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Zehn Jahre PS2

 

Am Donnerstag, den 23. November 2000 war es endlich auch bei uns soweit: Die PlayStation 2 stand in den Läden! Der Ansturm war wie zuvor in Japan (März 2000) und Nordamerika (Oktober des Jahres) gigantisch - und das trotz des herben Verkaufspreises von anfangs 869 DM! Der aus privater Hand kurzzeitig sogar nochmals nach oben ging, denn Sony hatte mit erheblichen Lieferengpässen zu kämpfen - was von der Sega-Konkurrenz noch mit hämischen Anzeigen bedacht wurde. Doch Sony hatte den letzten Lacher auf seiner Seite, denn nicht mal ein halbes Jahr später verkündete Sega, dass man die Produktion der erfolglosen Dreamcast einstelle.

Das Startaufgebot der PS2 war nach all den Versprechungen von Sony, nach all den faszinierenden Techdemos und den Möglichkeiten, welche die »Emotion Engine« getaufte CPU zu versprechen schien... durchwachsen. Ja, Tekken Tag Tournament und Ridge Racer 5 waren toll, auch Time Splitters und SSX kaum zu verachten, aber unter den knapp 30 Spielen tummelte sich auch kaum vorzeigbarer Quark wie FantaVision oder Wild Wild Racing. Der Racer, auf den die Spielewelt wirklich wartete, Gran Turismo 3, sollte erst im April 2001 quietschend auf der Konsole zum Stehen kommen. Und den Leuten erstmals wirklich zeigen, was die PS2 so alles draufhatte.

Auf dem Papier hatte die PS2 einen schweren Stand gegen die Dreamcast, gerade der mit 4MB erschreckend mickrig dimensionierte Video-RAM schien grafisch aufwändige Spiele nahezu unmöglich zu machen. Technische Spezifikationen sind aber eine Sache, findige Entwicklung ist eine andere. Und so soll die PS2 bis heute eine der am komfortabelsten und resourceneffizientesten zu programmierenden Konsolen überhaupt sein. Eines konnten aber auch die cleversten Entwickler nicht aus der Welt schaffen: Die Abwesenheit von Hardware-Anti-Aliasing, was der PS2 mit ihren Polygontreppchen schnell den Ruf einer Flimmerkiste einbrachte.

Sony sicherte sich früh in der PS2-Entwicklung die Exklusivrechte an Spiele- und anderen Serien - ein gerissener Schachzug, der fraglos seinen Teil zum Siegeszug der Konsole beitrug und ihr diverse Spitznamen einbrachte: Sie war z.B. die Rennspielkonsole (nur hier gab es offiziell lizenzierte F1- und WRC-Games), die Fußballkonsole (kein Ballfreund kam an PES vorbei) - und natürlich die GTA-Konsole. Das anfangs entweder belächelte oder missverstandene GTA 3 entwickelte sich schnell zur Killer App, der letzte Teil der GTA 3-Trilogie (Grand Theft Auto: San Andreas) ist mit weltweit mehr als 17,3 Millionen verkauften Exemplaren das erfolgreichste PS2-Spiel überhaupt.

Man darf auch nicht vergessen, dass sie PS2 die erste Konsole war, die Partyspaß massentauglich machte: Zwar gab es schon früher Bewegungssteuerung, diese Entwicklung geht bis in Mega Drive-Zeiten zurück, aber erst EyeToy war das erste wirklich gut funktionierende Bewegungserfassungssystem. Und egal wie nervend man es mittlerweile finden mag: SingStar hat den Karaoke-Spaß nach Hause gebracht.

Technisch war die PS2 ihrer Zeit in mehrfacher Hinsicht voraus: Es gab USB-Anschlüsse, über die externe Peripherie angeschlossen werden konnte und einen optischen Digitalausgang für echten Raumklang. Zwar nicht in Echtzeit (richtiges Dolby Digital gab es nur in vorberechneten Zwischensequenzen), aber trotzdem ein wichtiger Schritt, der erst von der Xbox weitergegangen wurde. Der wichtigste Durchbruch mag aus heutiger Sicht trivial erscheinen, aber er verhalf der PS2 zu einer Eroberung des Wohnzimmers: Der eingebaute DVD-Player. Wie später auch die PS3 mit Blu-ray war die PS2 nicht nur eine formidable Konsole, sondern auch eines der preisgünstigsten Abspielgeräte für Filme!

All das sorgte dafür, dass sich die PS2 schnell zur Vorzeigekonsole mauserte - und warum auch nicht? Die Dreamcast war schnell vernichtet, die weitere Konkurrenz in Form des GameCube (Release: September 2001 in Japan, Mai 2002 in Europa) oder der Xbox (Release: November 2001 in den USA, März 2002 in Europa) sollte noch eine Weile auf sich warten lassen. Dennoch lief nicht alles wie am Schnürchen, gerade langfristig präsentierte Sony einen bemerkenswerten Mangel an Flexibilität: Zum einen war da das Debakel um die Festplatte, die lediglich in Japan und den USA veröffentlicht wurde - und es sehr wenig Spiele gab, welche sie überhaupt nutzen konnten. Auch der Online-Adapter war ein gewaltiger Griff ins Klo, was nicht nur an den gefühlten zwei Titeln lag, die ihn überhaupt unterstützten. Im Vergleich zum komfortablen Xbox Live-Konkurrenz gab es hier keinen einheitlichen Login, so dass man sich für jedes Spiel separat einen Account zulegen musste.

Was die PS2 im Nachhinein so besonders bemerkenswert macht, ist der grafisch und spielerisch extreme Unterschied zwischen den Starttiteln und den Spielen im späteren Lebenszyklus. Stellt man allein Tekken Tag Tournament und Tekken 5 nebeneinander, könnte man vermuten, es hier mit zwei unterschiedlichen Konsolengenerationen zu tun zu haben. Aber niemand hätte es anfangs für möglich gehalten, dass auf der PlayStation 2 jemals (in jeder Hinsicht) Hammer-Titel wie God of War, Shadow of the Colossus, Gran Turismo 4 oder Soul Calibur 3 möglich wären!

All das und noch viel mehr lässt sich eigentlich am einfachsten in einer Zahl zusammenfassen: 147,6 Millionen. Das ist die Zahl der weltweit verkauften PS2 - knapp anderthalb mal so viel wie ihr Vorgänger (102 Millionen), etwas weniger als alle bislang verkauften PS3, 360 und Wii zusammen (162 Millionen). Und in Japan ist sie trotz aller Neuentwicklungen nach wie vor die meistgespielte Konsole überhaupt. Herzlichen Glückwunsch, altes Haus!

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Entwickler: 4Players
Publisher: 4Players
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