Wasteland 3 - Test, Rollenspiel, PC, PlayStation 4, Xbox One

 

Test: Wasteland 3 (Rollenspiel)

von Jörg Luibl



Publisher: Deep Silver
Release:
28.08.2020
28.08.2020
28.08.2020
28.08.2020
28.08.2020
Erhältlich: Digital (PSN, Xbox Store, GOG, Steam), Einzelhandel
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Paare und eigene Ranger

Aber bevor ihr mit nahezu jeder Entscheidung in Quests dafür sorgen könnt, dass auch der Ruf zu einer der Fraktionen steigt oder sinkt, was übrigens auch die Dialog-Erfolge unter ihnen erleichtert, könnt ihr ganz eigene sowie vorgefertigte Ranger erstellen, so dass man später mit einer Sechsergruppe unterwegs ist. Neu sind die Paare, darunter zwei Punks oder zwei Nerds, die sich meist gut ergänzen und eigene Kommentare abgeben. Ich habe mich für Vater und Tochter entschieden, für einen Nahkämpfer und Scharfschützin. Die Partyinteraktion kocht allerdings  auf Sparflamme im Vergleich zu anderen Titeln, aber die rekrutierbaren NSC geben ihren Senf mal ab und zu ab - da hätte mehr Konfliktreiches und vor allem mehr an Eigenleben passieren können.

Die Charakterentwicklung wurde angepasst und gestrafft, bietet klassische Attribute von Stärke über Glück bis Wahrnehmung, die sich auf Erfolgschanchen im Kampf sowie der Erkundung auswirken. Und man liest den Humor des Spiels aus Fähigkeiten wie "Arschkriecher" für rhetorisches Einschmeicheln oder "Hinterhältiger Scheiß" für subtile taktische Finessen heraus. Hinzu kommen freischaltbare Vorteile, die an das Aufstufen dieser Fähigkeiten verknüpft sind, so dass man z.B. länger schleichen oder Minen ignorieren kann. Allerdings: Wer sich auf etwas konzentriert, kann schon nach einem Drittel des Spiels einige Werte auf zehn Punkte maximiert haben, ohne dass etwas nützliches Neues auftaucht...

Frischer Wind im Ödland

Auch Brian Fargo hat sich in Colorado Springs verewigt...
Auch Brian Fargo hat sich in Colorado Springs verewigt... (PS4)
Dass dieses Wasteland 3 schriller und abgefahrener ist, demonstriert auch die Fähigkeit "Verrückte Wissenschaft", die sich nicht nur für die berühmte Toaster-Reparatur eignet. Mit ihr kann man exklusiv abgefahrene Rüstung sowie Waffen einsetzen, um seine Feinde zu schrumpfen, sie wahnsinnig zu machen oder tatsächlich mit gefrorenen Hamstern zu beschießen. Aber keine Bange, es gibt mit dem Schlösserknacken, Sprengstoff oder Nerdkram aka Computer hacken auch genug klassische Fähigkeiten. Und das Schöne ist: Man kann mit diesem subversiven Kram auch einiges anrichten! Überhaupt strotzt Wasteland 3 vor bösem Unfug: Wer traut sich den Koffer zu öffnen, den man auf keinen Fall öffnen darf? Wie viele Cyborg-Hühner sammelt ihr ein?

Aber es geht nicht nur um Schabernack oder Zirkus. Was mir ebenfalls gefällt ist, dass man in einigen Bereichen klar vor Diebstahl oder dem Knacken von Schlössern gewarnt wird: Man bekommt noch vor der Tat erst einen, dann vielleicht einen letzten zweiten Hinweis von Anwesenden oder Wachen, bevor die Situation im Kampf eskaliert. Zwar hat man das nicht konsequent auf alle Areale übertragen, so dass das Eindringen oder Plündern nicht immer geahndet wird, aber in den wichtigen Missionen entsteht dadurch eine authentische Atmosphäre von Konsequenz.

Auf in den Kampf.
Auf in den Kampf gegen durcgeknallte Clowns. (PS4)
Die Straßen von Colorado Springs, einer Stadt mit mehreren Bezirken (und nervigen Ladezeiten dazwischen), wirken angenehm lebendig, zumal es sich lohnt, da auch auf Kleinigkeiten wie den Zeitungsjungen zu achten, der Schlagzeilen aus den eigenen Taten macht, oder ein flirtendes Pärchen mal anzusprechen - es gibt viel Situationskomik. Auch wenn der Humor in Colorado zwischen Cowboy-Romantik und Joker-Sadismus manchmal im Rohr krepiert, weil er zu plump aufgetragen wird, kriecht er woanders wieder so sympathisch raus, dass man sich einfach schlapplacht. Und dann soll man ein paar Minuten später entscheiden, ob ein Synth weiterleben darf, der einen mit Kinderstimme Herz zerreißend anfleht! Aber hat sein KI-Boss damals nicht die Desert Ranger fast vernichtet? In seinen besten Momenten ist dieses Wasteland 3 also  eher Tragik-Komödie als Comedy.

Die Karten kann man leider nicht beschriften.
Die Karten kann man leider nicht beschriften. (PS4)
Weniger cool ist, wenn manche NSC nicht mehr auf erledigte Aufgaben reagieren oder wenn dass das Missionsdesign manchal zu offensichtlich an Level gebunden wird. Sprich: Wer sich eine Aufgabe vornimmt, für die Stufe 7 empfohlen wird, der findet manchmal in allen Räumen und Fluren dieses Gebiets tatsächlich nur Safes oder Computer, die die Voraussetzung Stufe 7 im Schlösserknacken oder Nerdkram haben. Dann heißt es alle Feinde besiegen und später zum Plündern zurückkehren, falls die eigenen Spezialisten diese Fähigkeiten erst auf Stufe 6 entwickelt haben - aber immerhin steigt man recht zügig auf und kann auch über Wissensbücher oder Artefakte so manches Talent schnell ein, zwei Stufen anheben.

Kommentare

TheLaughingMan schrieb am
Habe gestern auch mal Zeit gehabt rein zu schnuppern und das Tutorial gespielt.
Fand es gar nicht mal so gut. Das Design wirkt irgendwie zu bunt und, in Ermangelung eines besseren Wortes, mainstreamig. Die Übersetzung ist teilweise wirklich schlecht und einfach inhaltlich falsch. Das ist mir als erstes bei den Quirks aufgefallen. Ein Serial Killer ist kein Massenmörder, das sind zwei unterschiedliche Dinge. Und das die Story von Wasteland 1 nicht erst vor zwei Jahren stattgefunden hat dürfte auch klar sein. Selbst der gesprochene Text sagt das. Meine Güte...
PS4Nation schrieb am
Was den Humor angeht hätten sie eine Auszeichnung verdient. aber wegen der knappen Handlung und sonstiges weniges zu endecken, verdient es vielleicht noch ne schlechtere Wertung. Vorallem der absurd leichte Schwierigkeitsgrad selbst auf dem höchsten, wo man sich einfach mit attrappen quasi durchballert und sich durch perks alles einkaufen kann, zerstört jegliche herausforderung. Und ja selbst nach 2 Patches stürzt es immernoch regelmäßig ab.
Irenicus schrieb am
nach fast 100 std spielzeit (97,6 um genau zu sein xD) der erste wirklich ärgerlichere bug kurz vorm ende, keine sorge ich bleibe 100% spoilerfrei^^
nach einem kampf sollte wohl ein mitglied (kein selbst erstelltes) meines squad etwas sagen, problem war nur, die person war im kampf gefallen und hab diese auch im kampf nicht wiederbelebt weil es für den schnellen sieg nicht nötig war(ca. 10-15 runden), man hat die person dann nur am boden atmen gesehen. :D
zwar kein absturz, das spiel lief ja weiter, es ging nur nicht weiter, aber man konnte auch nicht mehr ins menü also musste ich raus tabben und den prozess beenden.
da war das spiel wohl etwas zu realistisch xD
Irenicus schrieb am
ok, bei einem kontrapunkt muss ich meine meinung revidieren, lag einfach daran das ich keinen in meinem team mit einem scharfschützengewehr ausgestattet hatte und erst später mods mit entsprechender reichweite (+12) bekam.
das herauszoomen ist für weite entfernungen wirklich zu gering, das problem hatte ich schlicht nicht weil die entfernung immer etwas näher sein musste um in schussreichweite zu sein.^^
den soundbug hatte ich bis jetzt nur ein einziges mal in denver.
ach ja, weil hier immer wieder wasteland 2 so hoch gelobt wird,
dann installiert/spielt es doch nochmal und schaut wie ihr mit dessen steuerung zurecht kommt, ich erinnere mich an den endkampf das war einfach nur ein gemurkse mit der steuerung ganz besonders in diesem "gebiet". xD
Todesglubsch schrieb am
UAZ-469 hat geschrieben: ?
06.09.2020 16:30
Es geht also meist um Glaskanone gegen Glaskanone.
Das stimmt leider. Die Partei, die die erste Runde hat, hat im Grunde fast schon gewonnen.
Vor allem wenn man ein paar gut geskillte Sniper im Team hat.
Daher wünschen sich einige auch wieder das alte Initiativesystem zurück (allerdings ohne die aufgeblasenen Initiative-Werte der Gegner).
schrieb am

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