No More Heroes - Test, Action-Adventure, Nintendo Wii

 

Test: No More Heroes (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Release:
09.06.2021
28.10.2020
14.03.2008
Spielinfo Bilder Videos
Das Kampfsystem

Es wird auch fleißig gerungen: Im Laufe des Spiels lernt ihr einige Wrestling-Moves, die auch in den Bosskämpfen sehr effektiv sind.
Im Gegensatz zu Red Steel, wo das Schlagen über echte Hiebe mehr schlecht als recht simuliert wurde, gibt es hier eine weniger realistische, aber dafür präzisere Variante: Ihr fixiert einen Feind, könnt komfortabel um ihn herum pirschen und haltet die Remote entweder in niedriger oder hoher Position, um die Art des Schlages festzulegen. Je nachdem, welche Blocks eure Gegner setzen, müsst ihr sie also lediglich anheben oder senken. Danach drückt ihr den A-Knopf, um den Angriff auszuführen - echtes Herumfuchteln ist nicht nötig.

Ist das jetzt eine gute Entwicklung? Mutig ist es jedenfalls nicht, denn das echte Schwingen wird zugunsten eines schnöden Haltungswechsels gar nicht erst versucht. Das wäre angesichts des hohen Kampftempos vielleicht auch fatal, denn Travis kann seine Hiebe nicht nur für mächtige Rundumattacken aufladen, sondern ein wahres Feuerwerk an Hieben und Kombinationen auf seine Gegner niederprasseln lassen, bis irgendwann das Symbol für den Todesstoß erscheint: Ein Pixelpfeil in eine bestimmte Richtung. Erst jetzt müsst ihr aktiv mit der Remote nach links, rechts, oben oder unten schlagen, um den finalen Schlag auszulösen, der dem Feind den Kopf abtrennt oder gleich in der Mitte spaltet.

Mit dem Katana könnt ihr auch Geschosse abwehren. Das Kampfsystem ist einfach, rasant und effektiv.
Danach erscheinen drei Symbole wie bei einem Glücksspielautomaten in der Pommesbude - Glocken, Frösche, Kirschen, Zahlen etc. Habt ihr drei identische, dann kommt ihr je nach Symboltyp in einen der fünf Spezialangriffsmodi: Ihr werdet ultraschnell und tötet alles in der Nähe; die Szene wird überbelichtet und ihr bekommt plötzlich ein Pixelfadenkreuz alter Schule, um damit auf die verbleibenden Feinde zu ballern; ihr kommt in eine Art Berserkerwut und macht jeden Gegner mit einer Kombo nieder; eure Feinde werden verlangsamt; ihr könnt eine alles erschütternde Explosion auslösen. Gerade diese Smartbombs können einen Level in null Komma nichts leerfegen.

Retro trifft Moderne

Der Komborausch aus Münzen und Blut erinnert an die Explosionsorgien von Vertikalshootern. Diese Stilbrüche überraschen immer wieder und machen den unverkennbaren stilistischen Reiz des Spiels aus: Retro trifft Moderne. Allerdings nutzt sich das Stakkato an visuellen Explosionen sehr schnell ab, denn es wiederholt sich einfach zu oft. Der Rausch ist allgegenwärtig, wird nicht langsam gesteigert und sieht immer gleich aus.

Noch ein letzter Blick auf die technisch schlechteste Variante einer "Open World", die mir bisher begegnet ist: Santa Destroy.
Abseits dieser Hiebe kann Travis auch Tritt- und Wurftechniken einsetzen. Wenn er einen Gegner über das wuchtige Anrempeln oder einen Kick ins Taumeln bringt, kann er ihn greifen und spektakulär wie ein Wrestler zu Boden schmettern. Hier wird es schon kniffliger mit dem Erfolg, denn es erscheinen zwei mal jeweils zwei Richtungspfeile - man muss z.B. Nunchuk nach oben und Remote nach links bewegen, um einen Schulterwurf auszulösen. Auch in den Bosskämpfen kann die Wrestlingtechnik sehr hilfreich sein.

Das Blocken funktioniert auf dem einfachsten Schwierigkeitsgrad automatisch, indem man den Gegner fixiert - dann werden seine Schläge pariert. Auch in den großen Duellen kann man damit erfolgreich Geschosse ablenken. Allerdings ist es bei Feinden mit Schusswaffen auf Dauer sinnvoller, per Seitwärtsrolle über das Steuerkreuz auszuweichen, damit man sich ihnen ohne Verluste nähern kann. Außerdem sollte man immer ein Auge auf die Energie des Katana haben: Ist die auf Null, muss man sie über das wilde Remote-Schütteln wieder füllen. Die Haltung dabei erinnert übrigens nicht nur entfernt an die Mechanik des Masturbierens.
 

Kommentare

Apoll schrieb am
Also ich habe das Spiel trotzdem gekauft und es ist geil.
Natürlich ist die Aussenwelt nicht optimal sondern einfach nur funktional und kann nerven, aber der Kern des Spiels hat so viel Charme und macht einfach nur Spaß.
Der Vergleich mit GTA is übrigens ein voller Griff ins Klo, wer vergleicht denn auch God of War mit Zelda das wäre genau so falsch.
Den Kommentar staue ich mir schon seit Monaten auf. ^^
danke fürs lesen
gogo for min. 70% oder faire 75%
Laner schrieb am
No More Heroes ist für mich kein Sandbox Spiel da die Stadt für mich eher ein großes Menü ist und es dort um die Auswahl der kämpfe geht also ich finde NoMoreHeroes Spitze und freue mich schon auf den neuen teil *_*
k0tti schrieb am
dieser test ist absolut lächerlich. dass nahezu alle anderen online mags da ganz anderer meinung sind beweist die gamerankings.com durchschnittswertung von 83%, das sind 23% mehr als sich jörg "unter schmerzen" abgerungen hat :D
ja no more heroes hat grafische schwächen, die oberwelt sieht teilweise echt peinlich aus, aber das gameplay, die genialen bossgegner etc machen einfach unglaublich viel spass. das geschnetzel ist unglaublich befriedigend und kommt dabei ohne gefuchtel aus.
ich für meinen teil freue mich riesig auf no more heroes 2, auch wenn ich killer 7 nen tick besser fand ... lasst euch von diesem test nicht verunsichern und spielt es am besten einfach selbst und bildet euch eine eigene meinung.
Mortva schrieb am
Ich finde man sollte die Stadt etc. nicht zu sehr in die Wertung mit einbeziehen.
Die Entwickler wollten den Fokus anscheinend in den morbiden Humor und das gute Kampfsystem setzen.
Außerdem ist es einfach herrlich innovativ.
also mein Fazit was ich aus diversen Tests ( ja ich habs noch nicht gezockt) ziehe ist:
Für jeden Anime- und Quentin terrentino fan, sowie für jede Person die Kreativität in Spielen sucht ist das Spiel ein muss.
J1natic schrieb am
---wurde aber echt langsam Zeit, E-G.
hyped for NMH2 !!! GO SUDA51 GO !!! :waah:
schrieb am