Immer mehr, immer besser!
»Zutodeverbesserer« ist ein ebenso einfacher wie trauriger Begriff, bezeichnet er doch den Typus Mensch, der an einem gereiften Produkt so lange schraubt und handwerkt, bis das Ergebnis auf den ersten Blick
Von dieser Einleitung aus geht es direkt zu Namco, einigen der beharrlichsten Zutodeverbesserern im Videospielbereich. Der Status quo ist ganz nach japanischer Tradition nie gut genug, es muss immer mehr und besser und aufwändiger sein - prinzipiell eine gute Sache, Stillstand bedeutet in einer derart progressiven Branche zwangsläufig Rückschritt. Das Problem ist nur: Wenn eine Idee ein Mal für gut befunden wurde, halten die Jungs und Mädels mit der Verbissenheit eines Rottweilers daran fest, unabhängig davon, wie viel Kritik sie dafür kassieren. Die Tekken-Serie begann einst mit einer simplen Prämisse: Zweikampf, mano-a-mano bzw. ein simpler Arcade-Modus für Solisten. Im Laufe der Jahre, mit fortschreitender Zahl hinter dem Namen, wurden immer neue Spielmodi entwickelt, um das Vergnügen möglichst lange frisch zu halten: Bonusgames wie Tekken Bowling oder Tekkenball auf der einen Seite, Team- und Survival-Modi auf der anderen - und Solo-»Action-Adventures« wie Tekken Force oder The Devil Within irgendwo dazwischen. Die Entwickler waren sogar derart enthusiastisch, dass sie einen Ableger dieser Spin-Offs sogar zu einem separaten Spiel machten; das desaströse Resultat Death By Degrees
Der prügelnde Multimillionär
Dass den Entwicklern die Kampagne (im Englischen »Scenario Campaign«) verdammt wichtig war, erkennt man an mehreren Punkten. Der offensichtliche davon ist, dass sie den vorderen Platz im Hauptmenü einnimmt; den Platz, der normalerweise dem Arcade-Modus vorbehalten war. Der allerdings wurde dieses Mal derart zurechtgestutzt, dass er gerade mal einen Hundeplatz irgendwo im Reiter »Offline-Modi« verpasst bekam. Die Kampagne ist insofern wichtig, als dass nur hier all das freigespielt wird, was sonst in der Arcade-Variante verborgen war: Klamotten und Ausrüstung für die Personalisierung sowie die Abspänne für jeden der 40 Fighter. Außerdem kann man nur hier das große Geld machen: Wenn eine Langhaarfrisur 3.000.000 Credits kostet, man mit einem Arcade-Kampf aber im Schnitt 5.000 Credits verdient, dann wird schnell klar, dass man sich selbst für einen blöden Hut viel zu lange abrackern muss - ganz besonders, wenn man selbst im kürzesten der Kampagnen-Levels problemlos auf einen Schlag mehrere hunderttausend Geldeinheiten nachgeschmissen bekommt. Und die nicht mal zwangsläufig investieren muss, denn auch die Items selbst regnet es am laufenden Bande.
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| Genügend virtuelles Geld vorausgesetzt kann man seine Lieblingsfighter detailliert personalisieren. Außerhalb der Kampagne ist die dafür benötigte Kohle aber kaum zu verdienen. |





