The Saboteur
USK: 18

Test: The Saboteur

So testet 4Players
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Autor:
Jörg Luibl

Fazit

Titten, Nazis und Action? Und zum ersten Mal Zweiter Weltkrieg in einer offenen Spielwelt à la GTA? Diese ebenso anrüchige wie explosive Mischung hat nicht nur in Amerika für Neugier gesorgt. Spätestens das interessante Artdesign mit seinem Wechsel vom bedrohlichen Schwarzweiß hin zur warmen Farbe der Befreiung hat sicher auch viele Europäer aufhorchen lassen. Aber was sich im Ansatz noch gut anhört und Lust auf den Widerstand weckt, scheitert in der Praxis - egal ob banale Story oder plumpe Inszenierung. Zum einen ist die technische Umsetzung eine Enttäuschung: Saboteur hätte vielleicht als Starttitel eine solide Figur gemacht, aber im aktuellen Wettbewerb mit anderen offenen Welten geht es mit seinen schwachen Texturen, dem Tearing und den Pop-ups vor allem auf Konsolen unter - die PC-Version wirkt deutlich harmonischer und hübscher. Die Kulisse von Paris kann immerhin auf allen Systemen mit ihrer Größe sowie der Authentizität der Sehenswürdigkeiten etwas trösten. Die Jungs von Pandemic hatten mich mit der Uniformtarnung, den hinterhältigen Attacken sowie der Verdachtsanzeige auch noch geködert, aber dieser Hauch von Stealth-Action verfliegt schnell - irgendwann interessieren einen die Wachen gar nicht mehr, weil man ohne Gefahr regelrechte Bomben-Speedruns hinlegt. Sobald man auf den Straßen oder den Dächern unterwegs ist, vermisst man lebendige Reaktionen, elegante Animationen, forderndes Klettern und vor allem überzeugendes Figurenverhalten: Die idiotischen Kämpfe erreichen manchmal nicht mal Moorhuhn-Niveau und zerstören die teilweise aufkeimende Atmosphäre. Wenn ich nicht wüsste, dass das Spiel von Pandemic entwickelt wurde, also jenen Leuten, die mit Full Spectrum Warrior einen realistischen Kriegsschauplatz inszenierten, würde ich vielleicht auf die Jungs von Alarm für Cobra 11 wetten. Wer hier einen Alarm auslöst und von deutschen Soldaten gejagt wird, darf sich auf programmierte Realsatire freuen, die jeden Anflug von Verfolgungsspannung im Keim erstickt. All das explosive Zerstören, das Sammeln, das Rasen und Aufrüsten macht vielleicht zwischendurch Laune, aber liegt zwei bis drei Klassen hinter der Faszination eines Assassin's Creed II, inFamous oder GTA IV. Pandemic hätte sich weniger auf Möpse und Strapse, sondern mehr auf das Spieldesign konzentrieren sollen.
Pro
 
Kontra
Premiere: offene Welt im Zweiten Weltkrieg   schwache Story
angenehm große Spielwelt   eindimensionaler Held
authentische Kleidung & Architektur   wenig spannende Missionen
viele explosive Aufträge & Zerstörbares   katastrophales Figuren- & Fahrverhalten
klettern auf Eiffel-Turm & Notre-Dame   plumpe Animationen
kreative Ideen: Verdachtsanzeige, Uniformwechsel   billig inszenierte Nahkämpfe
Fahrzeuge kapern, fahren, kaufen, modifizieren   kaum Gebäude zu betreten
knapp zehn Fähigkeiten verbessern   anspruchsloses Klettern
Musik zwischen Jazz & Chanson   klobige Figuren in Zwischensequenzen
gute deutsche Sprecher   Gewalt gegen Zivilisten ohne Konsequenzen
    enttäuschende Technik: Tearing, Ruckler Pop- ups (PS3,360)
    zu wenig lebendige Reaktionen in den Straßen
    kaum Interaktion in der Stadt möglich
    deutsche Figuren wirken lächerlich überzeichnet
Sonstiges
 
Sonstiges
einige hübsche Ladys   viele Klonpassanten
viele interessante Statistiken   keine lizenzierten Automarken
vier Schwierigkeitsgrade   sehr einfache Fahrphysik
großes, aufrüstbares Waffenarsenal   Probleme in der Tonabmischung
übersichtliche Karte mit Routenfunktion   etwas stärkere Kantenbildung (360)
einfaches & gutes Schmuggelware-System   Installationsprobleme auf ATI- Rechner (PC)
lustig: Nacktkheit abstellbar   keine Hakenkreuze, weniger Blut und keine Originalsprache in deutscher Version

PC

„Auf dem PC hinterlässt die schwache Technik noch die beste Figur, aber das beflügelt den Spielspaß nicht.”

Xbox 360

„Interessanter Stil, angenehm explosiv, aber am Ende nicht mehr als GTA für Arme.”

PlayStation 3

„Eine misslungene Premiere: Pandemic serviert grenzdebiles Figurenverhalten im Zweiten Weltkrieg.”

 

Kommentare

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  • Wie interaktiv ist Paris abgesehen vom sabotieren? Ich habe was von Glücksspiel, Straßenrennen und Lapdance gelesen. Was gibt es sonst noch nebenbei zu tun?
  • Habs mir jetzt auch bestellt nachdem ich doch vielfach gehört hab, es sei gar net so schlecht. Wenn ich auf 4p höen würde, hätte ich auch nie meinen Zeitfresser Nr 1 im letzten Jahr gekauft - Borderlands (77%)
  • Die Wertung ist viel zu überzogen. Ich habe das Spiel bis aufs Letzte durchgespielt und kann auch danach noch behaupten, dass es das Geld voll und ganz wert war. Der Held ist syphatisch, die Fahrphysik passend simpel und das Klettern gut genug. Vor allen Dingen war es doch das Ziel der Entwickler  [...] Die Wertung ist viel zu überzogen. Ich habe das Spiel bis aufs Letzte durchgespielt und kann auch danach noch behaupten, dass es das Geld voll und ganz wert war. Der Held ist syphatisch, die Fahrphysik passend simpel und das Klettern gut genug. Vor allen Dingen war es doch das Ziel der Entwickler die Deutschen viel zu übertrieben darzustellen. Fazit: mir macht es 5x mal mehr Spass als das langweilige, schwammige überhypte GTA4, auch wenn es nicht bis ins Detail ausgearbeitet wurde. Eine Wertung von mindestens 80% wäre angebracht...