Steam Deck: Valve hat einen Plan gegen Scalper; Newell erwartet Verkäufe im Bereich mehrerer Millionen

 
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Steam Deck: Valve hat einen Plan gegen Scalper; Newell erwartet Verkäufe im Bereich mehrerer Millionen

Steam Deck (Hardware) von Valve Software
Steam Deck (Hardware) von Valve Software - Bildquelle: Valve Software
Die meisten dürften es bereits mitbekommen haben, dass Valve gestern Abend seinen mobilen Spiele-PC Steam Deck angekündigt hat. Dieser Handheld-PC mit Fokus auf den Steam-Store liegt etwa im Formfaktor einer Nintendo Switch. Reservierungen sind ab Freitag, dem 16. Juli (ab 19 Uhr) verfügbar - inkl. Reservierungsgebühr und weiteren Einschränkungen.

Damit sich nicht Bots und Reseller den Großteil davon unter den Nagel reißen, um ihn mit Wucher weiterzuverkaufen, wird in den Einschränkungen bereits folgende Passage erwähnt:

"Warum ist für mich eine Reservierung erst ab Sonntag möglich?
Um die Gefahr von potenziellen nicht-autorisierten Wiederverkäufern zu minimieren und einen fairen Bestellprozess zu garantieren, müssen Kunden, die das Steam Deck innerhalb der ersten 48 Stunden der Verfügbarkeit reservieren möchten, vor Juni 2021 einen Steam-Kauf getätigt haben."

Falls Wiederverkäufer also erst jetzt damit beginnen, in Vorbereitung auf die Vorbestellung massenhaft neue Steam-Accounts anzulegen, dürften sie zumindest damit kein Glück haben. Dies gilt für die ersten 48 Stunden, denn danach wird die Beschränkung aufgehoben. Als zusätzliche Vorbeugung vor Scalpern lässt sich pro Kunde nur ein Exemplar vorbestellen, inklusive einer Reservierungsgebühr von vier Euro, so die FAQ:

"Warum gibt es eine Reservierungsgebühr?
Reservierungen sollen einen geordneten und fairen Bestellprozess für Kunden garantieren, sobald das Steam Deck vorrätig ist. Die Reservierungsgebühr signalisiert uns Ihr Interesse am Kauf des Produkts und übermittelt uns bessere Daten zum Ausgleich der Lieferkette, zum Lagerbestand und zur regionalen Verteilung vor Beginn des Verkaufs.

(...)

Wie funktioniert das Reservierungssystem?
Mit der Reservierung eines Modells werden Sie in eine Warteschlange eingereiht. Kunden werden per E-Mail in der Reihenfolge der Reservierungen benachrichtigt, sobald die Geräte vorrätig sind.

Ab wann kann ich ein Steam Deck bestellen?
Wir planen, Einladungen zur Bestellung ab Dezember 2021 zu versenden. Wir bemühen uns, alle Reservierungen in Bestellungen umzuwandeln, jedoch können wir die Verfügbarkeit nicht garantieren.

Kann ich meine Reservierung stornieren?
Ja, Sie können Ihre Reservierung auf dieser Seite stornieren. Wenn Sie innerhalb von 30 Tagen stornieren, erhalten Sie Ihre Rückerstattung über die von Ihnen verwendete Zahlungsmethode. Wenn Sie nach 30 Tagen stornieren, wird Ihre Reservierungsgebühr über Ihr Steam-Guthaben zurückerstattet.

In welchen Regionen kann ich das Steam Deck reservieren?
Kunden in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, der Europäischen Union und dem Vereinten Königreich können ein Steam Deck reservieren. Informationen zur Verfügbarkeit in weiteren Regionen folgen in Kürze.

(...)

Was geschieht mit meiner Reservierungsgebühr, wenn ich mein Steam Deck nicht rechtzeitig bestelle?
Ihre Reservierungsgebühr wird vollständig zurückerstattet. Wenn Sie innerhalb von 30 Tagen Ihrer ersten Reservierung eine Rückerstattung anfordern, erhalten Sie diese über die von Ihnen verwendete Zahlungsmethode. Wenn Sie die Rückerstattung 30 Tage nach Ihrer Reservierung anfordern, wird Ihnen die Reservierungsgebühr über Ihr Steam-Guthaben zurückerstattet.

Unterliegen Nutzer Einschränkungen für die Bestellung des Steam Deck?
Ihr Steam-Account muss sich in einem zulässigen Land befinden. Um in den ersten 48 Stunden der Verfügbarkeit ein Modell reservieren zu können, darf Ihr Account außerdem nicht negativ aufgefallen sein und muss vor Juni 2021 einen Einkauf auf Steam getätigt haben.

(...)

Ist die Reservierungswarteschlange regional?
Ja, die Reservierungswarteschlange und erwarteten Verfügbarkeitszeiträume für Bestellungen sind in jeder Region unterschiedlich.

Kann ich mich für ein anderes Modell entscheiden, wenn mein reserviertes Modell zur Bestellung verfügbar ist?
Nein. Sobald Sie das Steam Deck bestellen können, können Sie nur das von Ihnen reservierte Modell kaufen.

Wann wird der vollständige Betrag für mein Steam Deck abgebucht?
Sobald Ihr reserviertes Steam Deck verfügbar ist und Sie Ihren Einkauf abgeschlossen haben, wird der Betrag abgebucht.

Wird die Reservierungsgebühr auf den Kaufpreis des Steam Deck angerechnet?
Ja."

Valves Präsident und CEO Gabe Newell bezeichnete die Preisgestaltung für die Modelle des Steam Deck gegenüber IGN übrigens als "sehr aggressiv". Es sei einer der kritischen Faktoren im Mobilbereich, die richtige Balance zwischen Leistung und Preis zu finden. Zuallererst habe man bei Valve zwar auf eine flüssige Performance geachtet, der Preis sei aber ein zweiter wichtiger und "schmerzhafter" Aspekt beim Hardware-Design gewesen.



Mit dieser Balance sieht Newell gute Chancen, Stückzahlen im mehrfachen Millionenbereich abzusetzen. Erste Erfahrungen im direkten Verkauf von Hardware sammelte das Unternehmen bereits mit dem Steam Controller oder auch dem VR-Headset Valve Index. Bei Letzterem mangelte es im Rahmen der Pandemie und ihrer Lieferketten-Probleme allerdings fast durchgehend an Nachschub. Newell erläutert zum Steam Deck:

"Unsere Sicht ist, wenn wir dies richtig angehen, werden wir sie im Bereich von mehreren Millionen Einheiten verkaufen, und es wird sicherlich eine neue Produktkategorie etablieren, an der andere PC-Hersteller und wir teilnehmen werden können. Und das wird langfristige Vorteile für uns bringen."
Quelle: Steam, Youtube-Auftritt IGN

Kommentare

Halueth schrieb am
Ich denke Grafikkartenhersteller haben da auch weniger Bedenken, da für die jede verkaufte GPU eine gute GPU ist. Das Geld bekommen sie auch von einem Scalper und da ist es bei diesen auch egal, ob die GPU noch irgendwo Monate im Keller versauert bis mal ein tatsächlicher Endkunde sie bekommt und auch nutzt. Ein GPU-Hersteller hat eben keine Softwareseitigen Einnahmen, anders als Sony oder MS, welche sich scho etwas um das Minimieren von Scalping sorgen sollten. Warum diese das nicht machen, bleibt wohl den interenen Strategien vorbehalten -.-
Valve hat natürlich ein Interesse daran, dass möglichst viele Endkunde das Steam Deck nutzen und entsprechend neue Software dafür kaufen, man nimmt man mit jedemSoftwarekauf auch wieder ein. Es könnte aber auch sein, dass sie die aktuelle Situation richtig erkannt haben, nämlich dass das Scalpingproblem derzeit vielfach in den Medien ist und man eine positive Außendarstellung erreichen kann, in dem man etwas gegen Scalping des eigenen Produkts unternimmt. Vermutlich wird beides etwas zutreffen. Wir werden halt nicht erfahren, wie der Vorbestellungslaunch gelaufen wäre, wenn PS5, XSX und so ziemlich alle GPU's nicht von Scalping betroffen wären.
Der Launch der Index lief allerdings noch anders...
Knarfe1000 schrieb am
Fanatec hat es mit der neuen CLS DD Base ähnlich gemacht. Aufteilung in drei Chargen (Bestandskunden, Leute mit Account, alle anderen). Vorbestellung von nur einem Gerät pro Account.
Auch da gab es vorher starke Bedenken, ob das klappen würde und ob es fair wäre.
Hat wunderbar funktioniert. Es gibt also sehr wohl Möglichkeiten, Scalping zumindest deutlich zu erschweren.
Die GraKa-Hersteller haben das aber anscheinend nicht nötig, bekommen ja schließlich auch ein dickes Stück vom Kuchen ab.
Halueth schrieb am
PickleRick hat geschrieben: ?19.07.2021 11:57
Amos_117 hat geschrieben: ?16.07.2021 13:09 Vorbestellen werde ich nicht. Ich habe eine Oculus Quest 2 als mobile Konsole. Die Leute in der Strassenbahn sind zwar genervt und ich hatte auch schon mehrere Schlägereien. Auch bin ich auch schon aus dem Zug gefallen, da ich grundsätzlich ohne Guardian in der Strassenbahn spiele, aber noch eine mobile Konsole ist einfach unnötig :-)
Du scherzt?
Du hattest mehrere Schlägerein, weil Du im ÖPNV mit einer VR-Brille spielst?
Natürlich scherzt er...
PickleRick schrieb am
Amos_117 hat geschrieben: ?16.07.2021 13:09 Vorbestellen werde ich nicht. Ich habe eine Oculus Quest 2 als mobile Konsole. Die Leute in der Strassenbahn sind zwar genervt und ich hatte auch schon mehrere Schlägereien. Auch bin ich auch schon aus dem Zug gefallen, da ich grundsätzlich ohne Guardian in der Strassenbahn spiele, aber noch eine mobile Konsole ist einfach unnötig :-)
Du scherzt?
Du hattest mehrere Schlägerein, weil Du im ÖPNV mit einer VR-Brille spielst?
Triadfish schrieb am
Gabe muss dringend mal zum Barbier :lol:
schrieb am