Resident Evil Village - Test, Action-Adventure, PC, PlayStation 5, Xbox Series X

 

Test: Resident Evil Village (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Publisher: Capcom
Release:
07.05.2021
07.05.2021
07.05.2021
07.05.2021
07.05.2021
07.05.2021
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Der blasse Ethan und der fette Duke

Das Blöde auf dem Weg zum Ziel: Ich konnte mich mit dem Helden und Vater absolut nicht identifizieren, er ließ mich komplett kalt. Dazu mag die Egosicht ein wenig beitragen, denn man sieht ihn ja nicht. Aber nicht nur zwischen Leon S. Kennedy und Ethan Winters liegen charismatische Welten - selbst mancher Nebendarsteller der Resireihe hatte mehr Präsenz. Er lässt dazu noch so naive Kommentare ab, dass man sich wie ein begriffsstutziger Gärtner fühlt, der das erste Mal so etwas wie Unkraut oder Rosen mit Dornen sieht. Wenn das wenigstens den Humor eines Armee der Finsternis erreichen würde, aber das wirkt einfach nur dumm. Texte und Sprache wurden komplett ins Deutsche übersetzt, wobei die Sprecher nicht alle überzeugen. Wie auch? Die Qualität der Dialoge erreicht nicht mal das Niveau von schlechten Action-Filmen aus den 80ern, da hört sich alles eher billig an. Die beste Szene hat Ethan, als er einmal laut "Schnauze!" sagt. Da will man ihm fast gratulieren. Andere im Ansatz interessante Charaktere werden im Einstieg nur kurz aufgebaut und verschwinden dann.

asdfda
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Bis auf eine gewichtige Ausnahme, der man leider immer wieder begegnen muss: dem Duke. Dieser fettwanstige Händler ist ebenfalls ein markanter Charakter, über den sicher noch unter Fans gesprochen wird - zumal er sich ja selbst auf den Kollegen aus Resident Evil 4 bezieht. Nur war der dreimal cooler. Und man möchte ihn spätestens dann erschießen, wenn er aufgrund seiner Blähungen schon wieder furzt oder so laut ächzt, dass man ihn durch die geschlossene Tür seines Speicherortes samt Schreibmaschine noch hören kann. Das ist nicht witzig, sondern einfach nur nervig, zumal er wie ein Kloß ex machina überall auftaucht und als einzige regelmäßige Bezugsperson (!) die Geschichte vorantreibt, wenn Ethan was erledigt hat. Hofft man noch einige Zeit, dass das aufgeklärt wird, wird man auch hier enttäuscht. Dass er irgendwann permanente Verbesserung von Tempo, Leben und Verteidigung anbietet, wenn man Hühner, Schafe, Fische, Ziegen oder Schweine für ihn killt, passt zu seinem ekelhaften Gelaber übers Essen.

P.T. lässt im Puppenhaus grüßen

Das Puppenhaus ist das atmosphärische Highlight, in dem kurz ein Hauch von P.T. weht. Leider spielt der subtile Horror danach kaum noch eine Rolle... (PS5)
Das Puppenhaus ist das atmosphärische Highlight, in dem kurz ein Hauch von P.T. weht. Leider spielt der subtile Horror danach kaum noch eine Rolle... (PS5)
Immerhin fehlt er im besten, nach dem Schloss zweiten Schauplatz des Spiels: dem Puppenhaus. Bevor man das verfluchte Anwesen betritt, werden einem alle Waffen weggenommen. Dafür baut die Regie endlich mal langsam eine Spannung auf, wenn man durch die scheinbar leeren Räume wandert, die Puppen anschaut und den Fahrstuhl in den Keller aktiviert. Während man Spuren untersucht, Beweise findet und kleine Rätsel löst, verändert sich langsam die Stimmung, das Licht und man ahnt natürlich, dass etwas nicht stimmt. Als plötzlich ein Bild im Flur von der Wand fällt, zuckt man unweigerlich zusammen. Danach verdichtet sich der Grusel durch Geräusche und Seltsamkeiten, bevor er in einem Nerven aufreibenden Finale gipfelt, in dem man sich in Schränken oder unter dem Bett verstecken muss - das wird sehr gut inszeniert. Wer stand hier offensichtlich Pate? Richtig: P.T. aka Silent Hills.

Kommentare

shoges schrieb am
Ok nach Beendigung muss ich auch mal mein Senf dazugeben.
Die Story von Village macht wenig Sinn. Egal wie man es dreht. Alle Charaktere haben dürftige Motivationen (außer Ethan natürlich) und die Plottwists rund um Ethans Extremitäten sind ziemlich dämlich und ein billiger Versuch, den Gorefaktor in die Höhe zu schrauben.
Alles in allem könnte man 8 als Fortsetzung von 4 sehen.
In Jörgs Test wird deutlich, dass er das Spiel aufgrund der schlechten "Regie" abgestraft hat.
Das Spiel war nicht gruselig? War RE4 auch schon nicht. Das Spiel ist trashig? War RE4 auch schon.
Die schlechte Regie? Kann ich nicht nachvollziehen. RE8 bietet mit jedem Abschnitt ein neues Spielgefühl und die erwähnte "Ballerbude" sind in Wirklichkeit nur zwei kleine Abschnitte.
Verstehe auch die Abneigung gegen Heisenbergs Fabrik überhaupt nicht. Für mich war das eins der stärksten Abschnitte und im Grunde genommen nichts großartig anderes als der letzte Abschnitt auf der Insel in Teil 4.
Resident Evil hat schon immer im letzten Drittel Laborsettings benutzt. Die "Terminatoren" im Kontext des Spiels auch nicht so weit hergeholt, wie Jörg das in seinem Test hinstellt.
Klar, woher kamen all die Gestalten vom Fließband? Wie konnten die Dorfbewohner so unbehelligt sein, wenn gefühlt jeder der vier Lords permanent Dorfbewohner entführt haben?
Village ist wirklich nicht perfekt. 4 hatte sich mehr Mühe gemacht, seine (auch trashige) Story zu erzählen und vor allem in Briefen und Texten stinkt Village ab und scheint sich keine rechte Mühe zu geben. Kein Text ist länger als zwei Seiten und man erfährt für mich zu wenig über die Lords.
Aaaaber...
Die 4 Lords alleine sind schon das Spiel wert. So bescheuert profilierte Bösewichter hatte Resident Evil schon lange nicht mehr zu bieten und sie stellen die olle Baker Familie gnadenlos in den Schatten.
Die optische Präsentation ist wirklich der Hammer. Selbst auf der alten PS4.
Verständlich ist auch, dass RE 4 dahingehend eine bessere Bewertung kassiert hat, da...
Temeter  schrieb am
GamepadPro hat geschrieben: ?01.06.2021 23:25Was soll denn diese ganze Kritik? Es ist ein Spiel aus RE4 und RE7. Das kommt eben dabei raus, würde ich mal sagen.
Problem ist, RE7 war besser in Sachen Horror, RE4 war mehr auf Kämpfe konzentriert. Andersrum waren die Kämpfe in RE7 schwach, während die Atmosphäre in RE4 leidet.
Aber die Spiele wussten im Großen und Ganzen, was sie sein wollten, und besinnen sich auf ihre Stärken.
RE8 ist irgendwo dazwischen, mit all den Schwächen, aber weniger definierten Stärken. Nur ein kurzer Abschnitt ist wirklich gruselig, alles andere ist eher schwach, und nach der ersten Hälfte spielt Grusel keine Rolle.
Währenddessen sind die Kämpfe meist weniger taktisch als in RE4, und deren Verteilung ist extrem unausgeglichen. Es gibt lange Sequenzen komplett ohne Gegner, während anderswo eine Welle nach der anderen anstürmt.
Und dann gibts noch RE6-artige Sequenzen als Beilage...
Macht Laune beim ersten durchzocken, aber bei näherer Analysis fällt es echt außeinander.
GamepadPro schrieb am
Was soll denn diese ganze Kritik? Es ist ein Spiel aus RE4 und RE7. Das kommt eben dabei raus, würde ich mal sagen.
Flashback1964 schrieb am
PlayerDeluxe hat geschrieben: ?25.05.2021 18:21
Flashback1964 hat geschrieben: ?25.05.2021 12:06 den völlig deplazierten stimmungskillenden Händler verzichtet
Ach, ich fand den Null Komma Null störend - so im Nachhinein.
Bei Mercenaries gehört er auch dazu zwischen den Abschnitten. Dat passt schon.
Hmmm, ich persönlich finde viel lieber bessere Waffen oder Upgrades während des stimmungsvollen Storyverlaufs zb. bei besiegten Bossgegnern oder wenn`s thematisch passt in militärischen Einrichtungen usw.
Diese in meinen Augen unnötige Händlerei mit kaufen und verkaufen ist hier in meinen Augen ein echter Stimmungskiller und paßt in keinster Weise zur Story, das wurde wohl mehr so als Gimmick eingebaut, denn genau danach fühlt es sich für mich an. In einem RPG funktionieren Händler super, aber in solch einem Action Adventure stören sie meiner Meinung nach sehr.
MrLetiso schrieb am
Also mein Eindruck nach dem Abspann: keine Ahnung, was das gewesen ist. Vielleicht etwas gutes, vielleicht etwas durchschnittliches. Aber in meinen Augen definitiv kein RE.
schrieb am

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