Silent Hill: Die Mutter der Verstörung - Special

 



Action-Adventure
Entwickler: Konami
Publisher: Konami
Release:
01.08.1999
26.10.2011
26.10.2011
kein Termin
Spielinfo Bilder Videos
Grotesker Alptraum

Aber es war gerade beim ersten Silent Hill nicht in erster Linie die visuelle, sondern vor allem die grandiose akustische Kulisse, die dafür sorgte, dass man bei jedem Schritt das Gefühl hatte, eine alptraumhafte Welt zu betreten - sehr schön hat das Ben in seiner Soundtrack-Kritik erläutert. Die Klänge von Akira Yamaoka sorgten im wahrsten Sinne des Wortes für nach hallende Gänsehaut. Bis dato hatte man diese gewagte Komposition aus Industrial und Metal, aus einzelnen Tönen und treibenden Synthesizern nicht gehört. Die Musik war so ungewöhnlich und voller Brüche, dass man sie bei Konami zunächst für fehlerhaft eingespielt hielt. Und gerade dieses "Falsche" oder "Unvertraute" im Ohr verstärkte das verstörende Spielgefühl. Selbst hinter treibenden Beats verbargen sich irre schreiende Chöre, so dass man den Terror fühlen konnte: Hört euch mal dieses kurze Stück "My Heaven" an.

Spätestens als man lediglich mit einer Taschenlampe bewaffnet den ersten Monstern begegnete, war auch visuell gar nichts mehr klassisch, denn es handelte sich um missgestaltete Kreaturen, die zwar zombiesk wirkten, aber im weiteren Verlauf zu immer grässlicheren Varianten und skurrilen Alptraumwesen mutierten - in der leicht geschnittenen europäischen Version
Die Karte wurde automatisch ergänzt, so dass man Sackgassen etc. erkennen konnte.
Die Karte wurde automatisch ergänzt, so dass man Sackgassen etc. erkennen konnte.
wurden einige kindähnliche Kreaturen übrigens ausgetauscht. Auch wenn man mit "Air Screamer", "Grey Child", "Mumbler", "Split Head" und "Puppet Nurse" noch nicht ganz die extravagante künstlerische Ausdruckskraft eines Silent Hill 2 erreichte, in der der berühmte Pyramidenkopf erstmals auftauchte, spielte das Artdesign bereits mit dem Unvertrauten und Grotesken. So konnte man vor allem die späteren Wesen nicht sofort in eine von Traditionen befüllte Schublade wie "Zombie",  "Vampir" oder "Werwolf" einordnen. Und gerade weil man selbst so gewöhnlich war, verstärkte sich noch die Abscheu: Harry war ja ein ganz normaler Mann, und nicht der typische Held, der militärisch gedrillt war.

Verfluchte Parallelwelt

Trotzdem war das kein reines Fluchtspiel wie etwa Outlast - und diese Momente des Sieges waren wichtig für die eigene Psyche. Harry konnte kämpfen, nicht nur mit Messer, Eisenstange und Pistole, sondern später auch mit Schrotflinte oder Kettensäge - und damit gegen die Kreaturen gewinnen. Das Gefühl etwas zu schaffen entstand zudem durch die stückweise Erkundung, die einem - ähnlich wie Lovecraft mit seinen recherchierenden Helden - das Gefühl gab, das Grauen irgendwie durchschauen zu können: Es gab in der Kleinstadt einige Areale und Gebäude wie Schule & Co, die mit alptraumhaften Versionen verbunden waren, die man ersteinmal erforschen musste.

edw
Das Kreaturendesign überraschte mit alptraumhaften bis grotesken  Wesen. 
Ähnlich wie im fast parallel veröffentlichten Soul Reaver konnte man zwischen Welten wechseln und so Rätsel lösen. Während man im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel brachte, Wege suchte, Türen öffnete und Hinweise sammelte, wurde auch die Karte automatisch um Notizen zu Sackgassen etc. ergänzt. Obwohl man bereits bekannte Orte nochmal aufsuchen musste, war das keine nervige Lauferei, sondern aufgrund neu zu öffnender Durchgänge meist sehr befriedigend, zumal auch die Architektur und Struktur sinnvoll verwoben waren. Noch befriedigender war aber auch das bzw. eines von fünf Enden: Keiichiro Toyama konnte nicht nur verstören, sondern auch sehr gut erzählen.

Silent Hill wurde zwei Jahre Später auf der PlayStation 2 fortgesetzt - es konnte im Test unser Platin erobern. Der erste Teil erschien noch für PlayStation 3 und PSP (2009) sowie und PS Vita (2012). Außerdem gab es 2006 eine Verfilmung Silent Hill - Movie, die Micha besprochen hat. Den grandiosen Soundtrack hat Ben in diesem Special vorgestellt.

Kommentare

Shalashaska schrieb am
SH 1 und SH 2: Absolute Jahrhundertwerke! Die Creme de la Creme der Horrorspiele. Schade, dass es heutzutage nichts vergleichbares mehr gibt? Wie diese Spiele mich damals aufgesogen haben, hat sich tief in meinem Gedächtnis verankert. Wahnsinn!
Chibiterasu schrieb am
Silent Hill 3, 4 und Origins kamen ja auch für die PS2... oder verstehe ich deinen Post falsch?
Back Pfeife schrieb am
Silent Hill 1 wurde für PS 1 veröffentlicht, Teil 2 für Playstation 2........und alle anderen Teile für die Playstation3......
In Sachen Horror Amtosphäre ist Sielent Hill den RE Teilen und Evil Within überlegen,das fängt schon bei der Soundkulisse an und hört bei der Geschichte sowie der Präsentation wieder auf, die wesentlich erwachsener war als das was Story Technisch bei Resident Evil abgeliefert wurde.
Xris schrieb am
Erkannt hat geschrieben: ?
16.02.2019 05:02
Xris hat geschrieben: ?
03.02.2019 01:17
Erkannt hat geschrieben: ?
02.02.2019 23:37
Vielleicht sollte man mal wegkommen von diesem "ich möchte ein Spiel das so ist wie [...]". Es ist gar nicht so schwer, etwas gleichwertiges zu zaubern. Kann dann auch meinetwegen Crying Mountains heißen. Aber Konami hats versaut und dabei bleibt es. Deswegen ist aber dieses Setting und die Geschichte nicht gestorben. Es muss nur jemand anderes sie weitererzählen. Dazu braucht man auch keine Markenrechtsstreitereien zu fürchten, wenn man es mit Anspielungen ohne Namensnennung belässt. Effektiv ist es nur die Soundkulisse, die fetzt. Ein Städtchen mit Nebel und seltsamen Monstern bekommt jeder Depp hin.
Ja? Komisch nur das es nicht längst 50zig Copys von SH gibt und ein so olles Spiel neben SH2 immer noch fuer viele der Inbegriff des Genres ist. Trotz aktueller Vertreter mit viel mehr Möglichkeiten.
Es ist ein finanzielles Risiko. Die Erwartungen der begrenzt großen Fangruppe ist zu hoch. Sieht man daran, dass alle Spiele, die sich an so ein Szenario anlehnen dann doch nur belächelt werden.
"Begrenzt große Fanmenge"? Vom Genre oder der Franchise? Die über 5 Millionen Einheiten die so ein RE7 macht sind also fuer dich nicht viel? RE2 wird dies sicherlich wiederholen. Indies haben im Genre auch schon die Millionen geknackt. Und um ein Silent Hill zu machen wuerde ein AA Budget schon reichen. Es ist nicht die Technik sondern Expertise die benötigt wird. Und an der scheitert es einfach.
Dies zu belegen ist nebenbei erwähnt leicht. Denn es gab nach SH2 noch Nachfolger. Teil 3 musste sich schon hinter SH2 anstellen und The Room (das aber immer noch ganz okay war) markierte den vorläufigen Tiefpunkt. Damals kam es mir persönlich so vor als wüsste man bei Konami selbst nicht so recht wie man eigl SH2 entwickelt hat. Soviel zum Thema Geisterstadt + Nebel = fertig ist die Silent Hill Copy.
Die Nachfolger habe ich übrigens Nachfolger sein...
Skippofiler22 schrieb am
Ja, das ist das Risiko. Klar, wer oft den zweiten Teil im Original gespielt hat, der wird sicher nicht das Remake trotz Anpassung an die heutige Konsolen-, Grafikkarten- und Prozessorgeneration nur wegen 20% mehr Inhalt kaufen, sondern sagen: Das Spiel sei seit Teil 7 selbst ein "Zombie".
schrieb am