Grand Theft Auto 5 (Action) von Rockstar Games
Grand Theft Auto 5
Grand Theft Auto 5
Action-Adventure
Entwickler: Rockstar North
Publisher: Rockstar Games
Release:
17.09.2013
kein Termin
17.09.2013
Spielinfo Bilder Videos
Dass Grand Theft Auto 5 ein kommerzieller Erfolg werden würde, stand bereits nach dem ersten Verkaufstag fest - nicht, dass irgendjemand daran auch nur entfernt gezweifelt hätte. Doch kann der Ausflug nach Los Santos auch spielerische Impulse setzen? Wer, wenn nicht Rockstar Games, könnte die Grenzen dessen verschieben, was mit offenen Welten möglich ist? Wir haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht.

Riesiges Vergnügen

Video
Das Experiment, die Geschichte auf drei Figuren zu verteilen, zwischen denen man wechseln kann, ist trotz kleiner Ungereimtheiten gelungen.
Nach gut 35 Stunden, in denen ich den Fokus auf die Kampagne gelegt habe, lief der Abspann durch - was nochmals gut eine Stunde in Anspruch nahm! Eine stattliche Dauer, sowohl für das Spiel als auch für die Credits. Und dabei habe ich noch lange nicht alle Aktivitäten abgeschlossen, die sich in der riesigen Spielwelt anbieten. Klar bin ich zum Ausprobieren mit dem Jetski durch die hervorragend aussehenden Wellen gerast. Ich habe Golfplätze ebenso malträtiert wie Tennis-Courts oder hunderte Gegner, die das Zeitliche segnen mussten. Ich bin ins Kino gegangen, habe dort experimentelle Filme angeschaut oder habe mir vor dem Fernseher Kippen angezündet oder Bier getrunken (virtuell selbstverständlich). Ich habe Dartpfeile geworfen, bin auf die Jagd gegangen, Fallschirm gesprungen, habe Rennen mit verschiedenen Fahrzeugen vom ATV bis hin zum Schnellboot bestritten. Und natürlich habe ich noch lange nicht alle Stuntsprung-Positionen und in der Gegend verstreuten Aufsammel-Gimmicks gefunden. Man kann auch nach Abschluss der Geschichte viel Zeit in der fiktiven Stadt Los Santos (quasi Rockstars Vision von Los Angeles) sowie dem ländlichen Blaine County (entspricht mehr oder weniger Orange County) im Norden der Metropole verbringen. Doch will man das?

Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft: Die Kulisse ist technisch zwar nicht immer sauber, aber liefert stets stimmungsvolle Bilder.
Ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft: Die Kulisse ist technisch zwar nicht immer sauber, aber liefert stets stimmungsvolle Bilder.
Es ist die größte offene Welt, die das Team je gebaut hat, das seinerzeit als DMA Design im schottischen Dundee begann. Sie ist größer als GTA San Andreas, Red Dead Redemption und GTA 4 zusammen - was auch damit zu tun hat, dass sie sowohl nach oben als auch nach unten (man kann tauchen und den Meeresboden erforschen) gewaltig gewachsen ist. Und obwohl eindeutig das kalifornische Flair mit malerischen Sonnenuntergängen, Stränden, Weinbergen, aber auch Wüsten und Wäldern zu spüren ist und beim Fahren durch Los Santos sowohl die Ursprünge der Realvorlage L.A. als auch die falsche Glitzerwelt Hollywoods (hier: Vinewood) widergespiegelt wird, vermisse ich etwas. Es macht wie im Liberty City des letzten GTA einen Heidenspaß, Stadt und Umland zu erforschen, den Passanten bei ihrem Alltag zuzuschauen, ihnen zuzuhören. Rockstar North hat ein erschreckend genaues Abbild der Eitelkeiten, der Träume sowie der Oberflächlichkeit und der sozialen Abstürze ohne Rücksicht auf einzelne Schicksale in der Glamour-Metropole erstellt. Allein: Der absolute Wow-Faktor fehlt.

Das Beste von Rockstar

Denn abseits von "Schöner, Größer, Weiter" schafft es Rockstar Games nur selten, neue Wege zu beschreiten. Im Gegenteil: Bei den Inhalten beschleicht mich immer das Gefühl, dass man sich an allem orientiert hat, was in den letzten Jahren aus irgendeinem Rockstar Studio kam und Erfolg hatte. Die majestätische Weite kennt man aus Red Dead Redemption - was jedoch nicht ändert, dass sie auch hier für viel Atmosphäre und unglaublich stimmungsvolle Landschaftspanoramen sorgt. Die zufällig auftauchenden Missionen kennt man ebenfalls aus dem grandiosen Western-Epos um John Marsten. Nur dass man hier keinen Geldsäckchen, sondern Brieftaschen oder Handtaschen, keinen Pferden, sondern Pferdestärken nachjagt, um den Dieb zur Strecke und das gestohlene Eigentum seinem rechtmäßigen Besitzer zurück zu bringen.
Wer möchte hier keinen Urlaub machen? Doch Vorsicht: Unter der lebendigen Oberfläche findet sich meist nur Leere.
Wer möchte hier keinen Urlaub machen? Doch Vorsicht: Unter der lebendigen Oberfläche findet sich meist nur Leere.
Beim Rasen durch Los Santos fühlte ich mich (nicht nur durch die ähnliche Kulisse) immer wieder an Midnight Club L.A. erinnert: Das Geschwindigkeitsgefühl ist fantastisch, die Streaming-Technologie schiebt kontinuierlich schick aussehende Straßen- und Landschaftszüge in den Grafikspeicher, die Fahrzeuge liegen gut auf der Straße - besser als in jedem anderen GTA, auch wenn sie nie den Arcade-Faktor verlieren, der seit jeher die Boliden-Steuerung gekennzeichnet hat. Das Radial-Menü für die Waffenauswahl stammt wie die im Vergleich zum letzten GTA deutlich verbesserte Schussmechanik im Wesentlichen aus Max Payne 3, bietet allerdings die zusätzliche Möglichkeit, innerhalb einer Waffenkategorie durchzuschalten. Gelegentlich verneigt sich Rockstar sogar vor dem PS2-Klassiker Smuggler's Run, wenn man mit einem Buggy durch den Wüstensand jagt und von schießwütigen Hillbillies verfolgt wird, die einem die empfindliche Schmuggel-Ladung abnehmen wollen. Die versteckten Sekundär-Ziele jeder Mission sind all denen ein Begriff, die bereits das GTA-4-Add-On The Ballad of Gay Tony gespielt haben.


Kommentare

  • DerWaldHerr schrieb:
    Ich bin ein großer Fan des Vorgängers, ich bin einer der wenigen die GTA IV für den besten GTA Teil und eines der besten jemals produzierten Videospiele halten. Diese düstere Story hat mich gefesselt...
    Endlich mal einer, der es mit dem 4.  [...]
    DerWaldHerr schrieb:
    Ich bin ein großer Fan des Vorgängers, ich bin einer der wenigen die GTA IV für den besten GTA Teil und eines der besten jemals produzierten Videospiele halten. Diese düstere Story hat mich gefesselt...
    Endlich mal einer, der es mit dem 4. Teil genau so sieht. Ich will mich nicht aus dem Fenster lehnen und es auch als eines der besten Videospiele bezeichnen aber für mich ist es auch der beste Teil. Grundsätzlich stimme ich dir in so ziemlich allen Kritikpunkten zu. Ich sehe bei GTA 5 aber eben auch das (durchaus ungewöhnliche) Experiment mit 3 spielbaren Charakteren wieder etwas neues zu versuchen. Für mein Empfinden ist das von der Story Konstruktion her auch gelungen, nur die Identifikation mit den Charakteren ist bei mir da auf der Strecke geblieben. Das hat GTA 4 einfach sehr viel besser hin bekommen da man eben nur mit Nico gespielt. Dazu fandÄ ich die unheimlich dichte Atmosphäre im Großstadtdschungel New Yorks beeindruckend. Da bin ich immernoch sehr auf die (hoffentlich kommende) PC Version gespannt, ob man da mit einem besser bevölkerten L.A. aufwarten kann. Ich war selber schon mal da und dieser "Vibe" kommt in Teil 5 leider so gut wie gar nicht rüber. Am authentischsten ist da noch der Venice Beach weil da eben auch entsprechend viele Leute rumlaufen. Achso: Und die Fahrphysik aus GTA 4 ist für mich immernoch eine der besten überhaupt und steckt noch das ein oder andere Need for Speed in die Tasche. Ja, viele schimpfen die Dinger würden sich wie Boote steuern, aber ich hab' selber schon einen 94er Cadillac besessen und kann nur sagen: Das fährt sich durchaus wirklich so.
  • Nach voriger Anfangs Euphorie muss ich leider sagen, dass ich leicht enttäuscht bin von GTA V. Vorweg: Es ist ein hochwertig produziertes Spiel dass an sich nichts falsch macht. Das Gameplay ist gut und die Stadt ist einfach nur phänomenal und detailreich gestaltet. Es ist also, in Anbetracht für  [...] Nach voriger Anfangs Euphorie muss ich leider sagen, dass ich leicht enttäuscht bin von GTA V. Vorweg: Es ist ein hochwertig produziertes Spiel dass an sich nichts falsch macht. Das Gameplay ist gut und die Stadt ist einfach nur phänomenal und detailreich gestaltet. Es ist also, in Anbetracht für welche Systeme es entwickelt wurde, durchaus ein technisches Meisterwerk (um mal Angry Joe zu zitieren). Der Soundtrack ist großartig und abwechslungsreich. Auch die Sprecher sind wie immer in der Serie absolute Spitzenklasse. Die Protagonisten sind in sich stimmig und alleine für Trevor verdient Dan Houser jeden Medienpreis der Welt. Aber der Grund warum ich dennoch enttäuscht bin von GTA V ist folgendes: Ich bin ein großer Fan des Vorgängers, ich bin einer der wenigen die GTA IV für den besten GTA Teil und eines der besten jemals produzierten Videospiele halten. Diese düstere Story hat mich gefesselt und Nico Bellic gehört für mich zu einem der best geschriebenen Charakteren, ein Melancholischer Charakter, der dennoch nicht weinerlich wirkt, wie man es so oft von Spielen wie "Final Fantasy" kennt. Er tötet, weil er es kann, es macht ihn keinen besonderen Spaß, aber er kennt es nicht anders, seine ganze Vergangenheit baut darauf auf. GTA IV ist somit, alleine für ein GTA, eine erstaunlich tiefgründige und gut geschriebene Charakterstudie. Natürlich beißt sich das Spiel mit der klassischen GTA Spielweise. Es wirkt wie ein Fremdkörper, wenn man mit Nico Bellic Menschen überfährt oder eine Übermacht von Gegnern besiegt, aber gut, Zugeständniss an die Videospiel Kultur. GTA V wiederrum ist eben GTA in Reinkultur. Alle 3 Protagonisten sind im Vergleich zu Nico Bellic Schablonen - Michael wirkt wie ne Parodie auf Bellic und ist wirklich nur am jammern, Franklin ist alles scheißegal und will nur aus seiner Hood und das große Geld machen und Trevor ist der vermutlich erste echte GTA Charakter der auch in die Reihe passt, ein gnadenlos gewalttätiger Psychopath. Ja, alle 3 Charaktere sind unterhaltsam, man leidet jedoch nie wirklich mit ihnen mit. An Nicos Werdegang war ich jederzeit interessiert, sein Ende hat mich durchaus am Boden zerstört, jedoch bei Michael, Franklin und Trevor war ihr Werdegang nie wirklich fesselnd, da Houser seine Charaktere eben auch nie wirklich ernst nahm. Besonders ab dem Zeitpunkt bei dem sich Trevor und Michael endgültig zerstritten - Was hätte das für ein Potential gehabt! Aber außer für 2 coole Missionen wird daraus nichts gemacht. Die Story generell ist leicht enttäuschend. Bei GTA IV war der Antagonist immer greifbar, ich halte nach wie vor "Dimitri Rascolov" für einen unterschätzten Videospiel Antagonisten, die Story bei GTA V wiederrum ist ein reines Verwirrspiel. Wer macht was wieso und weshalb? Es wurde mir nie klar. Gut, aber das wahr wohl die Intention Housers. In GTA V ist die Zeit der klassischen Gangster und Mafia vorbei, Banken und große Industrie Magnaten sind spätestens seit der Wirtschaftskrise die bösen, in so fern hat der fünfte Teil perfekt den Zeitgeist getroffen, aber genau da ist der Punkt: Teil 4 ist zeitlos in seiner Handlung, Teil 5 kann in 10 Jahren schon komplett überholt sein. Wenn ich eine Wertung vergeben würde, sähe sie folgenderweise aus: GTA 4 - 89% (kein Spiel der Welt verdient für mich 90% aufwärts) GTA 5 - 83%
  • Natürlich, habe auch nichts anderes behauptet. Es kommt wahrscheinlich auch auf das investierte Ingame-Geld an. In meinem Fall hielt es sich noch in Grenzen, wenn jetzt aber mein neuer Carbonizzare, welcher schon fast ne halbe Million verschluckt hat, plötzlich verschwindet, würde auch ich langsam  [...] Natürlich, habe auch nichts anderes behauptet. Es kommt wahrscheinlich auch auf das investierte Ingame-Geld an. In meinem Fall hielt es sich noch in Grenzen, wenn jetzt aber mein neuer Carbonizzare, welcher schon fast ne halbe Million verschluckt hat, plötzlich verschwindet, würde auch ich langsam angepisst sein. Sowas darf einfach nicht passieren. Wieso kann man das eigentlich nicht so programmieren, dass die gekauften Dinge auf der Festplatte gespeichert und von dort aus geladen werden?

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