A Plague Tale: Innocence - Test, Action, Xbox One X, PlayStation 4 Pro, PC - 4Players.de

 

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Action-Adventure
Entwickler: Asobo Studio
Release:
14.05.2019
14.05.2019
14.05.2019
14.05.2019
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Schleichen und ablenken

Sehr schön sind zudem die Möglichkeiten der Tarnung und Ablenkung: Aufrecht oder rennend ist man schnell entdeckt, also muss man meist geduckt unterwegs sein. Man kann mit Steinen auf metallische Gegenstände oder Vasen werfen, um eine Wache von A nach B zu locken. Dann kann man sie umrunden, um wieder im hohen Gras oder hinter einer Deckung zu verschwinden. Zwar sind die Areale meist recht überschaubar, die solide KI hat kleine Aussetzer, aber so entsteht ein spannendes Katz- und Mausspiel, das vor allem aufgrund der vielfältigen interaktiven Elemente wie Ratten, Patrouillen, Köder, Feuer, Deckung, Alchemie und Schleuder für abwechslungsreiche Unterhaltung sorgt. Nur ab und zu zickt die Steuerung, wenn man etwas zu umständlich einen Wagen mit Feuerschale schieben muss oder von nicht mal hüfthohen Hindernissen aufgehalten wird. Und im letzten Drittel wiederholen sich einige Herausforderungen.

Das Ganze wird aber über 17 Kapitel überraschend lebendig sowie erzählerisch interessant inszeniert. Das betrifft nicht nur die ansehnlichen Animationen der Geschwister, wenn sie sich beim Klettern helfen oder sie ihren Bruder tragen muss, sondern vor allem ihre Kommunikation: Amicia und Hugo

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Schon bald kann Amicia auch Brandgeschosse schleudern.

werden als Charaktere greifbar, weil man ihre Konflikte, Ängste und Zuneigung spürt. Die ältere Schwester muss sich plötzlich als Beschützerin ihres kranken Bruders beweisen, der bis dato unter der Obhut ihrer Mutter lebte und Panik bekommt, wenn er zu lange alleine ist - manche Aufgaben muss Amicia aber getrennt von ihm erledigen, so dass sie sich sputen muss, weil ein Game Over droht. Gerade in diesen Phasen der Trennung steigt der Adrenalinpegel. Der fünfjährige Junge wird jedenfalls sehr gut getroffen, wenn er neugierig Fragen stellt, sich über Schönes freut oder vor Unheimlichem fürchtet. Es entstehen ebenso lustige wie charmante und traurige Situationen, in denen man mitfühlen kann.

Natürliche Dialoge


Ähnlich wie in God of War sorgen auf dem Weg zum nächsten Ziel angenehm natürliche Dialoge dafür, dass man sich immer besser mit den Geschwistern indentifizieren kann, die plötzlich vom Schicksal getroffen wurden. Das Unheil kam wie aus dem Nichts über die priveligierte adlige Familie. Amicia war gerade mit ihrem Vater auf der Jagd in einem idyllischen Wald, um mit ihrer

Die Schlachten des Hundertjährigen Krieges haben Felder voller Leichen hinterlassen.
Die Schlachten des Hundertjährigen Krieges haben Felder voller Leichen hinterlassen.

Schleuder zu üben, als ihr Hund auf seltsame Art starb. Und noch seltsamer war das klaffende Loch im Boden, aus dem es wie aus einem Schlund der Hölle rumorte. Dann ging alles ganz schnell: Die Häscher der Inquisition überfielen das Rittergut, forderten den Bruder und metzelten alles nieder. Seitdem befinden sich die beiden auf der Flucht.


Für erzählerische Neugier sorgen vor allem drei Fragen: Was will die Inquisition von Hugo? Was hat es mit seinen Kopfschmerzen auf sich? Und was steckt hinter der Rattenplage, die selbst die Schrecken des Hundertjährigen Krieges übertrifft? Es gelingt der Regie übrigens gut, die fiktiven Elemente glaubwürdig in das historische Szenario einzuflechten.

Historisches Flair

Zu der Zeit regierte König Eduard III. (1327 - 1377) in England, der sich aufgrund seiner Herkunft aus dem Hause Anjou-Plantagenêt im Jahr 1340 zum König von Frankreich erklärte und ab 1346 die militärische Offensive auf dem Festland startete, die mit dem glorreichen Sieg in der Schlacht bei Crécy sowie der Eroberung von Calais ihren ersten Höhepunkt erreichte. Ähnlich wie im Spiel die Rattenplage sorgte der Ausbruch der Pest allerdings für einen Stillstand der Feldzüge mit dem
Das französische Asobo Studio ist seit 2002 aktiv. Es gehörte bisher nicht zu den prominenten Entwicklern, aber von Bordeaux aus wurden über 20 Spiele designt - meist im Auftrag von THQ, Ubisoft oder Microsoft. Für Letztere haben sie als erstes Independent-Studio mit "Fragments" und "Young Conker" zwei HoloLens-Spiele konzipiert. Im Portfolio befinden sich ansonsten Titel wie Ratatouille, Wall-E, Fuel, Toy Story 3, The Crew, ReCore oder Disneyland Adventures.
französischen König Phillip VI (1328 - 1350) von Valois - was auch von den Engländern diskutiert wird, als Alicia durch ihr Feldlager schleicht. Man erkundet also nicht nur Schlachtfelder voller Leichen, sondern kann Gesprächen lauschen, erfährt etwas über die Könige und die Kluft zwischen Adel und Bauern wird angerissen. Wer sich für das Spätmittelalter interessiert, wird zwar nicht so viele Details wie in Kingdom Come: Deliverance sowie einige fiktive Aspekte, aber auch abseits der Wappen mit den drei Löwen oder Lilien einige authentische Bezüge finden.

Ab und zu muss Amicia ihren Bruder tragen.
Ab und zu muss Amicia ihren Bruder tragen.
Dass man die Geschwister sehr gerne begleitet, liegt nicht nur an der orchestralen Musik von Olivier Derivière (Vampyr), der vor allem dann mit seinen Streichern auftrumpft, wenn sich das Alptraumhafte immer deutlicher zeigt - hier ensteht in einigen Momenten durchaus Horrorflair, das akustisch markant verstärkt wird.

Für Stimmung natürlich auch die technisch saubere sowie abwechslungsreich designte Kulisse, die mit ihren Wäldern, Aquädukten, Grotten, Dörfern, Tunneln und Burgen ein breites Spektrum an Arealen inkl. toller Lichteffekte abdeckt. Man bleibt gerne mal in der Landschaft stehen, um die Kamera zu drehen; das Figurendesign kann sich ebenfalls sehen lassen, denn die Mimik ist gut, die Kleidung sehr gut texturiert und einzelne Teile wie Gürtel, Taschen oder Schnüre werden in Aktion bewegt. Das ist ein überaus kompetentes Bild, das die hauseigene Engine hier bei ihrer Premiere zeichnet - darauf kann das Studio aufbauen. Ärgerlich sind lediglich einige wenige Clippingfehler sowie geklonte Figuren wie z.B. Offiziere im Lager der Engländer. Schön ist übrigens, dass man die Benutzeroberfläche so reduzieren kann, dass es keinerlei Hilfs- oder Infoanzeigen mehr gibt.

Kommentare

Ryo Hazuki schrieb am
Hab auch noch bis Kapitel 12 gespielt gestern, nun ist Pause bis Freitag, da hab ich frei und mach dann den Rest zu Ende. Wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Einfach nur tolles Spiel!
Crime Solving Cat schrieb am
Bin durch. Wirklich ein feines Spiel. Vielleicht wird es ja ein A Plague Tale: Revolution geben oder sowas^^
Hatte im letzten Viertel ein bisschen das Gefühl der Geschichte hätte noch eine kurze Verschnaufpause gut getan vor dem Showdown, aber sie hatten ihre Ressourcen ausgereizt. Dafür hat das Studio aber echt versucht die Sache nach besten Wissen und Gewissen zu Ende zu bringen. Hut ab davor.
Außerdem wird es im späteren Spielverlauf weniger starr bei den Lösungswegen. Man kann sich schon aussuchen wie man was löst.
Und ein dickes Plus gibt es für den Umstand, dass zumindest Mal im Ansatz in dem Spiel diskutiert wird, was das ganze Töten in den Games eigentlich für Auswirkungen auf die Spielfiguren haben könnte. (Ja, Ja, looking at you TR 2013... :roll: )
Viel Erfolg auf dem weiteren Weg, Asobo Studio.
Duugu schrieb am
Astorek86 hat geschrieben: ?
20.05.2019 00:15
Mir fehlen, glaube ich, noch ein oder zwei Kapitel bis zum Schluss. Bisherige Meinung:
SpoilerShow
Achtung, ich rede nur über die Story. Wer die selbst erleben will, bitte _nicht_ anklicken. Du wurdest gewarnt^^.
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Alter Falter, die Story dreht im letzten Viertel komplett ab, plötzlich haben wir einen Rattenflüsterer, irgendeine erwähnte Prophezeiung, der örtliche Geistliche lässt sich mit Spritzen(!) das Blut von Hugo transferieren(!!), die Ratten sind plötzlich zu koordinierten Mini-Tornados fähig... Das ist ein Clusterf*ck an Story, der in den ersten Kapiteln so verdammt vielversprechend beginnt und am Ende in Fantasy abdriftet.
Ich hatte allen Ernstes Fibes von Superheldenfilmen, neben Spiderman, Aquaman oder Ant-Man gibt es nun auch einen jungen Rat-Man... Kann momentan echt noch nicht glauben, wie sich die Story entwickelt hat. Am Anfang wurde so viel Wert auf Authentizität und eine konsistente Welt gelegt, um am Ende noch allerlei spacigen Shit einzubauen... Da wurden Erinnerungen an das Spiel "Fahrenheit" (oder "Indigo Prophecy" in den USA) wach, dessen Story am Anfang auch so vielversprechend war und am Ende total abdreht... Ich rechne fast schon damit, dass der Endgegner des Spiels der Papst wird, der durch das Blut von Hugo das Fliegen und das Schießen von Feuerbällen gelernt hat...
Zum Rest schreib ich später was. Muss erstmal die Storywendung verarbeiten und 'ne Nacht drüber schlafen...
Das kann ich so voll unterschreiben. Entspricht 1:1 meinem Gefühl. :)
SpoilerShow
[e] Da ich nicht weiß, wie weit du bist, solltest du den folgenden Kommentar vielleicht erst lesen sobald du ganz durch bist.
SpoilerShow
Ich finde zwar das Steuern der Rattenschwäme eine echt ganz coole Mechanik ... aber wie wir da hingekommen sind ... *eyeroll*
Astorek86 schrieb am
Mir fehlen, glaube ich, noch ein oder zwei Kapitel bis zum Schluss. Bisherige Meinung:
SpoilerShow
Achtung, ich rede nur über die Story. Wer die selbst erleben will, bitte _nicht_ anklicken. Du wurdest gewarnt^^.
SpoilerShow
Alter Falter, die Story dreht im letzten Viertel komplett ab, plötzlich haben wir einen Rattenflüsterer, irgendeine erwähnte Prophezeiung, der örtliche Geistliche lässt sich mit Spritzen(!) das Blut von Hugo transferieren(!!), die Ratten sind plötzlich zu koordinierten Mini-Tornados fähig... Das ist ein Clusterf*ck an Story, der in den ersten Kapiteln so verdammt vielversprechend beginnt und am Ende in Fantasy abdriftet.
Ich hatte allen Ernstes Fibes von Superheldenfilmen, neben Spiderman, Aquaman oder Ant-Man gibt es nun auch einen jungen Rat-Man... Kann momentan echt noch nicht glauben, wie sich die Story entwickelt hat. Am Anfang wurde so viel Wert auf Authentizität und eine konsistente Welt gelegt, um am Ende noch allerlei spacigen Shit einzubauen... Da wurden Erinnerungen an das Spiel "Fahrenheit" (oder "Indigo Prophecy" in den USA) wach, dessen Story am Anfang auch so vielversprechend war und am Ende total abdreht... Ich rechne fast schon damit, dass der Endgegner des Spiels der Papst wird, der durch das Blut von Hugo das Fliegen und das Schießen von Feuerbällen gelernt hat...
Zum Rest schreib ich später was. Muss erstmal die Storywendung verarbeiten und 'ne Nacht drüber schlafen...
CryTharsis schrieb am
JunkieXXL hat geschrieben: ?
19.05.2019 21:59
Ich finde das Rattengewusel völlig übertrieben und widerlich. In TLoU hab ich nie ne Ratte gesehen. Okay, vielleicht die eine oder andere in der Kanalisation. Und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dort durch Felder mit gestapelten Leichen gewatet zu sein, bis mir schlecht wurde.

http://www.youtube.com/watch?v=zWVw-j8eYSk&t=1m4s
Als sonderlich übertrieben würde ich die Darstellung im Spiel also nicht bezeichnen. ;)
Davon abgesehen ist es nun mal auch ein gameplay-Element, der Anspruch besonders realitätsnah zu sein, stand also bestimmt nicht an erster Stelle.
Müssen wir aber nicht weiter drüber diskutieren, da du anscheinend einfach nur sensibel auf die Darstellung einer Ratten-Horde reagierst, was völlig ok ist. Ich hatte mich ja mehr auf deine Kritik bezüglich der Gewaltdarstellung bezogen, die ich in diesem Spiel entsprechend des Szenarios als glaubhaft und nicht reißerisch empfinde, und weniger auf die Darstellung der Ratten.
schrieb am

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