Test (Pro und Kontra) zu Tell Me Why (Adventure, Xbox One, PC)

 

Test: Tell Me Why (Adventure)

von Alice Wilczynski





Gefällt mir

 

Gefällt mir nicht

Tolle Kulisse   Auf Xbox One etwas träge Steuerung
Realistische Darstellung eines Transgendermanns und weitere interessante Nebencharaktere   Technisch schwache Mimik in emotionalen Momenten
Detektivarbeit rund um Mary Ann Geheimnisse macht neugierig auf mehr   Man erfährt zu wenig über die Protagonisten, wodurch die emotionale Bindung fehlt
Tolles Zusammenspiel von Märchenbuch und Rätseln in Episode 3   Alysons Geschichte bleibt relativ blass


Versionen & Multiplayer

Preis zum Test 30 Euro
Getestete Version PC, Xbox One
Sprachen Englisch, Deutsche Untertitel
Schnitte Nein
Splitscreen Nein

Vertrieb & Bezahlinhalte

Erhältlich über Digital (Xbox Store, Steam)
Online-Aktivierung Nein
Online-Zwang Nein
Account-Bindung Nein
Bezahlinhalte Nein
 

Kommentare

NewRaven schrieb am
Also ich bin nun durch und im Prinzip kann man an dem Titel die gleichen Dinge kritisieren, wie auch schon an LiS 2 - nur das sie hier vielleicht andere Gründe haben. Die teils weder logisch noch emotional nachvollziehbaren "Wendungen" - oft innerhalb eines einzelnen Gesprächs - um irgendwie eine Dramatik zu erzeugen, die dann aber einfach gekünstelt wirkt, die fehlende Zeit, die man der Entwicklung der Nicht-Spieler-Charaktere nicht wirklich einräumt (wenn das auch hier eher der geringen Episoden-Anzahl geschuldet sein dürfte, während es bei LiS 2 wohl eher Absicht war um das Flucht-/Roadtrip-Feeling zu stärken), die vielen Versuche, etwas als "eine große Sache" zu verkaufen, nur um sie dann in einer Nichtigkeit aufzulösen (red herring) oder Dinge, die eigentlich längst klar und offensichtlich sind, so oft zu wiederholen oder konkretisieren, bis sie auch jemand verstanden hat, der beim Spielen mehrfach eingeschlafen ist.
Schlechter als bei LiS 2 fand ich, dass die Entscheidungen quasi allesamt nicht wirklich "wichtig" wirkten - und LiS 2 war da schon merklich schlechter als sein Vorgänger - es gab quasi in allen drei Episoden keinen einzigen Moment, wo ich kurz innehalten musste und drüber nachdenken musste, was ich da jetzt wähle. Das Resultat war meist sehr gut vorhersehbar und die zu erwartende Änderung zu der jeweils anderen Antwort schlicht nicht wirklich groß (auch wenn ich das nur an wenigen Stellen getestet habe), die "emotionale Involvierung" fehlte oft einfach.
Besser war, dass man sich beim Cast wieder auf eine überschaubare und dauerhaft präsente Gruppe an Charakteren beschränkt hat - und wie gesagt, mit etwas mehr Zeit hätten die alle durchaus gut werden können.
Rätsel und Co waren "genretypisch" nicht der Rede wert (und die, die wenigstens etwas anspruchsvoller waren, waren optional), Grafik, Sound und Technik waren eben "typisch LIS" und die Sprecher waren super (naja, bis auf Michael... der klang für meine Wahrnehmung eigentlich durchgehend stoned...
Flux Capacitor schrieb am
Für mich kein Spiel, einfach ein interaktiver Film. Zum abschalten am Abend aber ganz ok, ich mochte aber auch die anderen Spiel-Filme von DontNod.
LeKwas schrieb am
dessoul hat geschrieben: ?
11.09.2020 18:42
Das stimmt. Das allererste, was in der Werbung stand, war "Transgender Charakter". Ich war dann deswegen ein wenig neugierig. Aber obwohl das ständig angesprochen wird, spielt es nicht wirklich eine Rolle in irgend einer Form. Ich fand die Umgebung auch ziemlich harmlos. Alle akzeptieren fast sofort, dass da nicht mehr ein Mädchen steht, sondern ein Typ. Ich bin in der Großstadt aufgewachsen und hab damit leben müssen, dass ich ständig für die kleinste Abweichung von der Norm von irgend welchen Wildfremden Arschlöchern angegangen wurde. Ich hab lange Haare? Irgend ein Fremder macht mich dafür im Bus an. Ich trage einen Pulli von Northdale, weil ich das Universitäts-Logo toll fand und wurde sofort von irgendwelchen Typen als rechte Sau bezeichnet. Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, wo ich ständig ein Messer bei mir tragen musste, weil die Gefahr dauernd da war, dass mich irgend ein Wildfremder versucht anzugehen. Ich sass deswegen bei dem Spiel deswegen da und hab mich dann immer gefragt: und jetzt was?
Die hätten sich das Transgender-Thema auch sparen können: Es hat keinerlei Auswirkungen im Spiel. Nichts von all den Folgen, die so eine Geschlechtsumwandlung nach sich zieht. Die ständigen Hormonkuren, die man mit all ihren Nebeneffekten zu sich nehmen muss, Auswirkungen aufs Sexualleben, feindliche Reaktionen aus dem Umfeld: nichts davon taucht auf.
Man kann das als Vor-oder Nachteil sehen. Es heisst ja auch in den Berichten, dass das Thema Transgender ein Teil des Spiels ist, man aber nicht zu einer Meinung genötigt wird. Ok, warum auch nicht?
Du hast es gut umschrieben, man kann es allerdings auch anders sehen.
Denn einige Transgender-SpielerInnen sind es mittlerweile auch leid bzw. darin übersättigt, dass wenn solche Thematiken in Unterhaltungsmedien auftauchten, sie fast immer als Steilvorlage für Misery Porn (bestehend aus Diskriminierung, psychischen Problemen, etc. pp.) herhalten durften:

In der Hinsicht könnte...
Tas Mania schrieb am
Keine Spoiler:
Eben durchgezockt und kann Alice Meinung fast teilen.
Mich hat teilweise sogar gestört, dass man immer wieder unlogische Dinge eingeführt hat, die eigentlich schon längst klar waren und man es immer wieder vorgekaut hat in der Story. Die Märschen Rätsel wirkten in meinen Augen befremdlich und stellenweise absolut unplatziert. Ich hatte in Tell me why viele Momente wo ich mir einfach nur gedacht habe, wieso was soll der Quatsch? Wo Sie aber wiederum mit realistischen rätseln punkten konnten, weil Sie einfach in die Spielwelt gepasst haben. Die Charaktere werden ganz gut beleuchtet und Aly nimmt sogar den spannendsten Part ein. Aber man verschenkt Potenzial von Aly und reitet auf der Story von Taylor rum, die eigentlich schon in Episode 1 in meinen Augen fertig war.
Tell me why vermittelt wirklich wichtige Dinge in Zusammenhang mit Toleranz,Respekt und Familienzusammenhalt in allen Bereichen.
Das wertet das Spiel enorm auf und man kann über viele schwächen hinwegsehen.
Grafisch gehe ich nicht so hart ins Gericht und finde die Grafik absolut in Ordnung.
Sound technisch hat das Spiel 0 Dramaturgie und schafft es nicht, emotionale Momente einzufangen.
Das Gameplay wirkt sehr aufgesetzt und schafft es mich kaum in die Spielwelt mit einzubeziehen. Ich fühle mich als Spieler immer ausgeschlossen und habe immer, dass Gefühl, meine Entscheidungen haben keinen Einfluss. Ich merke nichts von falschen Entscheidungen.
Telltale Games hat, dass in meinen Augen viel besser hinbekommen.
Tell me why hätte, dass Potenzial durchaus für eine 80er Wertung haben können, aber die Mängel rechtfertigen die Wertung im 60er Bereich.
dessoul schrieb am
Todesglubsch hat geschrieben: ?
11.09.2020 16:27

Vielleicht hatte man auch gehofft, dass man mit dem Trans-Hauptcharakter viele Bonuspunkte bekommt. Will ungern darauf rumreiten, aber das war tatsächlich das erste, was man von diesem Spiel zu hören bekam.
Das stimmt. Das allererste, was in der Werbung stand, war "Transgender Charakter". Ich war dann deswegen ein wenig neugierig. Aber obwohl das ständig angesprochen wird, spielt es nicht wirklich eine Rolle in irgend einer Form. Ich fand die Umgebung auch ziemlich harmlos. Alle akzeptieren fast sofort, dass da nicht mehr ein Mädchen steht, sondern ein Typ. Ich bin in der Großstadt aufgewachsen und hab damit leben müssen, dass ich ständig für die kleinste Abweichung von der Norm von irgend welchen Wildfremden Arschlöchern angegangen wurde. Ich hab lange Haare? Irgend ein Fremder macht mich dafür im Bus an. Ich trage einen Pulli von Northdale, weil ich das Universitäts-Logo toll fand und wurde sofort von irgendwelchen Typen als rechte Sau bezeichnet. Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, wo ich ständig ein Messer bei mir tragen musste, weil die Gefahr dauernd da war, dass mich irgend ein Wildfremder versucht anzugehen. Ich sass deswegen bei dem Spiel deswegen da und hab mich dann immer gefragt: und jetzt was?
Die hätten sich das Transgender-Thema auch sparen können: Es hat keinerlei Auswirkungen im Spiel. Nichts von all den Folgen, die so eine Geschlechtsumwandlung nach sich zieht. Die ständigen Hormonkuren, die man mit all ihren Nebeneffekten zu sich nehmen muss, Auswirkungen aufs Sexualleben, feindliche Reaktionen aus dem Umfeld: nichts davon taucht auf.
Man kann das als Vor-oder Nachteil sehen. Es heisst ja auch in den Berichten, dass das Thema Transgender ein Teil des Spiels ist, man aber nicht zu einer Meinung genötigt wird. Ok, warum auch nicht?
schrieb am