Test: Forza Horizon (Rennspiel)




Forza Horizon (Rennspiel) von Microsoft
Forza Horizon
Forza Horizon
Simulation
Entwickler: Playground Games
Publisher: Microsoft
Release:
26.10.2012
Spielinfo Bilder Videos
Trotz seiner Qualitäten hinsichtlich Fahrphysik und Technik plagte Forza bisher das Image, etwas trocken und steril zu sein. Damit ist jetzt Schluss: Horizon will bewusst cool sein, verbindet die Freude an schnellen Autos mit lauten Festival-Beats, Glamour und Party. Statt bekannter Rennstrecken wartet die offene Welt von Colorado auf PS-Jünger. Und trotzdem will Microsoft die simulative Forza-DNA intakt halten. Ist das möglich?

Willkommen beim Festival!

Video
Schnelle Autos, Glamour und Party: In Colorado steigt das Horizon Festival!
Als Kind habe ich Matchbox-Autos geliebt! Im Sommer wurden die Autobahnen, Serpentinen und Landschaften meiner Fantasie von der Wohnung auf die Straße nach draußen verlagert, um sie mit Kreide auf den Asphalt zu bannen. So entstand in Zusammenarbeit mit Freunden ein gewaltiges Gefüge aus verworrenen Routen, Abzweigungen und Kreuzungen, das bis zu einer Größe von 50 Metern und mehr anwachsen konnte. Mauern wurden zu Gebirgen, anliegende Gärten zu wilden Wäldern und die gepflasterte Regenrinne mit der Gießkanne zu einem reißenden Fluss umfunktioniert. Es war ein umwerfendes Gefühl, mit den Zinkguss-Autos durch diese Welt zu reisen, dabei die Sonne und den Sommer in vollen Zügen zu genießen. Ein ganz ähnliches Gefühl stellt sich bei mir ein, wenn ich jetzt in Forza Horizon über die steilen Pässe, durch Täler, einladende Kleinstädte und die staubige Wüste des nachgebildeten US-Bundesstaates Colorado cruise. Und spätestens in der detaillierten Cockpitperspektive kommt das Erlebnis der Kinderfantasie nahe...ach was, sie wird sogar noch übertroffen.  

Kompromisse bei der Fahrphysik

Die Kulisse mit ihrer fantastischen Aussicht sieht atemberaubend aus.
Die Kulisse mit ihrer fantastischen Aussicht sieht atemberaubend aus.
Das liegt zum einen an der traumhaften Fahrphysik, welche die Forza-Reihe seit jeher auszeichnet. Horizon bildet da keine Ausnahme: Jeder Bolide hat seinen eigenen Charakter und fühlt sich einzigartig an. Da ist z.B. der brandneue BMW M6, der zwar erst 2013 offiziell auf den Markt kommt, aber hier schon zeigt, was für ein Biest in der Heckschleuder steckt. Oder die Supersportwagen von Aston Martin über Ferrari bis hin zu Bugatti, mit denen man mit 300 Km/h oder mehr über den Highway krachen kann. Nicht zu vergessen die Exemplare vom Schlag eines Subaru Impreza oder dem Ford F-150 SVT Raptor, die sich eher für rauhes Terrain eignen. Denn erstmals in der Forza-Geschichte finden die Rennen nicht nur auf Asphalt statt, sondern führen die Fahrer auch in unebene Offroad-Gefilde, in denen ein Hauch von Rallye-Feeling aufkommt. Die Adaption der Fahrphysik für solche Ausflüge ins Gelände haben die Entwickler vorzüglich hinbekommen, denn sie fügt sich perfekt ins vertraute Forza-Handling ein. Es fühlt sich genauso klasse an, über die staubigen Hubbelpisten zu brettern wie über asphaltierte Straßen.

Was hat Colorado zu bieten?

9 Scheunenfunde
100 Rabattschilder
216 Straßen
22 Blitzer
9 Geschwindigkeitszonen
10 Außenposten

Veranstaltungen

30 PR Stunts
70 Festival-Events
30 Straßenrennen
10 Schaurennen
7 Star-Showdowns
Egal ob mit Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle oder ohne: Man fühlt sich unweigerlich an Forza Motorsport erinnert - vor allem, wenn man sich hinter das Steuer eines guten Force Feedback-Lenkrads wie das CSR von Fanatec klemmt, bei dem die Kräfte hervorragend abgebildet werden. Die Verwandtschaft zwischen den beiden Spielen ist  offensichtlich. Trotzdem fällt im direkten Vergleich auf, dass Kompromisse gemacht wurden, die dem Konzept der offenen Spielwelt und einer verbesserten Zugänglichkeit geschuldet sind. Das Bremsen funktioniert in Horizon z.B. kontrollierter, damit man die vielen 90 Grad-Kurven in Colorado besser meistern kann. Auf der anderen Seite neigen die Boliden generell stärker zum Übersteuern, so dass man recht einfach zum Drift ansetzen und durch die Kurven schlittern kann. Die Maßnahme ergibt durchaus Sinn, denn mit waghalsigen Manövern wie Beinahe-Zusammenstößen, Sprüngen, Burnouts, hohem Tempo, Windschattenfahren und eben stylischen Drifteinlagen sichert man sich Stilpunkte, mit denen die eigene Popularität bei den Festival-Besuchern steigt. Im Idealfall legt man gleich ganze Kombos hin, denn durch den Multiplikator steigt die Punktzahl in ungeahnte Höhen, so dass man schneller den Platz an der Sonne unter den 250 Teilnehmern erobert. Gleichzeitig wächst die Begeisterung diverser Sponsoren wie Adidas oder Bose, die das Erreichen von bestimmten Marken und Aktionen in regelmäßigen Abständen mit Finanzspritzen sowie neuen Veranstaltungen belohnen. Das Prinzip der Stilpunkte weckt sofort Erinnerungen an Metropolis Street Racer bzw. Project Gotham Racing und deren Kudos-System, auch wenn mir das Original noch durchdachter wirkt. Kein Wunder: Das neu gegründete Studio Playground Games, das mit Forza Horizon sein Debüt abliefert, besteht u.a. aus Veteranen von Bizarre Creations, aber auch ehemaligen Mitarbeitern anderer Racing-Spezialisten von Codemasters („Dirt“) über Criterion („Burnout“) bis zu den Black Rock Studios („Pure“; „Split Second“). Die Leute verstehen etwas von ihrem Handwerk - und das wird bei jedem zurückgelegten Meter im virtuellen Colorado deutlich.

Kommentare

Du musst eingeloggt sein, um einen eigenen Kommentar verfassen zu können.
Jetzt einloggen
  • offline ist das spiel nicht schlecht. hat mich etwas an die gute alte zeit von NFS Underground 2 erinnert. online hatte ich das gefühl nen autoscooter simulator zu spielen. das mit den DLC´s ist eine frechheit. boosten / cheaten gegen geld? was ist das denn??? habe mir das spiel vor einigen tagen  [...] offline ist das spiel nicht schlecht. hat mich etwas an die gute alte zeit von NFS Underground 2 erinnert. online hatte ich das gefühl nen autoscooter simulator zu spielen. das mit den DLC´s ist eine frechheit. boosten / cheaten gegen geld? was ist das denn??? habe mir das spiel vor einigen tagen aus der videothek ausgeliehen. offline sogut wie nichts mehr zu erreichen. echt mager!!!
  • Forza Horizon steht beispielhaft dafür, wie man anhand von Reizen versucht ein Spiel so profitabel wie möglich zu vermarkten. Bis zur Grenze und ein gutes Stück darüberhinaus. Da ist erst mal die zweifellos gute Basis (Grafik, Sound, Steuerung, Fuhrpark, Synchronssprecher, Open-World etc.). Doch  [...] Forza Horizon steht beispielhaft dafür, wie man anhand von Reizen versucht ein Spiel so profitabel wie möglich zu vermarkten. Bis zur Grenze und ein gutes Stück darüberhinaus. Da ist erst mal die zweifellos gute Basis (Grafik, Sound, Steuerung, Fuhrpark, Synchronssprecher, Open-World etc.). Doch darauf möchte der Entwickler/Produzent/Publisher ja nun aufbauen. Und wie! An allen Ecken und Enden prangen die Buchstaben "DLC". So bspw. bei den Automarken Ferrari, Audi und Mercedes. Scheinbar erschienen wöchentlich Auto-Packs, die man - wahrscheinlich (nur meine Vermutung) - überteuert erwerben kann. Die Erweiterung "Horizon Rally" haben sie gleich als Unterpunkt in das Hauptmenü (!) eingebaut. Einen Xbox 360-Erfolg schaltet man frei, wenn man ebenfalls den "Marktplatz" besucht. Selbst während den Ladezeiten wird mit "Horizon Rally" geworben. Ein Auto bekommt man geschenkt, wenn man schon andere Forza-Teile gezockt hat. Wenn es zukünftig Seminare für Publisher-Angestellte geben sollte, die das Thema "Vermarktungspotenzial" behandeln, Forza Horizon wäre ein Teil des Seminars. Schön, dass Hr. Krosta so klare Worte ("entsetzlich") für diese Politik fand. Gerne kann so Etwas hier aber auch mal vorne auf der Frontseite behandelt werden.
  • "Mich nervt nur das pubertäre Gesülze der Gegner, da bin ich wohl nicht die richtige Zielgruppe." Hm, geht so. Ich finds vor allem seltsam, wenn ich nach drei Rennen in einer Kategorie [in der man ja immer gegen den gleichen Star fährt], die ich alle gewonnen habe, vor dem vierten Rennen  [...] "Mich nervt nur das pubertäre Gesülze der Gegner, da bin ich wohl nicht die richtige Zielgruppe." Hm, geht so. Ich finds vor allem seltsam, wenn ich nach drei Rennen in einer Kategorie [in der man ja immer gegen den gleichen Star fährt], die ich alle gewonnen habe, vor dem vierten Rennen dann den Spruch zu hören kriege, dass es ja wohl ein leichtes wäre mich zu schlagen. Da denk ich mir dann auch nur "Aha. Hat wohl irgendwelche Drogen genommen, oder so". Nix gegen Selbstvertrauen und ner großen Klappe. Man darf gerne davon überzeugt sein, dass man gewinnt. Aber nach 3 Niederlagen aus 3 Rennen passt der Spruch einfach nicht. ;p

Angebote

Billiger.de Angebotshinweise:

Preise können jetzt höher sein.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der angegebene Preis seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein kann, da eine Echtzeit-Aktualisierung der vorstehend angegebenen Preise technisch nicht immer möglich ist.

Der maßgebliche Verkaufspreis ist derjenige, welcher zum Zeitpunkt des Kaufs auf der Webseite des Verkäufer-Shops ausgewiesen wurde.

Facebook

Google+