ducken per Schultertaste ermöglichen, sodass man einen Feind nicht „aus den Augen“ verliert, weil man den Daumen vom rechten Analogstick nehmen muss. Außerdem erleichtert eine optionale Zielhilfe das Anvisieren.

Überempfindlich

Leider geht die schnelle Action mit den Joycons längst nicht so gut von der Hand, wie sie eigentlich gedacht ist.
Leider geht die schnelle Action mit den Joycons der Switch längst nicht so gut von der Hand, wie sie eigentlich gedacht ist.
Auf Nintendo Switch kann man zusätzlich das Anvisieren durch Bewegen der Konsole bzw. des rechten Joycons aktivieren, was z.B. dabei helfen kann, kleine Korrekturen vorzunehmen. Weil man nach dem anschließenden Zurückbringen des Controllers in eine für die Hand angenehme Haltung die Sicht aber per Analogstick korrigieren muss, ergibt sich ein furchtbar verqueres Spielgefühl, das ich nicht empfehlen kann. Mal ganz davon abgesehen, dass das Drehen der kompletten Konsole nicht gerade praktisch ist. Was in Gravity Rush richtig gut funktioniert, passt leider schlecht in einen schnellen Handheld-Shooter.

Und leider ist das nicht das einzige Ärgernis, denn auf Switch kann ich Ion Fury ganz allgemein nur sehr eingeschränkt empfehlen und das hat einmal mehr mit den Analogsticks der Joycons bzw. einer Steuerung zu tun, die in keiner Weise auf deren kurze Hebelwege angepasst wurde. Die reagiert nämlich schon auf der zweitniedrigsten Einstellung so schnell auf Eingaben, dass präzises Zielen mit den Joycons überhaupt nicht möglich ist. Auf der niedrigsten Stufe sieht man sich hingegen nur noch dermaßen langsam um, dass man der schnellen Action quasi ständig hinterher schaut.

Auf PS4 und Xbox One spielt sich der Shooter zum Glück fast so gut wie auf PC. Schade, dass man Y- und X-Achse nicht getrennt einstellen kann.
Auf PS4 und One spielt sich der Shooter zum Glück fast so gut wie auf PC. Schade, dass man Y- und X-Achse nicht getrennt einstellen kann.
Ich spiele auf allen anderen Systemen auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, aber auf Switch komme ich schon auf den niedrigen kaum zurecht! Ich frage mich nach wie vor, warum Entwickler ihre Umsetzungen – und es betrifft ja ausschließlich Umsetzungen – dermaßen schlampig an die Besonderheiten der Nintendo-Plattform anpassen. Glück im Unglück: Sobald ich beim stationären Betrieb vor dem Fernseher einen anderen Controller anschließe, ist dieses Problem kaum noch vorhanden. Das ist also unbedingt notwendig, um den Shooter auch auf Switch zu genießen.

Danke, Konami!

Wobei auch das eben nur mit Einschränkung gilt, denn das Spiel läuft auf der technisch schwächsten Hardware  mit lediglich 30 Bildern pro Sekunde, was für den flotten Spielverlauf viel zu wenig ist. Auch die Fassungen für PS4 und Xbox One leiden unter einem gelegentlichen Schluckauf, doch grundsätzlich ist die Action dort mit 60 Bildern pro Sekunde so flüssig, dass man sie voll genießen kann.

Nun gibt es allerdings eine interessante Option: Wer den klassischen Konami-Code (hoch, hoch, runter, runter, links, rechts, links, rechts, B, A) eingibt, schaltet auf Switch eine Bildrate frei, die über weite Strecken tatsächlich die magische Grenze von 60 erreicht. Perfekt ist diese Lösung zwar nicht, weil recht häufig starke Schwankungen auffallen, doch tausendmal besser als die Voreinstellung ist sie allemal!

Kommentare

LePie schrieb am
Ich hab ehrlich gesagt schon vergessen, worum es bei diesem Drama überhaupt ging (was imho auch aufzeigt, wie völlig belanglos und aufgeblasen diese Aufregerthemen von Portalen wie Kotakuinaction, OneAngryGamer oder Resetera in Wirklichkeit eigentlich sind). Nach kurzem Runterscrollen und dem Überfliegen von Buzzwords wie SJW und Cuck war aber auch schon ohne genaues Hintergrundwissen klar, woher der Wind weht.
Die meisten dieser 0/10 Userreviews scheinen aber bereits wieder gelöscht worden zu sein.
Assel18 schrieb am
Ihr habt schon gelesen wieso das game von der community auf metacritic so zerissen wird, oder?
Das gameplay wird extremst hoch gelobt mit 9-10 Punkten.
Die ganzen 0-1 Punkte Bewertungen von denen es viele gibt sind alle wegen der nachgepatchten Zensur in der einige Sprüche geändert wurden.
Tja in der heutigen Zeit können ne handvoll verwöhnter Kinder halt ne ganze Wertung kaputt machen.
Diese Wutwertungen werden halt immer mehr, anstelle man ne 6 gibt weils gameplay trotzdem klasse ist wirds direkt ne 0/1.
Krulemuk schrieb am
Leon-x hat geschrieben: ?
22.05.2020 16:11
Mal abseits aller Theorie zu Sticklänge, Signalverarbeitung usw würde ich doch eher sagen dass die größte Komponente die dir hilft bei einem Shooter mit 30fps auf der Switch (oder Games wie Destiny auf PS4/One) eher die "Softwarestützräder" sind in Form von stärkerem Auto Aim und größeren Hitboxen.
Spiel am PC auch sehr viel Shooter mit Gamepad und gerade der Stick profitiert von einer höheren Abtastung durch geringen Input-Lag der Signalverarbeitung und somit höherer Framerate. Gerade ohne Zielhilfe ist es egal ob du DS4/One oder JoyCon nimmst du wirst bei 30fps keinen Kopf vernünftig anvisieren können.
Dem stimme ich zu und daher habe ich in meinem ersten Beitrag hier ja darauf hingewiesen, dass für mich persönlich die Begrenzung auf 30fps der eigentliche Knackpunkt sind - daher werde ich die Switch-Version von Ion Fury trotz interesse vorerst nicht kaufen!
Die Diskussion entwickelte sich dann aber in Richtung genereller Unterlegenheit der Joycon-Sticks, ganz losgelöst vom konkreten Beispiel Ion Fury, und diese These lese ich immer wieder, kann sie aber eben nicht teilen. Ich bin tatsächlich ein Fan der Joycon-Sticks (was nicht für die Joycon als Ganzes gilt, weil mich das schlechte Digikreuz und die schwache Langlebigkeit dann doch stärker stört, als es die für mich positiven Sticks wieder wett machen könnten). Ein weiteres Argument hast du mir gerade noch geliefert: Die Zielhilfe mittels Software ist bei einer Gamepad-Steuerung so gegenwärtig, dass die feinere Präzision durch längere Wege in den Hintergrund gerät.
Peter__Piper schrieb am
Krulemuk hat geschrieben: ?
22.05.2020 15:55
Peter__Piper hat geschrieben: ?
22.05.2020 15:42
Dafür packe ich sogar Onkel Picard nochmal aus :man_tipping_hand:
Dir fällt es offenbar schwer, eine Gegenmeinung argumentativ entsprechend darzulegen. In diesem Sinne sei dir dieser Einzeiler-Spam als verkürztes "Ich bin aber dagegen!" gestattet. Jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten :Häschen:
Du sprichst selbst schon am besten für dich :man_tipping_hand:
Mit Fanatikern macht es halt auch keinen Spass zu diskutieren.
Es sei dir aber unbenommen das anders zu sehen :Häschen:
Leon-x schrieb am
Krulemuk hat geschrieben: ?
22.05.2020 15:36

An der Stelle kann man die Sticks dann mit der Maus am PC vergleichen. Die "normale" Sticklänge hat sich im Laufe der Zeit als angemessener Kompromiss zwischen Schnelligkeit und Präzision durchgesetzt, dementsprechend ist davon auszugehen, dass die Länge der Wege auch für den Durchschnittsnutzer genau richtig funktioniert. Nun weichen wir aber individuell alle doch recht stark vom Durchschnittsnutzer ab. Bei einer Maussteuerung am PC gibt es ja auch Highsens-, Lowsens- und Midsens-Spieler. Der goldene Kompromiss, der für die meisten Nutzer ohne Probleme funktioniert, wäre hier das Midsens-Setup - ergo vergleichbar mit den Standard-Sticks. Der ein oder andere mag aber mit einer höheren Empfindlichkeit deutlich besser klar kommen, gerade wenn er sich über hunderte von Spielstunden daran gewöhnt hat - So geht es mir manchmal mit den Joycon (und ich war btw immer Highsenser am PC ;)).
Mal abseits aller Theorie zu Sticklänge, Signalverarbeitung usw würde ich doch eher sagen dass die größte Komponente die dir hilft bei einem Shooter mit 30fps auf der Switch (oder Games wie Destiny auf PS4/One) eher die "Softwarestützräder" sind in Form von stärkerem Auto Aim und größeren Hitboxen.
Spiel am PC auch sehr viel Shooter mit Gamepad und gerade der Stick profitiert von einer höheren Abtastung durch geringen Input-Lag der Signalverarbeitung und somit höherer Framerate. Gerade ohne Zielhilfe ist es egal ob du DS4/One oder JoyCon nimmst du wirst bei 30fps keinen Kopf vernünftig anvisieren können. Da kannst noch so viel Feingefühl haben weil dein Fadenkreuz rumeiert. Da hilft kein Gegensteuern. So feinstufig wie einem Maus geht es einfach nicht. Erst ab 60fps wird es besser aber um ganz ohne Zielhilfe nur in die Nähe einer Maus bei 60fps zu kommen brauchst schon 90-100fps mit Pad. Kann jeder der passende Elektronik hat bei Battlefield, CoD, Destiny usw selber testen. Fadenkreuz schnell und präzise auf ein Objekt zu bekommen geht mit...
schrieb am