Test zu Final Fantasy 12 von unserem Leser "[Bati 67]" - 4Players.de

 
3D-Rollenspiel
Entwickler: Square Enix
Publisher: Square Enix
Release:
01.02.2018
15.05.2009
11.07.2017
30.04.2019
30.04.2019
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Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

90%Gesamt
90%

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Lesertest von [Bati 67]

Der Höhepunkt der PS2 Ära

Etwa elf Monate nach dem Release in Japan (März 2006) erschien Final Fantasy XII nun auch bei uns in Deutschland und ist seit dem 23. Februar erhältlich, und es ist an der Zeit für mich, dieses Spiel einmal auf Herz und Nieren zu Prüfen. Denn nach dem siebten Teil (der eine ziemliche Spielspaß-Granate war uns ist) und einige schwächeren Titeln (Final Fantasy X-2 und FF XI) hat Square Enix hier ein ziemlich ?heißes? Spiel auf Lager.

Das Imperium schlägt zurück

Aber kommen wir doch erst einmal zur Story. Wie in so vielen Rollenspielen ziehen dunkle Zeiten über das Land, welches in FFXII Ivalice heißt ( Leute, die einen GBA haben könnten schon dort gewesen sein). Das archadische Imperium im Nordosten und das Land Rozarria
im Südwesten bekriegen sich und das Schlachtfeld ist ein kleines Königreich, welches auf den Namen Dalmasca hört und im Krieg kräftig mitmischt. In einer Stadt namens Nalbina bekriegen sich Soldaten aus Archadia und Dalmasca, doch dabei wird der frisch verheiratete Thronfolger ermordet. Und hier steigt ihr ins Spiel ein. Ihr erlangt in der Haut eines dalmascanischen Soldaten namens Reks das Bewusstsein und bekommt von eurem Hauptmann, der sich Basch (der später in der Story eine wichtige Rolle spielt) nennt, die Steuerung und das neue Kampfsystem (dazu später mehr) beigebracht. In Nalbina soll auch der Friedensvertrag zwischen Dalmasca und Archadia unterzeichnet werden, wobei der König und Reks von Basch getötet werden. An diesem Punkt macht das Spiel einen kleinen Zeitsprung. Zwei Jahre nach dem Tod des Königs ist Dalmasca unter der Führung des Imperiums und ab jetzt spielt ihr auch den eigentlichen Hauptcharakter, nämlich Reks? Bruder Vaan. Vaan ist ein Waisenkind und überlebt durch kleinere Taschendiebe und möchte den großen Coup bei einem Bankett des Imperiums machen, indem er sich in den Palast schleicht und die Schatzkammer etwas ?erleichtern?. Zwar schafft er es, aus der Schatzkammer zu fliehen, doch wird er dann von Imperialen geschnappt und ins Gefängnis geworfen. Wie es weitergeht, verrate ich jetzt nicht, aber es gesellen sich in den ersten 5-7 Stunden des Spiels noch weitere Gefährten hinzu. Abseits der Story gibt es einiges zu entdecken, da euch das Spiel nur einen Punkt vorgibt, zu dem ihr gehen müsst, um die Geschichte voranzutreiben. Ihr könnt euch also zu Beginn durch Ivalice (fast) frei bewegen, nur sind in einigen Gebieten die Monster noch zu stark. Außerdem könnt ihr dem Clan Centurio beitreten und Monster gegen eine Belohnung jagen, nur laufen diese Missionen immer nach dem Schema ?gehe zu Person xy, erledige Monster, gehe wieder zu Person xy und hole dir die Belohnung?. Zu erwähnen sei noch, das es in FFXII viele Sidequests gibt, in denen ihr euch Geld, Gegenstände oder Waffen verdienen könnt. Zusammengerechnet braucht ihr etwas 50 ? 85 Stunden, um das Spiel abzuschließen.

Das neue Gameplay

In Final Fantasy XII wurde das Gameplay runderneuert, vor allem das Kampfsystem. Es gibt nun keine Zufallskämpfe mehr, sondern alle Monster sind jetzt in den Arealen sichtbar. Mit einem Druck auf die ?X? -Taste öffnet ihr das Kampfmenü, aus welchem ihr die verschiedenem Aktionen wie Angriff, Weiß- und Schwarzmagie, Techniken, oder Myst-Teks (darauf komme ich später zu sprechen) auswählen könnt. Die Kämpfe laufen auch dieses Mal wieder nicht in Echtzeit ab, sondern jeder Charakter braucht etwas Zeit, um eine Aktion vorzubereiten und auszuführen. Es gibt also auch keinen separaten Kampfbildschirm mehr.
Das neue Kampfsystem ist alles in allem sehr gut und bringt frischen Wind in die Serie.

Außerdem gibt es jetzt die so genanten Gambits, die den etwas fauleren Naturen etwas unter die Arme greifen. In einem Menü regelt ihr die Gambits, so könnt ihr zum Beispiel einstellen, dass einer eurer Gefährten einen anderen heilt, falls dessen HP unter 70% fallen oder auf ein Monster den Zauberspruch Feuer hexen, falls dieses für das jeweilige Element anfällig ist. Wenn ihr sehr geschickt seid mit dem Einstellen der Gambits, kann praktisch das Spiel für euch selber Kämpfen.
Erinnert ihr euch an das Sphärobrett aus dem zehnten Teil? Dieses ist auch mit von der Partie, allerdings in einer abgeänderten Form und schimpft sich jetzt Lizenzbrett. Das Lizenzbrett sieht aus wie ein Schachbrett, hat aber mehr Felder. Diese Felder müsst ihr mit License ? Points, die ihr durch besiegen von Monstern bekommt aktivieren. Im Gegenzug dürft ihr Waffen und Zaubersprüche benutzen. Und da liegt auch der erste Kritikpunkt: ihr müsst, nachdem ihr die Lizenz für einen Zauberspruch habt, diesen in einem der vielen auf Ivalice verteilten Händler für teuer Geld kaufen. Dies ist etwas nervig, da einige Zaubersprüche (genauso verhält es sich übrigens mit Techniken) unverschämt teuer sind.

Aber ihr könnt die Charakterentwicklung durch das Lizenzbrett individuell bestimmen. Eure Charaktere erreichen immer dann ein höheres Level, wenn sie genügend Erfahrungspunkte gesammelt haben. Durch ein Level-Up steigert sich aber nur die Anzahl der Maximal-HP. Doch nun zu den vorhin erwähnten Myst ? Teks: Dies sind besonders starke Zauberangriffe, die ihr auch zu dritt mit eurer gesamten Party ausführen könnt. Dabei müsst ihr euch einer Art Reaktionstest unterziehen, bei dem ihr sehr schnell eine eingeblendete Taste drücken müsst. So könnt ihr sie zu langen Ketten verbinden und besonders viel schaden anrichten. Allerdings ist nach einer Myst ? Tek die MP- Leiste leer, wodurch ihr bei längeren kämpfen blöd da steht. Zu erwähnen wären noch die Esper: Das sind spezielle Monster, die ihr erst besiegen müsst, bevor ihr sie beschwören könnt. Allerdings haben die Esper kaum einen Nutzen, da ihr nach einer Beschwörung nur alleine in den Kampf geht und die Biester kaum kontrollieren könnt. Außerdem gibt es ein Zeitlimit, nach welchem eure Esper sich zurückzieht und eine besonders starken Angriff ablässt.

Das läuft auf der PS2?!

Kommen wir nun zur Präsentation und dem Sound. Eines vorweg: die Grafik ist gewaltig! Was die Leute von Square da aus der betagten Lady herausgekitzelt haben, ist kaum zu glauben. Ihr seht, besonders in den Städten, sehr viele Details, zum Beispiel gleich zu Beginn des Spiels in der Hauptstadt Rabanastre. Die Städte wirken durch die vielen Personen sehr lebendig und überall ist was los in Ivalice. Im Spielverlauf zieht ihr durch Wüsten, Steppen, Wälder, Berge und auch eine Küstengegend ist dabei. Auch die Gesichtanimationen sind gelungen und die Zwischensequenzen sind kinoreif, hin und wieder werden auch Rendersequenzen eingespielt. Etwas auf die Ohren gibt?s auch, obwohl der Soundtrack diesmal nicht von Uematsu komponiert wurde. Dennoch passt der Sound eigentlich ganz gut, in Dungeons werden die Klänge dominanter, in Städten entspannter. Auch die Synchronsprecher haben gute Arbeit geleistet, allerdings auf Englich, was nicht weiter schlimm ist, da es deutsche Untertitel gibt. Zusammenfassend kann man also sagen, dass die technische Seite des Spiels brillant ist. Kleine Bemerkung am Rande: die PAL- Balken halten sich in Grenzen, nicht wie in FFX.

The Good and the Bad

Abschließend kan ich sagen, dass Final Fantasy 12 ein super Spiel ist und mich etwa 85 Stunden an die PlayStation 2 gefesselt hat, da man einfach ganz Ivalice wie seine Westentasche kennen will und man den Drang hat, aufzuleveln bis der Arzt kommt. Das neue Kampfsystem ist sehr gut und durch die Gambits weniger hektisch. Nur hätten sich die Programmierer die Esper vollkommen sparen können, da diese nichts bringen und eigentlich eine Zeitverschwendung sind. Außerdem sind einige Bosskämpfe etwas schwer, da euch die Gegner zu oft mit Zustandsveränderungen, gegen die ihr kaum etwas machen könnt, belästigen. Zudem störte mich, dass man Zaubersprüche, die man auf dem Lizenzbrett schon freigeschaltet hat, noch extra kaufen muss, was ins Geld geht. Dies sind jedoch Kleinigkeiten, die positiven Seiten des Spiels überwiegen hier ganz eindeutig, weshalb ich dem Spiel 93 % gebe :)

Cheers BaTi
Pro
  • Grafik
  • Gameplay
  • Größe von Ivalice
  • Lange Spielzeit
  • Brilliante Story
  • Einige Sidequests
Kontra
  • Zaubersprüche müssen gekauft werden
 

Final Fantasy 12

Final Fantasy 12
[Bati 67]
[Bati 67] 12.05.2009 PS2 
93%
12 4

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