Psychonauts 2 - Test, Plattformer, PC, Xbox Series X

 

Test: Psychonauts 2 (Plattformer)

von Jan Wöbbeking



Psychonauts 2 (Plattformer) von Microsoft
Wahnsinnig charmant
Publisher: Microsoft
Release:
25.08.2021
25.08.2021
25.08.2021
25.08.2021
25.08.2021
25.08.2021
25.08.2021
Spielinfo Bilder Videos
Hüpf-Ausflüge in fremde Gehirne, wild verzerrte Gedankengebilde und viel, viel englisch vertonter Humor: All das und mehr bekommen Freunde psychedelischer Action-Plattformer derzeit in Psychonauts 2 geboten – im Rahmen des Xbox Game Pass sogar frei Haus. Wir überprüfen, ob die fünf Jahre seit der Crowdfunding-Kampagne Tim Schafers Baby gut getan haben oder eher nicht.

Überaus bunte Psyche

Nach dem Kickstarter-Erfolg von Yooka-Laylee witterte auch Schafer seine Chance, den eigenen Fan-Liebling fortzusetzen – und „3D-Action-Adventures mit Farben und Humor" weiteren Aufwind zu verschaffen. So viel sei vorweggenommen: An Farben mangelt es dem Spiel ganz gewiss nicht! Auch der Humor wird hier zwischen den Kämpfen überaus üppig eingestreut. Viele flapsige Kommentare zwischen den Hauptfiguren und in zahlreichen Zwischensequenzen sorgen auf Anhieb für dieses typische „Premium-Gefühl“, das sich auch bei Double Fines älterem Projekt Brütal Legend einstellt.

Die erzählerischen Inzenierung der wilden Geschichte erweckt immer wieder den Eindruck, zur Hauptfigur eines professionellen Animationsfilms zu werden. Im Gegensatz zu Teil 1 haben sich Double Fine und Publisher Microsoft diesmal aber eine deutsche Synchronisation der zahlreichen Dialoge gespart. Stattdessen gibt es lediglich deutsche Texte und Untertitel.

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Die erste Mission fühlt Dr. Lobotos Psyche auf den Zahn.
Die erste Mission fühlt Dr. Lobotos Psyche auf den Zahn.
Die Geschichte knüpft chronologisch an den Vorgänger von 2005 und das VR-Adventure Psychonauts in the Rhombus of Ruin aus dem Jahr 2017 an. Neulinge dürften sich nach einem kurzen Rückblick zunächst ausgiebig am Kopf kratzen, wenn der zwischen Genie und Wahnsinn schwankende Schwall über ihre Auffassungsgabe hinweg schwappt. Unser Tipp lautet: Einfach nicht von der Vielzahl an Figuren und Nebengeschichten überwältigen lassen – denn der entscheidende Ausgangspunkt der Handlung wirkt gar nicht so komplex, wie es zunächst scheint.

Nach der Rettung des großen Vorsitzenden der Psychonauten, Truman Zanotto, muss die Organisation einem geheimen Auftraggeber auf die Schliche kommen. Bösewicht Doktor Loboto hatte Truman in sein Unterwasserversteck im „Rhombus of Ruin“ entführt und mit einem Serum seine Erinnerungen gelöscht. Innerhalb der Organisation für hellseherische Spionage nimmt aber niemand den brabbelnden Doc für voll. Es muss also einen deutlich weniger debilen Hintermann geben. Dieser spukt schließlich schon im frühen Spielverlauf in Lobotos Visionen herum. Sogar die eigentlich für tot erklärte, hochgefährliche Maligula könnte eine Rückkehr planen und die Welt ins Unglück stürzen, wenn an den Visionen etwas dran ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Suche nach Maligulas legendärem Gegenspieler Ford Cruller, der sich dank Teleportationsfähigkeiten gleich an zahlreichen Orten des Hauptquartiers herumtreibt.

Praktikant gesucht

Ist jemand zu Hause? Agent Ford Cruller erweist sich als wortwörtlich zerstreut.
Ist jemand zu Hause? Agent Ford Cruller erweist sich als wortwörtlich zerstreut.
Hier kommt der junge Praktikanten-Held Razputin „Raz“ Aquato ins Spiel: Nach Ungereimtheiten wie einem Hirn-Diebstahl macht er es sich zur Aufgabe, nicht nur schnöde Hol- und Bringe-Quests abzuklappern, sondern die Organisation nach dem Maulwurf zu durchkämmen. Nach und nach erschließt sich dabei der Zugang zu neuen Gebiete wie den Wald vor der Tür, in dem Raz auf seine Akrobaten-Familie trifft. Ein Teil der Verwandschaft hegt noch einen Groll gegen den verlorenen Sohn. Warum muss er auch ausgerechnet mit jenen verfluchten PSI-Kräften experimentieren, vor denen die Legende doch so eindringlich warnte?

Die Zirkus-Kunststücke des jungen Helden und übersinnliche Fähigkeiten helfen ihm aber bei mannigfaltigen Gelegenheiten weiter. Beim Hüpfen, Grinden oder einem Schwebeflug etwa entfaltet sich ein herrlich entspannter, aber trotzdem fordernder Rhythmus. Die Randbereiche der Areale sind zwar nicht ganz so perfektionistisch ausbalanciert wie etwa in Marios 3D-Titeln – der Rest wirkt aber erfreulich rund - vor allem nach etwas Gewöhnung ans Management der Fähigkeiten auf dem Controller. Vorm PC darf man alternativ auch Maus und Tastatur benutzen. Schon die Außenwelt bietet skurrile Akrobatik-Herausforderungen wie Baumstümpfe auf einem aufwärts fließenden Wasserfall. Dazu gesellen sich versteckte Durchgänge, die mit den Flammen der Pyrokinese abgefackelt werden oder kleine Puzzle-Einlagen. Letztere erfordern z.B. das Tragen schwerer Zahnräder per Pyrokinese zu einer defekten Seilbahn.

Kommentare

Khorneblume schrieb am
Ich fand die Länge genau richtig. Einzig ein bisschen kurzzeitigen Leerlauf hätte man vermeiden können. Aber ja, das Ende war perfekt. Hätte die 90% durchaus verdient.
monthy19 schrieb am
Bin jetzt kurz vor Schluss.
Am Ende ist es ein nahezu perfektes Spiel.
Was mich aber ungemein stört, ist die Länge.
Es zeiht sich nach einer Zeit doch schon noch enorm. Das hätte man besser lösen können.
Was jetzt nicht abwertend sein soll. Die Level sind fantastisch. Die Bosse super geil. Die Geschichte, richtig gut.
Aber 5 Stunden weniger, wären am Ende mehr gewesen.
Trotzdem ist es am Ende nah an der 90%.
Todesglubsch schrieb am
Sir Richfield hat geschrieben: ?03.09.2021 15:06 Gab es da nicht in der Zwischenzeit Patches, die den etwas entschärft haben?
Ach Mensch, und ich dachte, ich wurde über die Jahre einfach geschickter :(
schrieb am