The Witness - Test, Geschicklichkeit, Xbox One XBL - 4Players.de

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The Witness (Geschicklichkeit) von Sony / Thekla Inc.
Idyllischer Denksportmarathon
Puzzlegames
Entwickler: Jonathan Blow
Release:
Q4 2016
26.01.2016
26.01.2016
13.09.2016
Spielinfo Bilder Videos
Mittlerweile gibt es viele kleine Studios, die mitunter großartige Spiele entwickeln. Aber vor acht Jahren war Braid noch ein Phänomen: Das Knobelspiel von Jonathan Blow begeisterte weltweit mit seinen metaphorisch verknüpften Zeiträtseln, stürmte die Charts und avancierte zu einem Symbol für die kreative Kraft der Independent-Szene. Mit The Witness wagte sich sein Schöpfer im Januar an ein wesentlich umfangreicheres Abenteuer auf PS4 und PC. Ob die Rätsel auf der Inselwelt auch auf Xbox One begeistern können, klärt der Test.

Frust im Dschungelcamp

Irgendwo in einem Dschungel stehe ich hoch oben auf einem Steg zwischen riesigen Bäumen. Ich würde mich am liebsten in die Tiefe stürzen. Mit einem wütenden Schrei und Stinkefinger statt Fallschirm. Geht aber nicht. Denn The Witness zieht unsichtbare Grenzen um jeden Anflug von Gefahr. Selbst die kunterbunte Kulisse wirkt in diesem Augenblick wie sterilisiert. Und diese gefühlte Zwangsjacke macht mich nur noch wütender. Die Knöchel um das Gamepad herum werden schon weiß. Warum ich so frustriert bin? Weil mein Kopf nicht nur qualmt, sondern wie ein Kohleofen bullert.

Auf dem Steg geht es nicht weiter: Wer das Rätsel nicht löst, muss umkehren...
Auf dem Steg geht es nicht weiter: Wer das Rätsel nicht löst, muss umkehren - aber dann kann man irgendwo anders in der offenen Welt weitermachen.

Seit Stunden knoble ich mich Planke für Planke vorwärts, indem ich einen Weg von A nach B in ein Raster male, nur um plötzlich vor drei blauen Vierecken ohne Füllung kapitulieren zu müssen! Zig mal habe ich versucht, das Rätsel zu lösen, aber dazu müsste ich auch wissen, welche Bedeutung diese verdammten Symbole haben. Es gibt aber weder interaktive Hinweise, was ich okay finde, noch eine aufklärende Legende, was mich ärgert. Auch mein selbst entwickeltes Ausschlussverfahren scheiterte. Ja, ich könnte jetzt zurückgehen, denn irgendwo da unten habe ich schonmal ein Rätsel mit diesen blauen Vierecken gelöst - vielleicht würde ein Blick darauf helfen? Oder ich knoble einfach woanders in dieser offenen Welt weiter?

Heureka, es geht ja doch weiter!

Cool: Man kann innerhalb der Rätsel die Richtung des Steges ändern...
Cool: Man kann innerhalb der Rätsel die Richtung des Steges ändern...komme ich also doch da hinten auf die Plattform?

Nein, es reicht, dann muss ich wieder ans andere Ende der Insel latschen oder mit dem Boot um die Küste tuckern - ich mach die Konsole aus...

...eher lustlos spiele ich nochmal mit der Kamera, gehe ein paar Schritte auf dem Steg zurück, um meine tolle Leistung bis hierher wenigstens mit einem Screenshot zu dokumentieren, als ich diese zweite Kerbe auf dem Boden entdecke. Im Raster eines bereits vor einer halben Stunde gelösten Rätsels. Stimmt, es gibt ja mehrere Ausgänge: Statt von A nach B kann man auch eine Linie nach C ziehen. Aber bedeutet das etwa auch, dass sich die Planken dann in diese andere Richtung ausbreiten? Rechts statt geradeaus? Ich schaue zwischen den hohen Bäumen, wohin das theoretisch führen würde und entdecke ... eine Verbindungsstelle.

Aktiviert man diesen Schalter, tickt eine Uhr und eine Tür öffnet sich: Schafft man es in der Zeit bis zum Kabuff gegenüber?
Aktiviert man diesen Schalter, tickt eine Uhr und eine Tür öffnet sich: Schafft man es in der Zeit bis zum Kabuff gegenüber?

Statt frustriert zu Bett zu gehen, weckt diese Alternative meine Neugier. Das Gamepad liegt wieder ganz leicht in der Hand. Ich male den Weg von A nach C in das Rätselraster und plötzlich werden all die Stege wie von Geisterhand eingefahren und 90 Grad versetzt wieder ausgerollt - hurra, wie cool ist das denn? Es geht also weiter! Das ist ja genial, wieso bin ich da nicht früher drauf gekommen, ich Idiot? Weil ich stur an dieser einen Lösung festhalten wollte, obwohl The Witness immer wieder dazu animiert, über den Tellerrand zu schauen und alle Sinne mit einzubeziehen. Die Rätselinsel von Jonathan Blow verlangt vom Spieler einen Drahtseilakt mit sehr viel Gehirnakrobatik - und vor allem verlangt sie viel Geduld.

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