Quake: IDs Meisterwerk - Special

 

Special: Quake (Shooter)

von Benjamin Schmädig



Quake: IDs Meisterwerk feiert Jubiläum
IDs Meisterwerk
Entwickler:
Publisher: ZeniMax
Release:
22.06.1996
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Spielinfo Bilder Videos

Als mich Trent Reznors kreischender Lärm durch steinige Hallen an metallen Verschlägen entlang trieb, habe ich einen Höhepunkt der Videospiele erlebt, zu dem es bis heute keinen Gleichen gibt. Quake ist eine ebenso rohe wie filigran ausdefinierte Naturgewalt, die ihrem Namen vollends gerecht wird – auch wenn das Spiel in fast keiner Form dem entspricht, das es ursprünglich hätte sein sollen...



Groteske Schönheit

Als würde die Dunkelheit über das Licht herrschen statt umgekehrt: Der in Ecken gedrängte Schein schwacher Fackeln erzeugt mehr Unbehagen als Sicherheit auszustrahlen. In der Ferne schleift ein buckeliges Monster, durch die Schatten dicker Pfeiler kaum zu erkennen, seine Kettensäge wie einen Sack Steine hinter sich her. Dass es nicht der einzige Wächter ist, der dort lauert, liegt genauso in der Luft wie das Amen uralter Kirchen.

Und dann öffnen sich die Türen. Groteske Kreaturen brüllen aus allen Richtungen, mit Sprengstoff gefüllte Behälter poltern über den Boden und 20 Zentimeter lange Nägel donnern wie Kanonenkugeln aus einem Schnellfeuergewehr, während sich ein helles Klopfen mit unnachgiebiger Monotonie in meinen Kopf hämmert.

Wenn ich an Quake denke, dann immer zuerst an diese starke Anderswelt, eine von Lovecraft inspirierte Collage aus Fantasy und Science-Fiction. Eine vom Horror verzerrte Romantik, die mich vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen hatte.

Tentakel und Türen

Die Umgebung schiebt mich ja nicht an kurzen Höhepunkten vorbei. Vielmehr läuft man in verwinkelten Hallen und Fluren umher, deren Türen man in der Rolle des Einzelkämpfers Ranger erst öffnen muss. Immer wieder gehen dabei versteckte Zellen auf, aus denen angriffslustige Kreaturen treten oder springen. Klappen geben neue Wege frei, Teleporter dienen sowohl Monstern als auch dem Ranger als Transportwege. So lebt die Umgebung auf eine unlogische und banale, gleichzeitig aber ungemein vereinnahmende Weise, weil man relativ lange in einer sich ständig verändernden Kulisse gefangen ist, bevor man endlich den Ausgang erreicht.

Noch schlurft dieser Oger nichtsahnend durch den dunklen Gang...
Noch schlurft dieser Oger nichtsahnend durch den dunklen Gang...
Das auf wenige Farben reduzierte Artdesign tut sein Übriges. Das ständige Wabern, Kratzen und Stöhnen sowieso. Und die Erzählung gibt hier nur den Rahmen vor, während die eigentliche Bedrohung trotz der ebenfalls bei Lovecraft entliehenen Shub-Niggurath so vage bleibt wie die Schauplätze, an denen man die von der Tentakeldame befohlenen, titelgebenden Quake bekämpft. So hat die Fantasie alle Freiräume, um das verstörende Szenario mit Leben und Schrecklichkeit zu füllen.
"NIN"

Ganz besonders erzeugt dabei der von Nine Inch Nails geschriebene Soundtrack eine Atmosphäre, die bis heute ihresgleichen sucht. Ob er brütend im Hintergrund lauert, minutenlang an- und abschwillt oder im Menü schon mit wuchtigen Gitarren den Rhythmus vorgibt: Für mich ist diese Musik ähnlich einzigartig wie Akira Yamaokas erstes Silent Hill. Ein ebenso bezaubernder wie verstörender Ausflug in das Reich grotesker Fantasy.

Ihr wollt die auf GOG oder Steam erhältliche Version mit Musik spielen, obwohl das aufgrund der damaligen Vertragsbedingungen nur für auf CD-ROM ausgelieferte Versionen vorgesehen ist? Informationen dazu findet ihr u.a. in entsprechenden Anleitungen auf Steam; wichtig sind diese und diese.
Zustande kam diese Kooperation übrigens, weil die Musiker von Nine Inch Nails große Doom-Fans waren – offenbar lieferten sich die Bandmitglieder zwischen den Gigs ausufernde Deathmatch-Partien. Als Frontmann Trent Reznor und id Software irgendwann zusammenkamen, stand einer Zusammenarbeit daher wenig im Weg, wobei Reznor gleich noch das Grunzen des Rangers ein“sprach“ und das Kürzel NIN auf Munitionskisten mit... nun... buchstäblichen Nine Inch Nails gepappt wurde.
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Kommentare

Gamer81 schrieb am
Quake 1 war der beste Teil, bei der heutigen doom/id tech engine läuft mir das Wasser im Mund zusammen bei dem Gedanke quake oder noch besser endlich mal wieder Hexen in dem Stiel zu sehen :)
Knarfe1000 schrieb am
Mein erster PC hat samt Monitor, Tastatur und Maus damals (1995) fast 4000 Mark gekostet. Inflationsbereinigt wären das heute locker 4000 Euro.
Mit den 4000 DM war es jedoch noch nicht getan, weil ich ein Jahr später unbedingt noch eine Voodoo 1 haben musste (für 400 DM glaube ich). Das war die kurze Zeit der zwei Grafikkarten in einem System. Wobei man wirklich sagen muss, dass der Unterschied mit einer 3DFx-Karte schon phänomenal war.
MrLetiso schrieb am
nauigator hat geschrieben: ?24.06.2021 12:44 Ja, in der Tat krass. Vor allem meine damalige Bereitschaft, (Unsummen an) Geld für PC-Hardware auszugeben. Ich hatte das Roland Sound Canvas für 400,- DM eingebaut. Und das nur, um bei DOOM (1) die E-Gitarren im Soundtrack zu hören. Total bekloppt!
Okok, zu Deiner Verteidigung: Das Feature "Sound" bzw. "echte Musik" war ja damals in Spielen alles andere als selbstverständlich. Als ich damals, zusammen mit dem Upgrade auf CD-ROM, auch das erste mal eine Sound"karte" in Aktion gehört habe, war das schon fast ein lebensveränderndes Erlebnis :D Und gerade, wenn man sieht, wie sehr das reine Audioerlebnis, gerade in den Prä-2000er Jahren, wirklich noch etwas neues bzw. ein Erlebnis war, das man spürbar (!) upgraden konnte... fällt das doch einfach nur in den Bereich Enthusiasmus :mrgreen:
Im Verhältnis ist der Betrag zu TERAAAFLOOOP-Upgrades heutzutage ja fast schon... marginal.
nauigator schrieb am
MrLetiso hat geschrieben: ?23.06.2021 20:24
nauigator hat geschrieben: ?23.06.2021 19:26
MrLetiso hat geschrieben: ?23.06.2021 14:48
Moment - Du hast 16MB RAM in Deinen 486er geprügelt? Ich dachte, 8 MB war Maximum :D
Ich hatte 16MB drin. Ganz sicher. Ich weiß es noch, da mir mein damaliger Schrauber die 16MB zum Schnäppchen von 800,- DM (50,- je MB) angeboten hatte. Regulär hatte das MB RAM damals ca. 65-70 gekostet (glaube ich mich zu erinnern - oder der Typ hat mich verarscht...)
Ok, das ist echt krass. Und immer wieder schön, wenn man sich erinnert, was so popelige (damals HighEnd) 16 MB RAM gekostet haben :D
Edit: und Heart of Darkness musste damals verschoben werden, weil es 64 MB RAM gefressen hatte. Randnotiz.
Ja, in der Tat krass. Vor allem meine damalige Bereitschaft, (Unsummen an) Geld für PC-Hardware auszugeben. Ich hatte das Roland Sound Canvas für 400,- DM eingebaut. Und das nur, um bei DOOM (1) die E-Gitarren im Soundtrack zu hören. Total bekloppt!
P-Ape schrieb am
Quake 1 ist ein tolles Stück. Ich habe die Shareware Version gezockt das war 1997 erst einpaar Jahre später die Volle wie auch mit dem level editor rumgebastelt. Wollte vor einpaar Jahren es nochmal Zocken diesmal auf dem verstecken Hard mode.
schrieb am

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