L.A. Noire
USK: 16

Vorschau: L.A. Noire

So testet 4Players
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Autor:
Jörg Luibl

Was steckt hinter der mörderischen Reise ins Los Angeles der 40er Jahre? Ein packender Thriller für Erwachsene in offener Welt? Die glaubwürdigste Mimik der Spielegeschichte? Bisher wurde die interessante Mischung aus Detektiv-Adventure und Film Noir nur präsentiert. Jetzt konnten wir erstmals selbst spielen.
Stadt der toten Engel

Video: Ein Blick auf die spektakuläre Technik: So werden die virtuellen Gesichter lebendig.
Die Frau wurde übel zugerichtet. Sie liegt voller Blut in einem Hinterhof von Los Angeles. Ein Straßenpolizist und ein paar Kollegen sind schon da, sichern den Tatort und geben mir kurz einen Überblick. Gab es Zeugen? Wer hat die Leiche wann gefunden? Ich gehe ganz nah ran, beuge mich über sie, um meinen Blick mit dem Analogstick über ihren verstümmelten Körper schweifen zu lassen. Ein gewöhnlicher Mord ist das jedenfalls nicht. Ich suche nach Spuren, kann alles genau anschauen, drehen und wenden.

Was bedeuten z.B. die Buchstaben "BD" auf ihrem Bauch? Ich gehe näher ran, spüre einen Schütteln, drücke kurz einen Knopf und schon wird das Ganze automatisch in meinem Notizbuch als Hinweis vermerkt. Dann nehme ich ihren linken Arm, drehe ihn vorsichtig und schaue mir die Hand und einzelne Finger genauer an - da fehlt ein Ring! Das ist schon die zweite Frau, die derart misshandelt wurde. Mittlerweile spricht man im Dezernat vom "Werwolf-Killer". Gibt es wirklich einen Zusammenhang oder handelt es sich nur um einen Trittbrettmörder?

Mörderische Inspiration

Am Tatort kann man alles drehen und wenden: Wer steckt hinter den bestialischen Frauenmorden in Los Angeles?
Die Entwickler von Team Bondi (The Getaway ) haben sich für ihren Thriller von einem bis heute ungelösten Frauenmord der späten 40er Jahre inspirieren lassen. Unter dem Titel "Black Dahlia" wurde der mysteriöse Stoff bereits filmisch (2006 von Brian de Palma) und literarisch (1987 von James Ellroy) behandelt. Und man merkt dem Spiel vom verrauchten Hauptmenü bis hin zum eleganten Hut die akribische Recherche der Hintergründe an: Die Stadt der Engel wirkt von der Architektur bis hin zur Mode überaus authentisch.

Die Kulisse ist stilvoll und ansehnlich. Die einzelnen Schauplätze werden allerdings nicht so detailliert dargestellt wie etwa in Heavy Rain , was Interieur und Umgebung angeht - das macht aber nichts. Meist werden die eher durchschnittlich designten Hintergründe weich gezeichnet, während die hervorragend inszenierten Hauptdarsteller mit ihren fotorealistischen Gesichtern scharf im Vordergrund agieren. Aber die schönen Oldtimer und schnieken Anzüge können nicht darüber hinweg täuschen, dass es unter der Oberfläche der Stadt gärt. 

            

Kommentare

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  • superboss schrieb:
    catweazel schrieb:
    superboss schrieb:
    Bei RDR war 4p sogar noch zu gnädig. Sie haben zwar leicht die Shooterlastigkeit kritisiert, aber sie sind kaum auf das sehr simple und nach kurzer Spielzeit fast automatische mark
     [...]
    superboss schrieb:
    catweazel schrieb:
    superboss schrieb:
    Bei RDR war 4p sogar noch zu gnädig. Sie haben zwar leicht die Shooterlastigkeit kritisiert, aber sie sind kaum auf das sehr simple und nach kurzer Spielzeit fast automatische mark & execute System eingegangen. Und du hast Recht damit, dass die Missionen, die das einzig wirklich "bedeutende" in diesem "Storygame" darstellten, doch recht ähnlich und wenig variantenreich waren. Aber rockstar allgemein hatte schon immer "leichte" Probleme mit der Shooter Mechanik. Man darf ja nicht vergessen , dass erst Gta4 mehr oder weniger ein Third Person Shooter wurde. und auch dort hat man ohne das extreme Auto Aiming in vielen missionen keine Chance.
    ja, das war auch eines der größten probleme seit gta 4 (wenn nicht noch seit gta 3). das autoaiming hatte ich in RDR komplett ausgeschaltet und ich konnte es so durchspielen, bei gta 4 gab es eine "escort" mission, wo ich es aktivieren musste, da ich die mission sonst nicht geschaft hätte. aber ganz ehrlich, das spiel war nicht sonderlich gut aber the getaway hatte ein verdammt gutes und einfallsreiches 3rd person zielsystem: die kamera ist sehr nah an die rechte schulter des charakters rangefahren und man hat sozusagen mit kimme und korn gezielt, keine fadenkreuzeinblendungen. sowas wünsche ich mir in gta. nun ja, zumindest LA noir wird ja leider wieder auf das altbewehrte zurückgreigen. ;)
    The Getaway hab ich gar nicht gespielt. Und Ob Kimme und Korn oder normales , leichtes Auto Aim mit Fadenkreuz ist mir eigentlich egal. Nur bitte nicht wieder super automatic aiming ohne Alternative :roll: . Aber du hast echt RDR komplett ohne durchgespielt? Ich habs auch versucht, das Ganze nicht zu benutzen, wie ich es zb bei Blood stone oder SC Conciction gemacht hab. Oder halt größenteils bei GTA 4. War mir aber zu stressig und in meinen Augen auch teilweise kaum schaffbar und dann hab ich es halt gelassen. Und ein paar Stunden Später (ca 50 % geschafft) ganz aufgehört, weil es mir zu langweilig wurde und auch der Rest des Spieles (schöne aber ein bisschen leere Open World, unwichtige Nebenaufgaben, unspektakuläres Reiten) das nicht ausgleichen konnte.
    Habe RDR auch komplett ohne Auto-Aim durchgespielt und das war wirklich nicht sonderlich schwer.
  • Das is wieder so ein Spiel wo ich denke.. warum nicht auch für PC :(
  • Ich gebe Jörg recht, dass zumindest Bars, Kneipen und andere Informations- und Ermittlungsrelevante Schauplätze storytechnisch integriert sein müssen, ansonsten macht die Open World nur wenig Sinn. Aber ob man neben den Quest bzw. den Fällen in eine Kneipe gehen kann um zu darten oder Billard zu  [...] Ich gebe Jörg recht, dass zumindest Bars, Kneipen und andere Informations- und Ermittlungsrelevante Schauplätze storytechnisch integriert sein müssen, ansonsten macht die Open World nur wenig Sinn. Aber ob man neben den Quest bzw. den Fällen in eine Kneipe gehen kann um zu darten oder Billard zu spielen, oder sich in einem Laden einen neuen Hut kaufen kann, ist nebensächlich und für das Spiel eigentlich nicht relevant. Aber eben auch typisch Jörg, dass er so etwas bei einem solch komplexen Spiel bemängelt. Gleiches gilt für die Kritik am wortkargen Protagonisten beim Untersuchen kleinerer Hinweise am Tatort. Das Spiel umfasst fast 50 Stunden Dialogmaterial, irgendwann ist dann auch mal Schluss. Die Figur kann nicht auf jedes noch so kleine Objekt reagieren. Bei Jörg habe ich oft den Eindruck er sieht das Potential und will dann die eierlegeden Wollmilchsau. Wäre ja nicht das erste mal, dass ein eigentlich gutes Spiel an seinen manchmal überzogenen und teilweise auch überhaupt nicht nachvollziehbaren Maßstäben "scheitert". So lesenswert die meisten seiner Reviews und Kommentare vielleicht sein mögen, um so unverhätnismäßiger sind so oft auch seine Schlussfolgerungen und letztendlich das Ergebnis. Wirklich Sorgen mache ich mir nur um die Ermittlungs-Mechanik. Billiges "Rumble-Suchen" nach Beweismitteln und A-B Kombination wären ein echter Dolchstoß für diesen eigentlich vielversprechenden Titel. Ich möchte mir auch an einigen Fällen die Zähne ausbeißen. Cleveres Kombinieren und knackige Rätsel sind und bleiben inhaltlich das Wichtigste. Ein zu leichter Schwierigkeitsgrad würde den ganzen Aufwand drum herum ad absurdum führen. Dann brauch es auch keine Verhöre samt genialer Mimik. Hier und nur hier kann L.A. Noire scheitern. Ich weiß nicht woran Jörg einen Film Noir ausmacht, aber wozu braucht es ein latentes mysteriöse Dunkel, dass über allem schwebt? Lustig was viele Menschen für sich als Film Noir definieren. Das sind oft die gleichen Leute die beim Blade Runner von einen Scifi-Klassiker sprechen aber eben verkennen, dass es sich ausgerechnet hier um einen klassischen Film Noir handelt. Ähnlich sieht es auch bei L.A. Confidential aus. Der trotz Setting weniger Noir, als viel mehr mehr klassischer Detective Thriller mit Neo-noir Elementen ist. Vielleicht sollte man bei der Bewertung des Noire in L.A. Noire weniger die Wikipedia Definition zugrunde legen, als zu aller Erst ein mal die Vielschichtigkeit dieses Begriffs und Genres zu erkennen. Film Noir ist weit mehr als Schwarz/ Weiß und ein knurriger Bogart.

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