Paper Mario: The Origami King - Test, Rollenspiel, Nintendo Switch

 

Test: Paper Mario: The Origami King (Rollenspiel)

von Matthias Schmid



Publisher: Nintendo
Release:
17.07.2020
Spielinfo Bilder Videos
(K)ein Rollenspiel?

Abseits der rundenbasierten Kämpfe, die ich später im Text en detail beleuchte, ist der Rollenspiel-Anteil des Titels gering: Marios Lebensleiste wächst zwar an, man freut sich über die steigende Unterstützung des Toad-Publikums und findet nützliche Items oder dauerhafte Kampf-Verstärkungen - trotzdem ist The Origami King eher ein Abenteuer mit jeder Menge Erkundung, Dialogen und Kämpfen denn ein waschechtes RPG. Die sehr grobe Karte benutzt man dabei noch seltener als das überschaubare Ausrüstungsmenü (wo man Hämmer und Schuhe für den Kampf wählt) oder die Reiter Zubehör und Items - die Zeit, die man in diesen Menüs verbringt, macht nur einen sehr geringen Anteil der Gesamtspielzeit aus. Zum Glück gilt selbiges auch für die Ladezeiten: Mario und sein Team öffnen unzählige Türen, betreten viele Häuser und latschen regelmäßig aus dem Bildschirm, nach nur zwei bis fünf Sekunden Mini-Ladescreen geht es aber stets weiter. Etwas ärgerlich ist der nur eine Spielstand pro Switch-User - mehrere Speicherstände anzulegen ist daher nicht möglich. Intelligent Systems übertreibt es übrigens nicht mit der Tutorial-Dichte: Zwar werfen Olivia oder die Toads ihre Tipps immer mal wieder in den Ring oder bieten auf Wunsch Hilfestellungen an - man fühlt sich aber nie so penetrant an die Hand genommen wie in manchem Mario & Luigi von Alphadream.

Ist ja hammer-hammer-hart

Eine Bootsfahrt, die ist sehr hübsch und bald richtig gefährlich - das Floßtaxi der Toads quert wilde Stromschnellen.
Eine Bootsfahrt, die ist sehr hübsch und bald richtig gefährlich - das Floßtaxi der Toads quert wilde Stromschnellen.
Der drollig animierte Scherenschnitt-Klempner tigert durch eine weit verzweigte Welt voller begehbarer Gebäude und Geheimgänge. Auf Knopfdruck öffnet man Türen, plaudert mit Figuren oder zerrt verklemmte Toads aus allerlei Ritzen. Die einmal mehr beispiellos ängstlichen Pilzköpfe sind um keine Ausrede verlegen, wie es dazu kommen konnte, dass sie in all diese misslichen Lagen gerieten. Und Mario wird nicht müde, sie an allen Ecken und Enden der Spielwelt aufzuspüren und zu befreien. Sein Hammer kommt dabei ständig zum Einsatz: Nicht nur werden damit Kisten, Hindernisse und sehr schwache Feinde pulverisiert, das Schlaginstrument dient auch zum Sammeln der Toads. Denn viele von ihnen wurden zu Papp-Objekten geknickt oder harren als gefaltete Tierchen und Insekten ihrer Errettung. Zack, Hammer drauf - auf diese Weise bügelt Mario die Falten aus den Kerlchen. Das fühlt sich für den Spieler nicht nur haptisch gut an, man verbessert dadurch auch die Zahl der Toads, die während der Rundenkämpfe im Publikum sitzen. Nach und nach verwandelt sich so die Stimmung während der Balgereien von „Bundesliga-Rückrunde mit Corona-Regeln“ zum „Revierderby mit Endstand 4:4“.


Crunchtime wayne! Dieser Toad freut sich nach seiner Befreiung auf die Rückkehr ins Berufsleben. Die Texte sind fast durch die Bank eine Wucht!
Crunchtime wayne! Dieser Toad freut sich nach seiner Befreiung auf die Rückkehr ins Berufsleben. Die Texte sind fast durch die Bank eine Wucht!
Neben allerlei Gründen zum Draufhauen, Story-Dialogen, versteckten Passagen, Sammel-Items in Kisten und den Feinden stellt die Schnipsel-Mechanik einen weiteren Grundbaustein des Spiels dar: Fast immer, wenn Mario auf einen Busch klopft, eine Kiste zermalmt oder einen Antagonisten niederstreckt, regnen Papierschnipsel herab. Die werden automatisch in einem Säckchen gesammelt und per Knopfdruck wieder in die Luft gefeuert. Mario kann damit nämlich buchstäblich Löcher (in die man auch purzeln kann, autsch!) in der Spielwelt flicken. Das sorgt für klingende Münzen in der Tasche und fühlt sich ebenfalls gut an - man hat immer ein bisschen was zu tun und muss regelmäßig seinen Schnipsel-Vorrat im Blick haben, um nicht plötzlich mit leeren Händen dazustehen. Was würde dann nur aus der Quote „Grundlose Löcher repariert“, die man im Menü für jeden einzelnen Levelbereich einsehen kann! Abseits davon stecken so viele kleine Ideen und Spielelemente in Paper Mario: The Origami King, dass man sich fragt: Halten die das wirklich über die gesamte Spiellänge durch? Völlig spoilerfreie Antwort: Ja.

Kommentare

Krulemuk schrieb am
Ich bin mittlerweile in der vierten oder fünften Welt und so kreativ das Spiel auch ist und so sehr ich es auch zwischenzeitlich gefeiert habe, so sehr nerven mich jetzt auch seine Defizite. Neben der bereits genannten aufgesetzen Bewegungssteuerung (die man abschalten kann, deren Substitution aber weiterhin aufgesetzt und belanglos wirkt) nerven/frustrieren mich vor allem die Standardkämpfe extrem. Im Gegensatz zum Anfang dauert alles gefühlt ewig und man verliert nur Zeit und Ressourcen. Gibt mMn echt viel Licht und Schatten in dem Spiel.
PlayerDeluxe schrieb am
Sorry for Doppelpost!
Das Spiel ist ja so toll. Kam heute aus dem Grinsen echt nicht mehr raus. Stichwort: Das Theater.
Spoiler
Show
Was da aufgefahren wird - Hammer! Wildwest Duelle, Ballet-Einlagen unterlegt von Tchaikowski's Schwanensee... Der Knüller. Alles so cool verpackt und Mario als Hauptdarsteller in dem Ganzen. :D Am Ende die Gummiwalküre als Boss - so nenne ich sie mal :lol:
Muss mich echt jedes Mal vom Spiel lösen. :Vaterschlumpf:
PlayerDeluxe schrieb am
Steppenwaelder hat geschrieben: ?
03.08.2020 07:44
Ich finde das Spiel seit dem Herbstwald auf durchgehend sehr unterhaltsamen Niveau.
Ja, dort ist es wirklich wunderschön. :heart_eyes:
Habe gerade das
Spoiler
Show
Kachelrätsel
im Tempel des Wasserpergamentons erledigt und musste mich nach der darauffolgenden Speichermöglichkeit erstmal vom Spiel lösen. :D
Die Bosskämpfe sind echte Highlights später dann.
Die
Spoiler
Show
Buntstifte
fand ich klasse. An kreativen Ideen ist das Spiel kaum zu toppen. Humor sitzt auch.
mafuba schrieb am
Ich muss meine Aussage von heute Morgen etwas revidieren. Habe etwas weitergespielt (sitze Grad in Hotel Quarantäne in Asien fest und hab eh nichts besseres zu tun :D ) und jetzt hats auf jeden Fall klick gemacht.
Das Geheimnis ist wirklich den einfachen Gegnern so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Der 1. Bossfight war auch herrlich - finde Boss fight System sehr gelungen. Und siehe da: Nintendo kann auch Humor :lol:
Bin froh, dass ich dem Titel eine Chance gegeben habe und gespannt was noch kommt. Nintendo Typisch strotz das Spiel nur so vor Kreativität
Levi  schrieb am
Anspruch in Sachen "Anordnungskniffel", aber da Geld und damit items kein wirkliches Problem sind, wird es nicht ernsthaft schwer.
Was aber in meinen Augen auch okay ist. Wenn man einen Pilz haucht, hat man es halt nicht gut gemacht :D
schrieb am

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