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Electronic Arts (Unternehmen) von Electronic Arts
Electronic Arts
Unternehmen
Entwickler:
Publisher: Electronic Arts
Spielinfo Bilder Videos
Ein Rückblick: Im Herbst 2007 verkündete Electronic Arts die Übernahme von BioWare und Pandemic. Der Marktführer griff für die beiden renommierten Studios tief in die eigene Tasche, schien dafür aber immerhin das Geschäft des Jahres abgeschlossen zu haben. Bis ihnen die Konkurrenz im Dezember doch noch das Rampenlicht stahl: Activision und Vivendi Games ließen mitteilen, dass beide Unternehmen fusionieren werden. War das der Auftakt für den Übernahmepoker mit Take-Two? Was ist im Laufe des geplatzten Kaufs passiert?


Es ist nicht bekannt, ob die Ankündigung jener Elefantenhochzeit John Riccitiello (Bild links) dazu trieb, sich nach größeren Übernahmekandidaten oder Partnern umzuschauen - Anfang 2008 jedenfalls trat EA an Take-Two heran, um über eine Übernahme des Mitbewerbers zu verhandeln. Als ein erstes Angebot von 25 Dollar pro Aktie abgelehnt wurde, stockte der Marktführer die Offerte etwas auf und bot 26 Dollar, was 64 Prozent über dem damaligen Kurs des Wertpapiers lag. Insgesamt wäre EA somit bereits gewesen, zwei Mrd. Dollar für Take-Two auszugeben.



John Riccitiello, Geschäftsführer Electronic Arts.
Manch Verhandlungspartner wäre wohl auf den Deal eingegangen - nicht so Strauss Zelnick (Bild rechts unten), der zusammen mit Ben Feder die Geschicke des Unternehmens seit knapp einem Jahr geleitet hatte. Derart gehörnt ging EA schließlich ein paar Tage später an die Öffentlichkeit, um die Aktionäre Take-Twos über die Offerte zu informieren.

Öffentlicher Übernahmepoker

Auch der Übernahmekandidat reagierte nun öffentlich und ließ das verlauten, was man in den kommenden Monaten noch oft hören sollte: Das Angebot EAs sei viel zu niedrig, weil viele Faktoren wie Synergieeffekte und die erfolgreiche Umstrukturierung der Firma nicht korrekt berücksichtigt worden wären. Auch wolle man in jedem Fall die Veröffentlichung von Grand Theft Auto IV  abwarten, bevor man sich mit irgendeiner Firma über Übernahmen, Fusionen oder andere Formen der Zusammenarbeit unterhält. Marketwatch hatte zuvor spekuliert, dass sich die Mannen um Zelnick in erster Linie selbst berreichern wollen.

Die Entscheidung EAs, die Vorgänge öffentlich zu machen, konnte nur eines bedeuten: Der Marktführer war gewillt, den Kauf trotz der Zurückweisung zu tätigen. Am 13. März 2008 war es dann soweit: Der Publisher sprach ein offizielles Angebot in Höhe von 26 Dollar pro Anteilsschein an alle Aktionäre Take-Twos aus. Dessen Management reagierte prompt und verkündete, dass man das Vorhaben genauer bewerten wolle - vorerst empfehle man aber allen Aktionären, nicht auf das Angebot einzugehen.

Das unangemessene Angebot?

Das Ergebnis jener Evaluierung fiel dann erwartungsgemäß aus: Das Angebot sei "inadäquat". Außerdem gebe es auch andere interessierte Parteien, mit denen eine Zusammenarbeit möglich sei, so die Geschäftsführung. Gleichzeitig verlegte man den Termin der Jahreshauptversammlung der Anteilhaber vom 10. auf den 17. April. Eine taktische Maßnahme, da EAs ursprüngliche Frist am 11. April auslief. Auch anderweitig wollte man John Riccitiello die Suppe versalzen - ein Stockholders Rights Agreement sollte abgesegnet werden. Diese so genannte Giftpille würde es dem Unternehmen ermöglichen, zusätzliche Aktien herauszugeben, falls eine Partei sich mehr als 20 Prozent der derzeitigen Anteile sichern können sollte. Diese Maßnahme würde die Übernahme insgesamt teurer machen.

Der Marktführer reagierte seinerseits und verlängerte zwei Tage später, am 28. März, die Frist bis zum 18. April. Zudem hieß es: Sollte jene Giftpille bewilligt werden, werde man das Angebot dementsprechend anpassen und nur noch 25,74 Dollar bieten.



Strauss Zelnik, Vosrtand Take-Two.
Auf der Jahreshauptversammlung nickten die Anteilhaber die Maßnahme ab. EA tat das, was man versprochen hatte, und senkte den gebotenen Preis. Auch gab man eine Verlängerung der Frist bis zum 16. Mai bekannt - offensichtlich hatte man bisher nicht genügend Anteilhabe für das eigene Unterfangen begeistern können.

Doch auch Mitte Mai sah es nicht viel besser aus: Gerade einmal acht Prozent der Aktien befanden sich in EAs Besitz - mehr als 50 Prozent würde man dort aber benötigen. Es folgte ein mittlerweile eingespieltes Ritual: Der Marktführer verlängerte die Frist abermals um einen Monat - diesmal bis zum 16. Juni -, Take-Two betonte hingegen erneut, dass man weiterhin allen Anteilhabern nahelege, ihre Aktien zu behalten.

Noch vor Ablauf der nächsten Periode verlängerten die Mannen um Riccietiello das Angebot Anfang Juni nochmals. Der Grund dafür: Man wolle dem US-Kartellamt mehr Zeit geben, den Kauf zu prüfen. Die Marktwächter hatten schon durchblicken lassen, dass man den Deal genauer untersuchen werde, schließlich könnte dieser EA zu einer marktbeherrschenden Stellung im Sportbereich verhelfen.

Take-Two: Strategisches Hinauszögern

Take-Two bemühte sich allerdings seinerseits, jenes Unterfangen zu erschweren und blockierte die Regulatoren. Ein ehemaliger Angestellter der Federal Trade Commission mutmaßte daraufhin, dass das Herauszögern die Übernahme unwahrscheinlicher machen würde. Zum einen könnte EA die Lust an dem Kauf verlieren, zum anderen könnte eine dritte Partei auftauchen, die als Weißer Ritter fungiert und selbst Take-Two schluckt oder mit der Firma fusioniert.

Am 17. Juni ließ EA formell verlauten, dass die Frist bis zum 18. Juli verlängert wird. Zelnick & Co. ließen die übliche Antwort folgen und verwiesen auch darauf, dass EA bisher nur 7,9 Prozent der Anteile auf der Haben-Seite verbuchen könne. Der Großteil der Aktionäre stimme der Geschäftsführung zu und lehne das Unterfangen weiterhin ab.

Einen Tag später begründete man außerdem die Vorgehensweise gegenüber dem US-Kartellamt: Man habe bis dato voll kooperiert, nun aber würden die Forderung der Regulatoren aber ausufern. Angesichts der Tatsache, dass die Übernahme wohl nicht stattfinden werde, sei der Aufwand unverhältnismäßig und würde Take-Two viel Geld und Zeit kosten. Ein Sturm im Wasserglas, denn nur drei Tage später ließ der Publisher verlauten, man habe sich mit der FTC geeinigt. Der Aufwand sei nun "deutlich reduziert" worden.

Die nächste Frist lief ab, und das jetzt gut aufeinander abgestimmte Duo ließ wieder von sich hören: EA - mittlerweile immerhin im Besitz von 15 Prozent der Aktien - ließ vermelden, dass man den Anteilhabern nun bis zum 18. August Zeit gibt, Take-Two ließ die vertrauten Durchhalteparolen folgen.

Wie zuvor weigerte sich Electronic Arts auch dieses Mal hartnäckig, das Angebot zu erhöhen. Das machte sich auch im Aktienkurs bemerkbar - der fing nämlich an, sich unter dem gebotenen Preis einzupendeln. Lange hatten die Anteilhaber darauf spekuliert, dass der Marktführer die Offerte im Rahmen des Übernahmepokers um ein bis zwei Dollar pro Aktie erhöhen würde. Dort machte man allerdings keine Anstalten, diesen Erwartungen zu entsprechen.

Electronic Arts verliert die Geduld

Ende August schließlich hatte man bei EA dann wohl doch die Geduld verloren und eingesehen, dass es unter den gegenwärtigen Konditionen schwierig werden könnte, eine feindliche Übernahme durchzuziehen. Beide Parteien erklärten zum Ablauf der fünften Frist hin nun ihre Bereitschaft, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen. Nach dem Akzeptieren einer Vertraulichkeitsvereinbarung erhielt das Team um John Riccitiello einen Einblick in die Geschäftsbücher Take-Twos, um das Unternehmen bewerten zu können. Ein paar Tage später hieß es dann: Beide Unternehmen befinden sich in Gesprächen. Zum genauen Status wolle man sich aber nicht äußern.

Am 4. September gab es dann erste Gerüchte, dass EA den Übernahmeversuch abgeblasen hat. Gestern Abend schließlich ließ der Publisher dann offiziell verlauten, man habe sich nach ausführlicher Prüfung der vorliegenden Materialien gegen ein weiteres Übernahmeangebot ausgesprochen.

Damit scheint das Kaufgeplänkel sein vorläufiges Ende gefunden zu haben. Viele Analysten hatten eine Übernahme als unausweichlich bezeichnet und waren davon ausgegangen, dass der Marktführer sich langfristig durchsetzen würde. Da Zelnick & Co. stets ihre grundsätzliche Bereitschaft hinsichtlich eines Zusammenschlusses mit anderen Firmen signalisiert hatten, dürfte EAs Ansinnen letztendlich an den vorgeschlagenen Konditionen gescheitert sein.

Nach Take-Two ist vor Rockstar?

Offen bleibt, was Riccitiello plant. Statt eines erneuten Werbens um Take-Two könnte man jetzt wieder andere Firmen ins Visier nehmen. So steht Ubisoft schon seit einiger Zeit auf der Speisekarte EAs. Die Franzosen wollen weiter unabhängig bleiben, allerdings hält der Mitbewerber bereits 17 Prozent der Anteile am Publisher. Der Marktführer könnte allerdings auch versuchen, sich im nächsten Jahr die Dienste des wohl begehrtesten Entwicklerduos Take-Twos zu sichern: Dem Vernehmen nach läuft der Vertrag von Dan & Sam Houser (Rockstar Games) 2009 aus.   

Kommentare

->KI<- schrieb am
Ubisoft hat zur zeit andere pläne (filmgeschäft)
aber es wäre gut mäglich da UBISOFT dazu finanzielle unterstützung braucht da kommt EA geradde recht.
bloedfish schrieb am
Schon witzig, vor 4-5 Jahren noch war Take2 so groß das man prognostiziert hat das sie mal alles und jeden Fressen und nun das. Naja, unterm Strich ist mir dieses Geplänkel eigentlich ziemlich egal, solange nicht die Qualität der Spiele drunter leidet. Diese Branche ist einfach noch zu jung um durch Geldgier und Kommerzdenken zerstört zu werden.
DrZord schrieb am
gollum_krumen hat geschrieben:Das wird Zelnik früher oder später Kopf und Kragen kosten.
Stimmt. Take2 hat sich böse verzockt denk ich. EA hätte das erste Angebot tiefer ansetzen sollen, und später erhöhen. Dann wär der Deal vermutlich zustande gekommen weil es so ausgesehen hätte, als ob Take2 "gewonnen" hätte und alle wären glücklich gewesen.
... ausser die Spieler :D
mal schaun ob Ubisoft auch so zickig ist :wink:
gollum_krumen schrieb am
Das wird Zelnik früher oder später Kopf und Kragen kosten.
Spunior schrieb am
Las51 hat geschrieben:
Am 13. März 2007 war es dann soweit: Der Publisher sprach ein offizielles Angebot in Höhe von 26 Dollar pro Anteilsschein an alle Aktionäre Take-Twos aus
Müsste das nicht 13. März 2008 gewesen sein?
Korrekt.
schrieb am

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