NieR Replicant ver.1.22474487139... - Test, Rollenspiel, PC, PlayStation 4, Xbox One

 

Test: NieR Replicant ver.1.22474487139... (Rollenspiel)

von Benjamin Schmädig



NieR Replicant ver.1.22474487139...: Yoko Taros große Fantasy-Oper
Yoko Taros große Fantasy-Oper
Publisher: Square Enix
Release:
23.04.2021
23.04.2021
23.04.2021
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ab 54,99€
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Kainé, Emil, Weiss und andere: Das sind Namen, die man in Erinnerung behält. Denn mit ihnen hat Kreativkopf Yoko Taro einzigartige Charaktere geschaffen, die wie keine zweiten sind. Deren Geschichten so außergewöhnlich und gleichzeitig so menschlich sind, dass man nicht anders kann als sie ins Herz zu schließen. Egal, ob ihr Nier im Jahr 2010 gespielt habt oder es als Nier Replicant ver.1.22.474487139... zum ersten Mal erlebt: In unserem Test lässt die Neuauflage das große Abenteuer in neuem Glanz wiederauferstehen – trägt aber noch immer auch alte Schwächen in sich.



Nier?

Was „Nier“ eigentlich bedeutet? Schwer zu sagen. Für Viele könnte es der Name des Helden sein, den man zu Beginn jedoch frei eintippt, sodass ich seine Figur lieber umschreibe. Auf jeden Fall ist es seine Geschichte, der man in einer mehr als tausend Jahre entfernten Zukunft folgt. Nach einem apokalyptischen Ereignis haben sich die überlebenden Menschen dort in kleine Siedlungen zurückgezogen, wo sie aber kein ruhiges Leben führen, sondern von sogenannten Schatten angegriffen werden und zu allem Überfluss von einer tödlichen Krankheit bedroht sind, der Runenpest. Auch Yonah, die Schwester des Alter Ego, ist davon befallen, weshalb er auf der Suche nach einem Heilmittel ist.

Da sind sie! Zwar spielt man in der Neuauflage statt Yonahs Vaters ihren Bruder, das tut dem großen Abenteuer aber keinen Abbruch.
Da sind sie! Zwar spielt man in der Neuauflage statt Yonahs Vaters ihren Bruder, das tut dem großen Abenteuer aber keinen Abbruch.
Schnell erledigt ist das natürlich nicht und so beseitigt man nicht nur etliche Schatten, sondern tut anderen Dorfbewohnern auch kleine Gefallen, die quer durch den ebenso überschaubaren wie erstaunlich glaubwürdigen Schauplatz führen. Grob umrissen ist Nier somit ein Action-Adventure mit kleinen Rollenspiel-Anteilen – und vielem mehr...

„Weiss, you dumbass!“

Der ständige Kampf gegen den Tod ist also sowohl spielerisch als auch erzählerisch das prägende Thema, und zwar nicht nur im Rahmen der zentralen Handlung, sondern auch in vielen der Kurzgeschichten, die man beim Erledigen der Nebenmissionen erlebt. Dabei geht es selten um große historische Ereignisse oder deren Folgen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie einzelne Menschen mit Verlust bzw. der Angst davor umgehen. Yoko Taro erzählt von einer Welt voller Melancholie, die dem Untergang geweiht scheint. In der sich abscheuliche Abgründe auftun. Deren Protagonisten aber auch nie das Handtuch werfen.

Als erstes denke ich hier immer an die wütend fluchende Kainé, die in ihrer Rage Kraft zu suchen scheint. Die genervt ist und allein gelassen werden will – und sich deshalb köstliche Wortgefechte mit Grimoire Weiss liefert. Das fliegende Buch sorgt nicht nur dafür, dass der Held mit mächtigen Zaubern kämpfen kann, sondern kommentiert mit bissiger Süffisanz auch Kainés leichte Bekleidung sowie zahlreiche Gelegenheiten, bei denen man mal wieder nur Paketdienst für einen Auftraggeber spielt. Diese ständig präsente Mischung aus krassen Schicksalen, amüsanter Leichtigkeit und kraftvoller Entschlossenheit hat einen gewaltigen Anteil daran, dass vieles an Nier so liebenswert ist.

Denkwürdige Momente erlebt man viele - hinzugekommen sind kleine Ergänzungen und Veränderungen.
Denkwürdige Momente erlebt man viele - hinzugekommen ist neben kleinen Ergänzungen und Veränderungen sogar eine komplett neue Episode.
Und selbstverständlich ist auch die Geschichte selbst wichtig dafür; nimmt sie doch immer wieder überraschende Wendungen, die vorherige Ereignisse in ein anderes Licht stellen. Die Handlung ist nicht übermäßig komplex – das Universum aber so faszinierend, dass es viel Raum für interessante Entwicklungen gibt. Wobei auch da immer das emotionale Erleben im Vordergrund steht. Das gilt für den roten Faden ebenso wie für einzelne Nebenmissionen, in denen man über kleine Entscheidungen direkt in die Schicksale eingebunden wird.

Emils Sekundendrama

Gleichzeitig muss man klar sagen, dass Nier in Sachen Inszenierung recht altbacken daherkommt. Manche Filmszenen zeigen zwar imposante Bilder, abseits davon stehen sich Charaktere allerdings oft schlicht gegenüber, während man ihre Dialogzeilen einzeln durchklickt. Schade, dass man die Unterhaltungen nicht wenigstens automatisch ablaufen lassen kann. Die sind im Gegensatz zum Original schließlich komplett vertont, was die Gespräche stark aufwertet. Trotzdem ist das klassische Angucken des starren Gegenüberstehens minimal Animierter spätestens in Filmszenen nicht gerade packend.

Kommentare

Kainé21 schrieb am
Das ist ja Pech mit dem Pyrite. Ich wurd damit zugeschmissen, obwohl das laut Wiki nur im Barren Temple droppt.
Das Balancing ist halt abgefucked in dem Spiel.
Auf schwer: A ganz ok, B total overtuned, C dann ok (außer DLC, den würd ich nur auf leicht machen, um den eigenen Verstand zu schützen).
Ich weiß nicht, was das max level ist. Ich ging einfach von 99 aus. Bis zum Ende erreichte ich irgendwas zwischen 41-43
Drakengard I müsste man halt aggressiv verbessern ... Drakengard 3 ist spielerisch auch unter aller Sau (neben der technischen Katastrophe). Da müsste man einfach noch mehr fixen als in diesem Spiel
Xris schrieb am
Kainé21 hat geschrieben: ?Gestern 17:33
Xris hat geschrieben: ?Gestern 14:14
Waffen aufrüsten ist übrigens nach wie vor eine Qual. Was hat sich der Entwickler nur dabei gedacht Items vorauszusetzen die nur über Sammelpunkte gefunden werden können? Und die dann auch noch mit einer extrem geringen Wahrscheinlichkeit dort auftauchen und nur neu geladen werden wenn man das komplette Gebiet verlässt? Ich sag nur Adlerei... das taucht einmal definitiv im Rahmen der Hauptquest auf und dann braucht man davon noch x weitere für Waffen die mit einer Wahrscheinlichkeit von gefühlt 0,01% an nur einem Sammelpunkt auftauchen. Das ist noch weitaus schlimmer als bestimmte Gegner abzufarmen. Jetzt weiß ich auch wieder weshalb ich im Original meine gewünschten Waffen nicht alle komplett aufgerüstet hatte. Und gleichzeitig schmeißt einem das Spiel hässliche DLC Waffen hinterher die weitaus mehr schaden machen und kinderleicht aufzurüsten sind. Logik? Haben die Schnickschnackschnuck gemacht für die zur Verbesserung der Waffen benötigten Materialien, oder wie darf ich mir das vorstellen?
Das mit dem eagle egg ist so schlimm, dass sie schon vor 11 Jahren im Original-DLC das eagle egg farmbar gemacht hatten hinter der 3. DLC-Tür. Ist zwar jetzt nicht unbedingt weniger anstregend, jedes Mal 20 Minuten verballern, um sich durch die Gegnerhorden zu schnetzeln (auf leicht natürlich, ansonsten wäre das masochistisch), aber mit dem DLC kann man das eagle egg wenigstens nicht mehr verpassen.
Der DLC kam ja damals später dazu. Vielleicht wollte man damals für Waffen, die man so spät bekommt, keine zu schlimmen Grinds mehr voraussetzen, weil viele Leute das ja schon gespielt haben werden. Hätte man für das Remaster natürlich gern ändern können.
Aufrüsten muss man für die Enden zum Glück keine Waffen (das musste man für Drakengard 3 noch tun!). Wenn man aber das Achievement haben will .. viel Spaß. Sind bestimmt 20 Stunden nur grinding.
Ja hab ich schon gehört. Und bin im DLC hinter dem...
Kainé21 schrieb am
Xris hat geschrieben: ?Gestern 14:14
Waffen aufrüsten ist übrigens nach wie vor eine Qual. Was hat sich der Entwickler nur dabei gedacht Items vorauszusetzen die nur über Sammelpunkte gefunden werden können? Und die dann auch noch mit einer extrem geringen Wahrscheinlichkeit dort auftauchen und nur neu geladen werden wenn man das komplette Gebiet verlässt? Ich sag nur Adlerei... das taucht einmal definitiv im Rahmen der Hauptquest auf und dann braucht man davon noch x weitere für Waffen die mit einer Wahrscheinlichkeit von gefühlt 0,01% an nur einem Sammelpunkt auftauchen. Das ist noch weitaus schlimmer als bestimmte Gegner abzufarmen. Jetzt weiß ich auch wieder weshalb ich im Original meine gewünschten Waffen nicht alle komplett aufgerüstet hatte. Und gleichzeitig schmeißt einem das Spiel hässliche DLC Waffen hinterher die weitaus mehr schaden machen und kinderleicht aufzurüsten sind. Logik? Haben die Schnickschnackschnuck gemacht für die zur Verbesserung der Waffen benötigten Materialien, oder wie darf ich mir das vorstellen?
Das mit dem eagle egg ist so schlimm, dass sie schon vor 11 Jahren im Original-DLC das eagle egg farmbar gemacht hatten hinter der 3. DLC-Tür. Ist zwar jetzt nicht unbedingt weniger anstregend, jedes Mal 20 Minuten verballern, um sich durch die Gegnerhorden zu schnetzeln (auf leicht natürlich, ansonsten wäre das masochistisch), aber mit dem DLC kann man das eagle egg wenigstens nicht mehr verpassen.
Der DLC kam ja damals später dazu. Vielleicht wollte man damals für Waffen, die man so spät bekommt, keine zu schlimmen Grinds mehr voraussetzen, weil viele Leute das ja schon gespielt haben werden. Hätte man für das Remaster natürlich gern ändern können.
Aufrüsten muss man für die Enden zum Glück keine Waffen (das musste man für Drakengard 3 noch tun!). Wenn man aber das Achievement haben will .. viel Spaß. Sind bestimmt 20 Stunden nur grinding.
DJ_Leska schrieb am
Danke für den Hinweis @DancingDan!
Richtig ist, dass ich das Spiel zu einem Zeitpunkt gestartet habe, als es noch nicht fertig installiert war. Tatsächlich habe ich besagte Stelle allerdings erst am nächsten Tag erreicht und zu diesem Zeitpunkt war das Spiel längst zu 100% installiert.
Daher würde ich das ganze weiterhin als "Bug" bezeichnen bzw. fehlerhaften "Trigger" --> dem Spiel wird anscheinend der volle Installationsstatus nicht rückgemeldet.
Hab es jetzt zu 100% installiert und bin extrem gespannt, was ich später zu sehen bekomme :Blauesauge:
Xris schrieb am
Aber irgendwie interessant. Die Fragen hab ich auch noch nie gehört. Weder im Original noch im Remaster. Wie über mir vermutet das es sich dabei um nicht verwendetes Material und um einen Bug handelt ist wohl am wahrscheinlichsten.
Waffen aufrüsten ist übrigens nach wie vor eine Qual. Was hat sich der Entwickler nur dabei gedacht Items vorauszusetzen die nur über Sammelpunkte gefunden werden können? Und die dann auch noch mit einer extrem geringen Wahrscheinlichkeit dort auftauchen und nur neu geladen werden wenn man das komplette Gebiet verlässt? Ich sag nur Adlerei... das taucht einmal definitiv im Rahmen der Hauptquest auf und dann braucht man davon noch x weitere für Waffen die mit einer Wahrscheinlichkeit von gefühlt 0,01% an nur einem Sammelpunkt auftauchen. Das ist noch weitaus schlimmer als bestimmte Gegner abzufarmen. Jetzt weiß ich auch wieder weshalb ich im Original meine gewünschten Waffen nicht alle komplett aufgerüstet hatte. Und gleichzeitig schmeißt einem das Spiel hässliche DLC Waffen hinterher die weitaus mehr schaden machen und kinderleicht aufzurüsten sind. Logik? Haben die Schnickschnackschnuck gemacht für die zur Verbesserung der Waffen benötigten Materialien, oder wie darf ich mir das vorstellen?
schrieb am