Pillars of Eternity 2: Deadfire: Chef-Entwickler über schwache Verkaufszahlen und die Aussichten für Pillars 3

 
von ,

Pillars of Eternity 2: Deadfire: Chef-Entwickler über schwache Verkaufszahlen und die Aussichten für Pillars 3

Pillars of Eternity 2: Deadfire (Rollenspiel) von THQ Nordic / Versus Evil
Pillars of Eternity 2: Deadfire (Rollenspiel) von THQ Nordic / Versus Evil - Bildquelle: THQ Nordic / Versus Evil
Pillars of Eternity 2: Deadfire (ab 35,99€ bei kaufen) hat sich im Vergleich zum ersten Teil ziemlich schlecht verkauft (wir berichteten). Josh Sawyer, der Game Director des Rollenspiels, hat sich in der Zwischenzeit in einem Blog-Beitrag über einen möglichen dritten Teil geäußert. Seine Ausführungen stimmen nicht sonderlich zuversichtlich.

Auf die Frage nach Pillars of Eternity 3 sagte er: "Das ist nichts, was ich zu entscheiden habe, aber ich denke, dass die relativ niedrigen Verkäufe von Deadfire bedeuten, dass wir, wenn wir erwägen, ein weiteres Pillars-Spiel in diesem Stil zu machen, das gesamte Format des Spiels überdenken müssen."

Sawyer: "Es ist schwierig zu sagen, warum sich eine Fortsetzung schlechter als ihr Vorgänger verkauft hat, obwohl beide Spiele relativ gut bewertet wurden. Liegt es daran, dass das erste Spiel den bestehenden Bedarf gedeckt hat und das Publikum einfach nicht an dem zweiten [Teil] interessiert war? Liegt es daran, dass die Aufmerksamkeit für die Fortsetzung geringer war? Liegt es daran, dass den Leuten das erste Spiel trotz der starken Kritiken und der starken Verkäufe nicht "wirklich" gefallen hat? Vielleicht ist es eine Kombination aus all diesen Dingen. (...) Es wäre in gewisser Weise einfacher, wenn Deadfire auch ein kolossaler Misserfolg bei den Kritiken gewesen wäre und [in den Berichten] Fehler/Probleme stehen würden, die wir in Angriff nehmen müssten. Die Spieler kritisierten die geringe Schwierigkeit/Herausforderung beim Launch und die Haupthandlung, was ich für fair und angemessen halte, aber diese Probleme allein erklären den Unterschied bei den Verkaufszahlen nicht wirklich. Und während die Nutzer-Kritiken für Deadfire schwächer waren als für Pillars of Eternity, neigten die professionellen Kritiker zu sagen, dass Deadfire in den meisten Bereichen eine Verbesserung gegenüber dem ersten Spiel war."

"Spieler, die RTwP-Kämpfe [Echtzeit-Kämpfe mit Pausefunktion] hassen, werden sagen, dass es daran lag, dass Deadfire weiterhin auf RTwP-Kämpfe setzte, im Gegensatz zu dem rundenbasierten Divinity: Original Sin 2, das sich phänomenal besser verkauft hat (und besser bewertet wurde). Selbst wenn das wahr sein sollte, hat sich sogar Pathfinder: Kingmaker trotz im Allgemeinen niedrigerer Bewertungen besser als Deadfire verkauft und es hatte RTwP-Kämpfe."

Josh Sawyer schrieb weiter, dass er nicht sicher wissen würde, warum sich der zweite Teil so schlecht verkauft hätte. Und er hätte auch nicht das Selbstvertrauen, die Entwicklung des dritten Teils leiten zu wollen. "Ich konnte unserem (Obsidian-)Publikum nicht das Spiel geben, das sie wollten, ohne zu verstehen, wo ich falsch lag - ich würde raten, wo die Probleme lagen und wie man sie lösen könnte."

Sawyer legte via Twitter nach und erwähnte mehrere Gründe für die schlechteren Verkaufszahlen, die gemeinhin von anderen Personen aufgeführt wurden, z.B. die Unbeliebtheit eines direkten Nachfolgers, die 2D-Grafik und seine ästhetischen Entscheidungen als Game Director. Bei dem letzten Punkt fügte er hinzu, dass er genau wissen würde, dass sein Geschmack nicht mit dem Geschmack von vielen andern Fantasy-Fans übereinstimmen würde, aber er würde versuchen, die Spiele nicht genau nach seinen Vorlieben zu bauen. Außerdem sagte er, dass sich sogar Tyranny besser als Pillars of Eternity 2: Deadfire verkauft hätte. Die Vorverkäufe für Deadfire waren dreimal so hoch wie beim ersten Teil, aber die Verkäufe am Tag des Verkaufsstarts und danach waren "ziemlich schwach". Zudem hätte der erste Teil nach von dem großen Kickstarter-Boom profitiert.

Letztes aktuelles Video: Update 50 - Return of the Ultimate

Quelle: Josh Sawyer

Kommentare

Irenicus schrieb am
Ich mochte poe 2 sehr, und ich bin kein Fan von Piratensettings aber ich empfand das auch mehr als zusatz.
Die Story vom ersten Teil war aber imho deutlich besser.
Das Problem bei solchen Spielen wie auch z. B. Encased welches ich gerade spiele, ist diese fummelige Steuerung, das ist objektiv gesehen einfach Murks.
Und dieser unfassbar lange Text (macht Encased etwas besser), aber es ist auch klar warum, das ganze häppchenweise mit interessanten sichtbaren Handlungen zu kombinieren wäre ein irrsinniger Aufwand bei der Größe solcher Spiele. :D
chrische5 schrieb am
Hallo
Die Texte sind langatmig, das muss man mögen. Mir gingen irgendwann die Ladezeiten so auf den Nerv, dass ich aufgegeben habe. Da gleiche bei Pathfinder:Kingmaker. Das zieht ich jedesmal so raus. Das machen andere Spiele deutlich besser. Wegen mir gern zu Begin eine ganz lange Ladezeit und dann beim Spielen nix, aber bei POE siehst du ja mehr Ladeschirm als Spiel.
Christoph
dobpat schrieb am
Ich bin grade am Ersten PoE. Ich weiß auch nicht, bin noch relativ am Anfang in der Stadt mit dem Tempel von Weolika oder wie das heißt. Hab meine Burg die ich angefangen auszubauen und so.
Irgendwie werde ich mit dem Spiel nicht warm, immer zwei Quests und ich habe schon keine Lust mehr an dem Spielabend.
Auch das ich mit meiner geschwächten Truppe erstmal immer weit zurück in eine Gaststätte muss um zu rasten (habe kein Camping Zeug mehr) mag ja realistisch sein, nimmt aber enorm Spieltempo raus und macht es nur dröge.
Das kenne ich von Spielen wie Baldurs Gate oder Neverwinter Knights so nicht. Da wollte ich wissen wie es weitergeht und habe eher zu lange gespielt.
So schade, man sieht wieviel Arbeit in PoE steckt. Die Menüs und alles so sauber und toll gemacht. aber Spielspaß noch sehr Mau. Ich klicke jetzt schon sehr oft die Texte weg. Weiß nicht ob es einfach am Spiel liegt, oder ob ich langsam zu alt werde...
habe imme rnoch die Hoffnung das sich die Story noch entfaltet, aber befürchte nicht.
Temeter  schrieb am
Kajetan hat geschrieben: ?10.11.2019 21:16Wobei AC Black Flag ja gezeigt hat, dass ein serieninterner Wechsel zum Piratensetting kein kommerzieller Beinbruch sein muss. Es muss halt "passen".
AC5 war eins der wenigen ACs, die ich nach dem 2ten gespielt habe, und es macht definitiv Laune, weil die Devs mal wieder ein bisschen kreativ sein durften. Aber als passend zu Assassins Creed habe ich es nicht wirklich empfunden; das fühlte sich wie ein völlig anderes Spiel im AC-Gewand an. Hatte was von Sea Dogs, nur halt sehr stark vereinfacht.
War allerdings gut und hatte eine große Marketing-Maschine und Gelegenheitskäufer hinter sich, vielleicht war das der Unterschied?
Oder vielleicht ist die AC-Käuferschicht auch deutlich stärker an anderen Settings interessiert als PoE-Fans, schließlich wurde der Erstling als "Back to the Roots" Richtung Baldurs Gate verkauft, während bei AC das Setting der star ist.
edit: Eun Faktor war vermutlich auch, dass PoE1 praktisch eine ganze Welle solcher Spiele losgestoßen hat, und sich der zweite Teil mit Spielen wie Divinity OS 2 messen musste.
Minando schrieb am
Hm, was mich angeht hätten zwei Dinge gereicht: weniger Excel und mehr Bling-Bling.
Liegt wahrscheinlich an meinem inzwischen fortgeschrittenen Alter.
Klar, dafür waren (vermutlich) einfach die Mittel nicht vorhanden, kann man den Entwicklern also kaum vorwerfen.
Nett gewesen wärs trotzdem
:Vaterschlumpf:
schrieb am