Dishonored 2: Das Vermächtnis der Maske - Test, Action, PC, PlayStation 4, Xbox One - 4Players.de

 

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Stealth-Action
Entwickler: Arkane Studios
Release:
11.11.2016
11.11.2016
11.11.2016
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ab 33,99€

ab 5,62€
Spielinfo Bilder Videos
Automatische Hinweise entwerten Rätsel

Die deutsche Lokalisierung ist übrigens sehr gut, sowohl was die Sprecher als auch die Texte betrifft. Gerade die Kombination aus Dasha und Manfred Lehmann, die auch im Spiel Vater und Tochter sprechen, ist natürlich ein Glücksgriff. Umso ärgerlicher ist, dass sich das Lesen der gut geschriebenen Briefe, Lieder und Anekdoten spielerisch oftmals nicht lohnt, weil jeder noch so kleine Hinweis oder mögliche Code sofort als Hilfestichwort in Kurzform auftaucht – so entwertet man natürlich den Rätselanspruch. Dieser unsägliche Archivautomatismus plagt ja viele moderne Spiele und ich frage mich immer wieder, warum man da nicht mal gegenwirkt. Denn das macht das selbstständige Recherchieren und Notieren überflüssig, so dass man alles Gesammelte schnell wegklickt, weil die aktive Lektüre nicht nötig ist. Schade ist übrigens auch, dass man z.B. Zeitungsartikel nicht wirklich in deren Layout darstellt, sondern sofort in moderne Schrift überträgt.

Sehr schön: Statt automatischer Minikarte gibt es nur ganze Areale in der Übersicht.
Sehr schön: Statt automatischer Minikarte gibt es nur ganze Areale in der Übersicht.
Trotzdem entsteht eine in sich stimmungsvolle Spielwelt. Man wird hinsichtlich der sozialen Realität zwar nicht so hineingezogen wie etwa im letzten Deus Ex: Mankind Divided mit seiner Diskriminierung und zwielichtigen Beschattung. Zum einen wird der Alltag in den Straßen und Gassen nicht ganz so dicht inszeniert, dass Karnaca wirklich lebendig wirkt. Zum anderen hangelt man sich in der Story recht vorhersehbar von Indiz zu Indiz und einige Konflikte wirken künstlich konstruiert. Das wird allerdings durch einige angenehm charismatische Antagonisten und das übersinnliche Element in Form des „Outsiders“ wieder ausgeglichen, der aus der düsteren Parallelwelt des „Nichts“ mit einem spricht und für erzählerische Neugier sorgt.

Und schließlich ist die Zusammenfassung der Ereignisse auf dem Schiff, das als eine Art Hauptquartier fungiert, lobenswert, denn so kann man trotz der vielen Details immer dem roten Faden folgen. Allerdings vermisse ich auf diesem Schiff mehr Entwicklung und Möglichkeiten: Es passiert an Bord zu wenig, es gibt kaum Geheimnisse und man kann dort nichts herstellen - man muss jeweils den Schwarzmarkt eines Viertels aufsuchen, um Waffen, Munition & Co zu kaufen oder aufzurüsten.

Spieldesign deluxe

Das Maschinenhaus gehört zu den großen Highlights des Abenteuers.
Das Maschinenhaus gehört zu den großen Highlights des Abenteuers.
Aber den großen Star dieses Abenteuers habe ich noch gar nicht erwähnt: das offene Leveldesign. Zu Beginn wirken die Abschnitte sehr ansehnlich, angenehm weitläufig, wenn auch recht konventionell in ihrem Aufbau. Was ich Dishonored 2 hoch anrechne: Es gibt keine Minikarten! Man muss irgendwo die Pläne eines ganzen Areals finden und kann diese dann im Inventar aufrufen.  Schon das Ausklamüsern der Route macht Laune: Meist führen mehrere Wege zum Ziel, nicht nur was das subtile oder brachiale Vorgehen, sondern auch die Taktik betrifft. Man kann vielleicht irgendwo abkürzen, die miesen Blitzbarrieren über die Strom erzeugenden Windmühlen ausschalten, falls man Kabelwerkzeug hat, Wachen belauschen oder weglocken, Schlüssel stibitzen und Tore öffnen oder als Fisch oder Ratte durch Kanäle oder Schächte infiltrieren – es gibt viele Möglichkeiten, seine Waffen und Fähigkeiten einzusetzen. Gerade diese spielerische Freiheit und der fließende Wechsel von subtil bis brachial ist unheimlich befriedigend.

Außerdem kommt am Ende eines Kapitels meist eine politische Komponente hinzu, denn man hat meist die Wahl, ob man bestimmte Antagonisten tötet oder im weitesten Sinne heilt  bzw. verschont. Das geht so weit, dass man der einen oder anderen Fraktion den Kopf des Anführers überbringen kann, um ihre Gunst zu gewinnen – man kann auch eine neutrale Lösung suchen. Je nach Wahl, ändert sich die Machtsituation in dem Viertel und man schafft sich später Freunde oder Feinde.

Kommentare

sourcOr schrieb am
padi3 hat geschrieben: ?
21.06.2017 17:56
Wäre noch besser, man hätte gleich auch das Waffenarsenal vereinfacht, da die Kämpfe auf Normal nicht sehr schwer sind. Oder freies Speichern durch Checkpoints begrenzen.
Ich weiß net, ob es erst durchs NG+ freigeschaltet wird, aber du kannst dir den Schwierigkeitsgrad verdammt genau anpassen, u.a. auch was Speichern angeht wenn ich mich recht entsinne.
padi3 schrieb am
Hab es auch durchgezockt - wirklich ein Meisterwerk.
Und wie gehofft spielt es sich ohne Fähigkeiten richtig gut. Spannendes Schleichen das mal wie in Deus Ex, mal an Ruinen eines Fallout 4 erinnert. Der erste Teil war aufgrund das Rumgespringe sehr vermittelmäßigt und wurde nur vom Überschwemmten Bezirk noch gerettet. Die DLCs hab ich da gar nicht mehr gespielt.
Wäre noch besser, man hätte gleich auch das Waffenarsenal vereinfacht, da die Kämpfe auf Normal nicht sehr schwer sind. Oder freies Speichern durch Checkpoints begrenzen.
mellohippo schrieb am
Das mit dem Ende ging mir ähnlich. Ich fand insbesondere den Bossfight zum Schluss etwas zu klischeehaft "rangeklatscht", wo das Spiel ja ansonsten vor genialen Ideen und Einfällen nur so übersprudelt wirkte der Endkampf in seiner Konventionalität auf mich ein bisschen wie ein Fremdkörper - so ähnlich wie die ganzen Bosskämpfe bei Deus Ex Human Revolution, fand das beim ersten Teil deutlich besser gelöst. Musste leider auch im Netz nachgucken wie man das gewaltlos löst, bin einfach ums verrecken nicht drauf gekommen - naja es war 3 Uhr morgens und ich hatte "etwas" Rotwein intus :)
Ansonsten volle Zustimmung, zusammen mit dem Vorgänger das Beste was ich so die letzten Jahre gezockt habe. Wobei ich beim Vorgänger im Nachhinein insgesamt die Story noch ein bisschen besser fand - hab alle Facetten auch erst nach zweimaligem Durchspielen entdeckt (1x gewaltlos und 1x mit hohem Chaosfaktor). Teil 2 harrt des zweiten Durchlaufes noch, will es unbedingt nochmal mit Emily als "Leichen pflastern ihren Weg"-Racheengel spielen :)
Freu mich jedenfalls total auf Prey, ich hoffe Arkane liefern wieder, haben mit Dishonored ja auf jeden Fall ordentlich vorgelegt.
Lord Hesketh-Fortescue schrieb am
Habe Dishonored 2 nun mit beiden Protagonisten durch und muss mich den (überwiegenden) Loben hier anschließen. Schon den ersten Teil fand ich in nahezu allen Belangen großartig. [Btw: shame on 4P, dass ihr dem Erstling 2012 unbedingt diesen einen popeligen Prozentpunkt zum Award versagen musstet; spürt meinen Zorn, ihr Haarspalter :Blauesauge: .]
Und auch beim zweiten Teil ist es bewundernswert, wie homogen und flüssig die einzelnen Aspekte (Artdesign inkl. Architektur, ausgefuchstes Leveldesign, Spielmechanik mit fantastischer Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit, dieses ungemein atmosphärische ?Whalepunk?-Flair, das über allem rätselhaft wabert,...) ineinandergreifen und den Spieler permanent umgarnen und einsaugen. Ob ich Teil 2 stärker als den ersten Teil einschätze, weiß ich noch nicht, die Eindrücke müssen sich erst mal setzen und reifen. Die übergeordnete Story finde ich schwächer, dafür hat es spielerisch nochmal zugelegt. Bei mir entstand durch dieses ?Wie-aus-einem-Guss-Gefühl? jedenfalls wieder ein unwiderstehlicher Spielrausch, wie das zuletzt vielleicht nur der dritte Hexer hinbekommen hat. Ganz tolle Serie!
Einziger größerer Kritikpunkt: Das Ende.
SpoilerShow
War mir zu abrupt. Dafür, dass ja emotional alles auf die große Wiedervereinigung zwischen Vater und Tochter hinausläuft, war mir dieser Moment und die Folgen dann zu buchhalterisch-bilanzierend heruntergebetet (je nach den im Spiel getroffenen Entscheidungen).
Fand ich in Relation zu Rest dann doch erstaunlich schwach. Das hatte was vom Abwürgen eines gut laufenden Edelkarossen-Motors am Ende einer ansonsten sehr schönen Tour. Dennoch: Bin bekennender Dishonored-Fan!
padi3 schrieb am
werd es auch noch ausprobieren.
dass man es ohne fähigkeiten spielen kann, klingt super. das wollte ich auch beim ersten teil, es mehr wie ein altes Thief durchgehen.
schrieb am

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