Outriders - Test, Shooter, PC, PlayStation 4, Xbox One, PlayStation 5, Xbox Series X

 

Test: Outriders (Shooter)

von Benjamin Schmädig



Entwickler:
Publisher: Square Enix
Release:
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
01.04.2021
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Etliche Aktionen und Gespräche ergeben einfach keinen Sinn oder sind auf alberne, leider unfreiwillige Art maßlos überzogen. Wenn man gleich nach der Ankunft auf dem neuen Planeten keine Erklärung der Umstände erhält, sondern dafür zusammengestaucht wird, dass man gerade 30 Jahre Tiefschlaf gehalten hat – von derselben Person, die einen eingefroren hat! – sorry, aber dann bin ich raus. Es ist ja nicht so, dass es sich bessern würde. Nein, es geht munter auf diesem Niveau weiter.

Richter und Vollstrecker

Den Vogel schießt dabei die Charakterzeichnung meines Protagonisten ab, der verschiedene Mitmenschen einfach hinrichtet. Richtig gelesen: Man sieht mehrmals dabei zu, wie Übeltäter durch Kopfschüsse aus unmittelbarer Nähe getötet werden, während man sich in einer absoluten Machtposition ihnen gegenüber befindet. Könnte man bei Kopfgeldaufträgen, in denen man starke Gegner nicht nur erledigen, sondern immer auch in einer separaten Sequenz erschießen muss, noch argumentieren, dass dort im Vorfeld schon ein Urteil gesprochen wurde, funktioniert das in allen anderen Fällen eben nicht. Dazu zählt ein Wissenschaftler, der ohne Zweifel moralisch fragwürdige Experimente durchgeführt hat, damit aber auch ein Heilmittel herstellen wollte – nur dass dieser Konflikt hier praktisch keine Rolle spielt; er wird einfach an Ort und Stelle getötet. Sogar einer der zentralen Charaktere stirbt auf diese Art, als er längst gefangen auf dem Boden kniet und lediglich so dreist ist, den Helden noch mal anzuschreien.

In dieser unreflektierten Darstellung ist das für mein Empfinden absolut unzumutbar. Denn Outriders nutzt sein Szenario ja nicht, um die Wandlung von Moralvorstellungen zu thematisieren oder den Verlust dessen, was wir unter modernem Menschsein verstehen. Das wäre klasse! Aber eine solche Intention merkt man den entsprechenden Szenen überhaupt nicht an. Und es geht auch nicht um Situationen, in denen man aus Notwehr handelt. Besser noch: Absurderweise erwähnt das Alter Ego sogar selbst, dass es gerade erst aus dem Tiefschlaf erwacht ist und deshalb emotional noch gar nicht in der neuen Situation angekommen. Gerade für ihn bzw. sie ergibt ein solches Handeln daher nicht den geringsten Sinn.

Die Erzählung ist über weite Strecken furchtbar plump, oft zum Fremdschämen und zeichnet schrecklich selbstgerechte Helden.
Die Erzählung ist über weite Strecken furchtbar plump, oft zum Fremdschämen und zeichnet schrecklich selbstgerechte Helden. (PS4)
Nun ist mir natürlich klar, dass Spiele grundsätzlich alles dürfen. Dass es Erzählenden freisteht, sich in jeder legalen Art und Weise auszudrücken. Mir persönlich ist dieses plumpe Propagieren einer so menschenverachtenden Selbstjustiz allerdings schlicht zuwider.

Hallo, Spiel?

Eine ganz andere Schwachstelle ergibt sich schließlich aus der zum Zeitpunkt des Tests noch immer sehr fehleranfälligen Verbindung zu anderen Spielern bzw. den Servern von Square Enix. Denn wer nach einer Wartezeit überhaupt ins Spiel kommt, muss damit rechnen, aus kooperativen Partien und im besten Fall auch gleich aus dem kompletten Spiel gekickt zu werden. Wir haben das sowohl auf PS4 als auch auf PS5, also den für den Test zentralen Plattformen, etliche Male erlebt. Wobei es besonders frustrierend ist, wenn es während einer Expedition geschieht, da man dort erst nach Abschluss der Mission Belohnungen erhält.

Immerhin: Waren die Verbindungsprobleme anfangs so schlimm, dass das Spiel sogar einen mangelhaften Eindruck hinterließ, läuft es jetzt schon deutlich besser. Das gemeinsame Spielen über verschiedene Plattformen hinweg, mussten die Entwickler dafür allerdings deaktivieren, und wann das wieder möglich sein wird, steht derzeit in den Sternen.
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Kommentare

MaxDetroit schrieb am
Hab Outriders nun auch durchgespielt. Hab sogar alle Sidequest erledigt und werde noch ein paar Expeditionen zocken.
Alles in allem hat es mir sehr gut gefallen, von mir gibt's ne 8 von 10 Punkten. Das es gerade in den Cutscenes ab und zu Probleme gab (Ruckler, Voice Sync, etc.) konnte ich verschmerzen, denn das Gameplay hat gefetzt, und auch die Gegner und Environments, trotz Recycling, waren für mich doch abwechslungsreich genug um mich bei der Stange zu halten. Story war okay, das Spiel hat sich selbst auch nicht all zu ernst genommen, ich fand einige Dialoge dafür sehr unterhaltsam, da war fast immer einen Augenzwinkern dabei, mochte ich. Endgame spiel ich jetzt nicht wirklich großartig weiter, aber für einen Storyshooter mit Looten & Leveln und optionalen Multiplayer ist das Game eine Runde Sache.
PS: Das Game hat teils sehr schöne Environment Art, was kaum irgendwo erwähnt wird, gerade am Ende gibt es noch ein paar Hingucker.
Flux Capacitor schrieb am
Vejieta hat geschrieben: ?08.05.2021 15:29
Flux Capacitor hat geschrieben: ?04.05.2021 13:37Aber hey, die Action stimmt und die Story ist halbwegs interessant, ich kann da locker darüber hinweg sehen. :mrgreen:
so geht's mir auch. muss aber sagen das die Story selbst ziemlich düster und abgefuckt ist. also wenn man die ganzen Einträge liest. Bin aber auch noch nicht durch.
Main-Quest schickt mich gerade in den Wald. Ist also noch ein bisschen was zu tun. Das Spiel selbst macht aber echt Laune, obwohl es einiges gibt was mir aufn Sack geht. Hab erst mit einem Pyro angefangen aber dann doch auf einen Tech gewechselt der mir deutlich mehr Spaß macht.
Die Story wird nicht wirklich schlechter im Verlauf, aber die Präsentation selbiger leider schon. :mrgreen:
Ja, nachdem ich alle Klassen durch probiert hatte, bin ich auch beim Technomancer hängen geblieben. Wohl weil sich dieser noch am klassischsten spielt. Ich mag einfach Granaten und fette Wummen in solchen Spielen. :lol:
Vejieta schrieb am
Flux Capacitor hat geschrieben: ?04.05.2021 13:37Aber hey, die Action stimmt und die Story ist halbwegs interessant, ich kann da locker darüber hinweg sehen. :mrgreen:
so geht's mir auch. muss aber sagen das die Story selbst ziemlich düster und abgefuckt ist. also wenn man die ganzen Einträge liest. Bin aber auch noch nicht durch.
Main-Quest schickt mich gerade in den Wald. Ist also noch ein bisschen was zu tun. Das Spiel selbst macht aber echt Laune, obwohl es einiges gibt was mir aufn Sack geht. Hab erst mit einem Pyro angefangen aber dann doch auf einen Tech gewechselt der mir deutlich mehr Spaß macht.
Flux Capacitor schrieb am
MaxDetroit hat geschrieben: ?04.05.2021 10:00 Ich spiele nebenbei mit einem weiblichen Charakter. Ich finde die Dialoge alles andere als plump, und ich mag ihre "I-dont-give-a-fuck" Attitüde schon irgendwie, der schwarze Humor in den Sidequests tut dann noch sein übriges. Ich frage mich ob das mit einem männlichen Main-Char dann anders rüberkommt, und das vielleicht den Unterschied zwischen meiner Wahrnehmung und der des Testers ausmacht.
Das dachte ich alles auch, bis ich das Spiel durch hatte. Es ist leider am Ende kein geiler B-Movie Scheiss, sondern einfach schlecht geschrieben, und das bei den wenigen Dialogen die man zu hören bekommt. Aber hey, die Action stimmt und die Story ist halbwegs interessant, ich kann da locker darüber hinweg sehen. :mrgreen:
MaxDetroit schrieb am
Ich spiele nebenbei mit einem weiblichen Charakter. Ich finde die Dialoge alles andere als plump, und ich mag ihre "I-dont-give-a-fuck" Attitüde schon irgendwie, der schwarze Humor in den Sidequests tut dann noch sein übriges. Ich frage mich ob das mit einem männlichen Main-Char dann anders rüberkommt, und das vielleicht den Unterschied zwischen meiner Wahrnehmung und der des Testers ausmacht.
schrieb am