Yakuza: Like a Dragon - Test, Rollenspiel, PlayStation 4, PC, Xbox One, Xbox Series X

 

Test: Yakuza: Like a Dragon (3D-Rollenspiel)

von Benjamin Schmädig



Publisher: SEGA
Release:
10.11.2020
10.11.2020
02.03.2021
10.11.2020
10.11.2020
Erhältlich: Digital (PSN, Xbox Store, Steam), Einzelhandel
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Ichiban Kasuga kommt also nach Yokohama, genauer gesagt nach Isezaki Ijincho, das dem realen Einkaufsviertel Isezakicho nachempfunden ist. Noch genauer landet er unter Obdachlosen, weshalb sich viele Einblicke um das Leben auf der Straße drehen sowie um Menschen, die in einfachen oder schwierigen Verhältnissen zurechtkommen. Ich kann nicht sagen, wie nah das Spiel an der Realität ist, wenn es die Lebensumstände etwa japanischer Hostessen skizziert. Der Blick auf häufig vernachlässigte Teile der Gesellschaft tut der Erzählung aber gut.

Immerhin wird dieses Szenario auch spielerisch umgesetzt, da Kasuga z.B. unter Getränkeautomaten oder in Müllsäcken nach Geld oder wertvollen Gegenständen sucht und in einem Minispiel gar auf dem Fahrrad Dosen sammelt. Bedauerlicherweise häuft er aber durch das Erfüllen zahlreicher Aufgaben recht schnell extrem hohe Summen an, was den bodenständigen Ansatz komplett aushebelt. Sinnvoll ist lediglich, dass er die Hälfte des mitgeführten Betrags gleich wieder abgeben muss, falls man einen Kampf auf offener Straße verliert – was dafür sorgt, dass man Areale mit starken Gegnern vorsichtig oder anfangs lieber gar nicht erkundet. Nur wenn man das Geld auf ein Konto einzahlt oder ausgibt, ist es vor einem solchen Verlust sicher. Auf diese Art grenzt Like a Dragon wenigstens den ganz großen Geldsegen seiner Vorgänger ein.

Mario in Yokohama

Obwohl Like a Dragon ein Rollenspiel ist, ändert sich der grundsätzlcihe Spielfluss nicht. Wie gehabt prügelt man sich mit zahlreichen Ganoven.
Obwohl Like a Dragon ein Rollenspiel ist, ändert sich der grundsätzliche Yakuza-Spielfluss nicht. Wie gehabt prügelt man sich mit zahlreichen großen und kleinen Ganoven.
Grundsätzlich hat sich am Ablauf ja nichts verändert. Wie gehabt verprügelt man Ganoven, erledigt optionale Aufträge und vertreibt sich die Zeit mit Minispielen, zu denen neben dem Dosensammeln auch Kartfahren, Darts, Golf- und Baseballtraining, Glücksspielautomaten sowie einmal mehr Klassiker der Spielhalle wie Outrun zählen. Sogar eine Management-Simulation gibt es, in der Ichiban aus kleinen Läden florierende Geschäfte macht. Dafür findet er beim Herumlaufen Geschäftspartner sowie potentielle Angestellte, deren individuelle Werte den Profit beeinflussen. Um ihre Motivation aufrecht zu halten, sollte er den Mitarbeitern gelegentlich einen Bonus spendieren, und manchmal muss er sie auch feuern, um Verluste zu vermeiden.

Minispiele lockern das Geschehen auf, sind meist aber nicht sehr anspruchsvoll. Hier schaut Ichiban Kasuga mit seinem neuen Kumpel einen Film, was einen seiner Charakterwerte verbessert.
Minispiele lockern das Geschehen auf, sind meist aber nicht sehr anspruchsvoll. Hier schaut Ichiban Kasuga mit seinem neuen Kumpel einen Film, was einen seiner Charakterwerte verbessert. Die beiden könnten auch Dart spielen oder sich mit Super Hang-On die Zeit vertreiben.
Das Kartfahren erinnert hingegen an eine gewisse Rennserie von Nintendo, da man im Drift am schnellsten durch Kurven und mit ständigem "Snaken" sogar auf Geraden flotter vorankommt. Leider sind die Rennen nur so anspruchslos, dass ich praktisch alles im ersten Anlauf gewonnen habe. Und auch das Dosensammeln ist ein recht lockerer Zeitvertreib, der weniger den Zweck einer Herausforderung erfüllt, sondern hauptsächlich dem Erhalt einer bestimmten Währung dient. Überhaupt geht es in einigen Minispielen vor allem um jeweils einzigartige Währungen, mit denen man wiederum besondere Gegenstände kauft, darunter Waffen und Rüstungsteile. Man spielt also nicht aus reiner Freude daran, sondern weil es notwendig ist, um anderswo voran zu kommen.

Kein Dank für die Blumen

Das neue Yakuza ist eben kein Actionspiel, sondern ein Rollenspiel – und leider eins der Sorte „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“. Viele Gegenstände oder Vorteile erhält man nämlich nur über die Minispiele, was für sich genommen gerade noch in Ordnung wäre. Auch viele weitere Gegenstände und Vorteile erspielt man sich aber über das Abklappern etlicher Wege, die nur eins zum Ziel haben: das Abklappern weiterer Wege, damit man daraufhin noch mehr Wege abklappern kann.

Kommentare

Atlan- schrieb am
Dank Gamepass schaue ich zum ersten mal in die Yakuza Welt rein. Gefällt mir nach ca. 10 Stunden Spielzeit sehr gut.
Zum Glück hab ich jetzt erst die Wertung hier gesehen, ansonsten wäre das Spiel wohl an mir vorbei gegangen. bzw. hab gesehen wer hier den Test gemacht hat, dann wusste ich schon bescheid. :lol:
Malvero schrieb am
Habe das Game jetzt auch mal durchgespielt und muss der 64er-Wertung hier wirklich ganz klar widersprechen.
Ja, "Yakuza: Like a Dragon" bringt reichlich Altbewährtes und Vertrautes mit, liefert aber auch ebenso viel Neues, was ich gut umgesetzt finde. Die Wertung von 64 finde ich hier klar zu tief gegriffen. Den Bereich 80 bis 85 würde ich da schon eher anpeilen.
Xris schrieb am
Gentrie hat geschrieben: ?12.03.2021 06:53 Die Wertung ist unter aller Sau. Ganz ehrlich.
Da fehlen 30÷. Mittlerweile verlasse ich mich nur noch auf die Steamwertungen oder die von GoG
Diese ganzen Clickbaitwertungen, Metacritic oder wer sich als Tester durch so etwas profilieren will sind mir nur noch zuwider. Nach über 48 Jahren die ich das nun verfolge habe ich echt genug geschreibsel gelesen.
Einfach köstlich war es, wie euch die Cyberpunkwertung letztens um die Ohren geflogen ist. Hat mich richtig amüsiert. Danke dafür :!:
Hast du mit 0 Jahren schon Tests gelesen? Oder bist du 50+?
Das Spiel das jedem gefällt muss erst noch erfunden werden. Letztendlich liest du hier eine Meinung mit der du nicht konform gehen musst. Zumal Yakuza auf 4p, soweit ich mich erinnere, noch nie besonders gut abgeschlossen hat. Schon die Vorgänger bewerten Fans weitaus höher als 4P.
Und in wie weit war ausgerechnet Cyberpunk Clickbait? Das haben doch die meisten Mags hoch bewertet.
Gentrie schrieb am
Die Wertung ist unter aller Sau. Ganz ehrlich.
Da fehlen 30÷. Mittlerweile verlasse ich mich nur noch auf die Steamwertungen oder die von GoG
Diese ganzen Clickbaitwertungen, Metacritic oder wer sich als Tester durch so etwas profilieren will sind mir nur noch zuwider. Nach über 48 Jahren die ich das nun verfolge habe ich echt genug geschreibsel gelesen.
Einfach köstlich war es, wie euch die Cyberpunkwertung letztens um die Ohren geflogen ist. Hat mich richtig amüsiert. Danke dafür :!:
Xris schrieb am
Da nun endlich die PS5 Version draußen ist: die lohnt sich leider so gut wie gar nicht. Anscheinend hat man dadurch nur die Wahl alternativ mit 60 Fps oder mit 30 Fps in 4K zu spielen und wird iwie das Gefühl nicht los das der Aufwand minimal war. Mir will nämlich nicht so ganz in den Kopf wieso die niedrig aufgelösten Texturen, die man praktisch alle Nase lange bewundern darf, nicht auch mit 60 Fps in nativen 4K laufen sollten. Das was die hier abgeliefert haben wurde bei anderen PS4 Spielen einfach als Patch der PS4 Version nachgeliefert. Okay die Ladezeiten sind kaum noch vorhanden. Leider haben sie die Ladebildschirme dem nicht angepasst. Bei so kurzen Ladezeiten braucht dort kein Text mehr stehen, da wirkt ein schwarzer Bildschirm immersiver.
Das eigentliche Spiel ist aber meiner Meinung nach seit langer Zeit mal wieder ein Höhepunkt in der Franchise. Von anderen Lesern wurde hier schon vieles erwähnt. Mit dem Test gehe ich auch nicht konform. Like a Dragon ist mMn mindestens ein gutes, wenn nicht sogar sehr gutes Spiel. Bitte bitte mehr davon.
schrieb am