Dragon Age II
USK: 18

Test: Dragon Age II

So testet 4Players
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Autor:
Jörg Luibl

Fazit

Was ist das denn, BioWare? Ich war aufgrund der interessanten Erzählperspektive zunächst neugierig. Und ich habe trotz der bösen Omen der gamescom auf eine Einsicht gehofft, was die Kamera auf dem PC sowie die Taktik im Gelände angeht. Aber ich bin letztlich enttäuscht von diesem Nachfolger! Die schwache Technik ist nicht mal schlimm. Aber nach Dragon Age war eine Entwicklung hin zu noch mehr Rollenspiel wünschenswert, nicht diese Kastration und diese Anbiederungen an schnelle Action. Wer hat denn bitte dieses 08/15-Frauendesign und das lächerliche Blutgespritze zu verantworten? Wer hat bloß diese 90-60-90-Mutter entworfen, die wie 20 aussieht? Immerhin darf man nach der schrecklichen Demo aufatmen: Wenn der katastrophale Einstieg sinnbildlich für die kommenden fünfundzwanzig Stunden gewesen wäre, wäre das ein Verriss geworden - so viel Oberflächlichkeit ist man von den Kanadiern nicht gewohnt. Aber die guten Quests, die spürbaren Konsequenzen, die sehr guten Dialoge und vor allem ein Kampfsystem, das zwar zunächst stark nach Hack`n Slay riecht, aber spätestens ab dem zweiten Akt taktisch cleveres Partymanagement fordert, retten dieses Abenteuer in den befriedigenden Bereich. Ja, es hat dramatische Höhen, aber auch so viele Tiefen. Dass es nicht für eine gute Wertung reicht, liegt auch an einer ebenso kleinen wie sterilen Spielwelt, die mit roboterhaften Bewohnern, seelenlosen Tavernen und fehlenden Erkundungsreizen zu einer Abklapper-Kulisse degradiert wird. Und trotz der fehlenden Weite recycelt Bioware auch noch Höhlen - das ist arm. Ja, die Spezialisierungen der Gefährten sind jetzt verzweigter! Aber man bemerkt gar keinen Unterschied, ob man nun einen Schurken, Magier oder Kämpfer spielt - alle müssen nur effizient Schaden verteilen, keiner hat besondere Rollenspieltalente! Es bleibt auch deshalb ein fader Nachgeschmack, weil die Kanadier auf diesen "mutigen" Stil auch noch "enorm stolz" sind. Sie bemerken gar nicht, dass sie damit an dem vorbei entwickeln, was sich Rollenspieler alter Schule (alle anderen sollen WoW und Sacred zocken) eigentlich wünschen. Es geht dabei nicht um endlose Statistiken und Skilltabellen, es geht um mehr Tiefe, mehr Geheimnisse, mehr Seele! BioWare ist auf dem PC mit seinen Epen groß geworden, sie haben ein Genre jahrelang bereichert. Jetzt jetzt sind sie als Entwickler kleiner geworden, ihre Magie ist verflogen. Hoffentlich können The Witcher 2 und The Elder Scrolls V: Skyrim die Lücke füllen.

Zum Video-Fazit!
Zur Kolumne: Das Phänomen Rollenspiel
Pro
 
Kontra
clevere Erzählperspektive   schrecklicher Einstieg
Rollenspiel mit vierköpfiger Party   zu viele Kanonenfutterkämpfe
einige interessante Charaktere   schwache Hauptgeschichte
zehn Jahre Geschichte beeinflussen   plumper Blutspritzautomatismus
taktisches Party-Management   Kisten öffnen/Taschendiebstahl ohne Konsequenzen
viele moralische & politischeKonflikte   Wachen/Passanten reagieren nicht auf Kämpfe
Handlungen mit Konsequenzen   schwache Landschaft und matschige Texturen
viele Talente & Spezialisierungen   kleine Gebiete mit künstlichen Grenzen ohne Erkundungsreize
große Gegner fordern gute Taktik   einige geklonte Höhlen/Katakomben
sehr gute Dialoge mit Sprachausgabe   unübersichtliche Kämpfe
gute Mimik und ansehnliche Kleidung   Umgebung spielt kaum taktische Rolle
Moralsystem ohne Gut-Böse-Kitsch   nur eine Stadt, keine Weltkarte
amüsante Zickereien in der Party   erhöhte Perspektive gestrichen (PC)
Magiesystem mit Immunitäten    
gute deutsche Sprecher    
gutes Gift-/Runensystem    
Sonstiges
 
Sonstiges
gute Integration alter Spielstände   steriles Menü/Icondesign
taktische Verhaltensmakros anlegen   magere Charaktererschaffung
Neulinge können Vergangenheit wählen   schlecht designte Frauenfiguren
mehrere Schiwerigkeitsgrade   kein Lager für die komplett Party
optional auf englisch spielbar   steriler Kodex ohne Bilder & Artworks
Story-Zusammenfassung in Ladepausen   Fernkampf manchmal ohne Kollisionsabfrage
Hilfen, Hinweise, Blut & Co abschaltbar    
Liebesbeziehungen möglich    

Xbox 360

„Die Konsolenversionen sind technisch nur etwas schwächer als der PC, ansonsten bleibt es bei einem Abenteuer mit Höhen und Tiefen.”

PC

„Rollenspiel mit viel Tragödie und viel Verlusten: BioWare kastriert den PC um seine Kameravorteile und biedert sich Actionfreunden an - ein Fehler! ”

PlayStation 3

„Die Konsolenversionen sind technisch nur etwas schwächer als der PC, ansonsten bleibt es bei einem Abenteuer mit Höhen und Tiefen.”

 

Kommentare

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  • Ah, ich erinnere mich, Dragon Age 2. War das nicht das Abenteuer von Hawke im Copy&Paste Land? Ne, das war ja wohl nur grausam. Dragon Age 1 war durchaus noch verbesserungswürdig, der zweite Teil aber so vermurkst das ich nicht mal wüste wo man da mit dem Verbessern anfangen sollte. Was kann  [...] Ah, ich erinnere mich, Dragon Age 2. War das nicht das Abenteuer von Hawke im Copy&Paste Land? Ne, das war ja wohl nur grausam. Dragon Age 1 war durchaus noch verbesserungswürdig, der zweite Teil aber so vermurkst das ich nicht mal wüste wo man da mit dem Verbessern anfangen sollte. Was kann man auch erwarten bei solch einer Designphilosophie!?! http://www.youtube.com/watch?v=SV97ozaD4vs
  • Wenn ihr mit mir diskutiert, ich spiele im Moment nur Blood Bowl. Schon länger kein Dragon Age 2 mehr, habs aber trotzdem sehr liebgewonnnen.
  • Ach ja, Dragon Age 2....ich erinnere mich noch an den schönsten Moment mit dem Game. Das war als ich zusammen mit Gebrauchtwert von DA2 (Das es überhaupt einen hatte...) gerade genug Kohle dabei hatte um damit in meinem Lieblingsladen Dark Souls zu kaufen. Good Times.  [...] Ach ja, Dragon Age 2....ich erinnere mich noch an den schönsten Moment mit dem Game. Das war als ich zusammen mit Gebrauchtwert von DA2 (Das es überhaupt einen hatte...) gerade genug Kohle dabei hatte um damit in meinem Lieblingsladen Dark Souls zu kaufen. Good Times. Im Ernst, das Game war bestenfalls Mittelmaß. Das schlimmste war der Kampf mit dem Arishok. Als hätten sie es mit Absicht schlecht gemacht.