Death Stranding - Test, Action, PlayStation 4 - 4Players.de

 

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Action-Adventure
Entwickler: Kojima Productions
Publisher: Sony
Release:
Q2 2020
08.11.2019
Jetzt kaufen
ab 56,90€
Spielinfo Bilder Videos
Ein Einstieg wie ein Erdbeben
 
All das erlebt ihr quasi im Einstieg dieses Spiels, der nach den vier kosmologischen Explosionen der Einleitung selbst wie ein fünftes Erdbeben wirkt. Er hat mich jedenfalls komplett verblüfft, erstaunt und neugierig in die Couch sinken lassen. Die erste Stunde Death Stranding gehört hinsichtlich der Regie und der präsentierten Science-Fiction zum Besten, was ich in meiner Zeit als Spielekritiker erlebt habe. Hier lassen nicht nur Kafka und Shelley grüßen, hier wird unsere Gesellschaft kritisch gespiegelt und die Zukunft auf so kreative Art verzerrt, dass einem dieser fiktive Strang fast glaubwürdig erscheint.
 
Egal ob schauspielerische Leistung, und zwar inklusive der filmreifen deutschen Sprecher, musikalische Untermalung, technische Visualisierung oder bizarre Weltkonzeption, in der das Futuristische und Dämonische aufeinandertreffen: das ist einfach ein ästhetischer Genuss. Hideo Kojima demonstriert zudem, dass er eine wesentlich bessere Balance aus Film und Spiel findet als noch in Zeiten von Metal Gear, denn man kann viel früher selbst mit Sam losziehen. Interaktion und Inszenierung samt bekannter Schauspieler wechseln harmonisch, mit einem deutlichen Fokus auf das Spiel.  
 
Auf geht
Auf geht's!
Ich habe mich in den ersten Stunden so ähnlich gefühlt wie 1998 beim Spielen von Metal Gear Solid auf der PlayStation – das ist nicht nur der Codec mit seiner Ansprache, die an Colonel Campbell erinnert, da ist auch diese Neugier auf das Unentdeckte. Nicht weil Hideo Kojima da irgendeine bizarre Geschichte erzählt, sondern weil das Spiel als Ganzes, in seiner Art und Mechanik für eine besondere Anziehungskraft sorgt, für eine Art Sense of Wonder. Man will einfach wissen, was es verbirgt, weil man seine Funktionen nicht durchschaut. Es ist ein neues Spielzeug in einer Welt der tausend Spielzeuge.
 
Mit jedem Schritt mehr Spiel

 
So eine Leiter kann helfen.
So eine Leiter kann helfen.
Und jetzt müsste das Tragische beginnen: Eigentlich kann ein Spiel nach so einem Start auf lange Sicht nur schlechter werden, nur enttäuschen. Es ist immer relativ einfach zum Start auf die Pauke zu hauen, aber umso schwerer, das Niveau danach zu halten – vor allem, wenn man kein dreistündiges Storytelling-Experiment, sondern einen spielmechanischen Frankenstein von 60 bis 100 Stunden auf die Reise schickt. Aber jetzt folgt das eigentlich Faszinierende: Mit jedem Schritt, den Sam Porter Bridges weiter Richtung Pazifik wandert, so wie Lewis & Clark im Jahre 1804 durch eine gefährliche, meist menschenleere Terra incognita, macht dieses Abenteuer mehr Spaß.  
 
Nicht als passive Metapher, nicht als narratives Experiment, sondern als komplettes Spiel, das bei all der Schwere des Themas, bei all seinen Horrortrips und Schocks, die einen wachrütteln, auch immer eine Hoffnung und ein Augenzwinkern parat hat: Gerade wurde man von schwarzen Händen fast in den Abgrund gerissen, dann marschiert ein Roboter singend mit seiner Fracht los – wie cool ist das? Der Spaß entsteht aber vor allem, weil Hideo Kojima nicht nur Story, sondern auch Erkundung, Kampf, Aufbau, Technologie, Schleichen, Taktik, Sammeln, Flucht, Täuschung, Physik, Akrobatik, Bosse, Routenplanung inszeniert – also ein Erlebnis in zig Facetten. Also rein ins Spiel!

Kommentare

Xris schrieb am
Mich stört der Monster Energy Drink nicht. Finde nur bedenklich das er quasi als Heilung/Erfrischung des Protagonisten dient. Einem nicht sehr aufgeklärten Publikum...
Ich hab mir übrigens neulich mal einen Monster gegönnt. Dachte es unterstreicht vll noch ein wenig die Atmo beim Spielen. :lol: schmeckt scheiße. Ich bleibe bei eiskaltem Red Bull. Letzteres trinke ich tatsächlich gerne mal. Selten. Und nur weil es mir schmeckt.
Gesichtselfmeter schrieb am
Episode 7, lol. Wenn man denkt, Kojima hätte seinen Zenit an Abgedrehtheit irgendwo in der MG-Saga erreicht.
Diese Ideen...
Spoiler
Show
das Heartmans Fall von einem aufblasbaren Gummiboden sanft gebremst wird, dass man 3 Minuten wartet bis er sich von seinem Herztod erholt, oder das Sam beim rausgehen auf dem Grammophon scratched. Überhaupt die ganze Hintergrundgeschichte...
, ich kann nicht mehr :mrgreen:
Kojima könnte Tetris mit Zwischensequenzen machen und ich würde ihn feiern :lol:
Ich weiß nicht, was alle mit den Bosskämpfen haben...es kann und soll nicht alles Dark Souls sein. Und kaum ein Open-World Game, FPS oder TPS haben gescheite Bosskämpfe. Weder Gears, Halo, Uncharted, etc.
Metal Gear Bosse waren von der Inszenierung immer genial, aber selten spassig vom Gameplay...das waren eher clevere "Puzzle".
In Death Stranding finde ich die Ideen was Boss-Kämpfe im weitesten Sinne angeht bislang durchweg genial und frisch.
Bin jetzt in Episode 8 und
Spoiler
Show
die beiden Clifford-Begegnunen fand ich bislang spitze allein wegen der ganzen Atmosphäre.
Der Part in WWII war sogar spielerisch super-geil, das war wie plötzlich eine Battlefield Map solo gegen Skelett-Soldaten-Bots zu spielen...in einem DHL-Simulator!!! Die BTs werden auch immer krasser...wenn Du plötzlich zwei von den Tentakel-Löwen gegenüberstehst, ist Flucht doch die bessere Wahl. Die Teer-Typen am Boden haben jetzt auch neue Tricks auf Lager.
Grafisch zieht das Spiel stellenweise locker an Red Dead 2 vorbei. Bester Schneesturm in einem Videospiel und erst die
Spoiler
Show
Superzelle am Himmel
, Hammer.
Gebt dem Mann alle GOTY-Awards und den Hatern ausreichend Salzstangen. :lol:
DONFRANCIS93 schrieb am
Ich habe das Spiel nach knapp 80 Stunden endlich beendet und muss das Ganze erstmal sacken lassen.
Trotzdem erstmal eine Review, die im Laufe der nächsten Tage erweitert wird.
Für mich auf jeden Fall mit großem Abstand die einzigartigste Spielerfahrung dieser Konsolengeneration. Ich bin kein Fan von super langsamen Spielen, aber auch kein Actionfan à la CoD. Ein SotC habe ich geliebt. Ein RDR2 hat mich zum Beispiel eher enttäuscht. Diese erzwungene Verlangsamung des schon gemächlichen Spieltempos in bestimmten Situationen fand ich damals einfach nervig (z.B. Lager). Also ich bin ich eigentlich nicht der Gamer für diese Art von Spiel.
Hier hatte ich das Problem erstaunlicherweise aber (fast) gar nicht, da das Tempo über die 80 Stunden größtenteils gleich blieb.
Ich versuche zwar Spoilerfrei zu bleiben, packe sicherheitshalber aber alles hinter Spoilerzeichen
Spoiler
Show
Positive Aspekte:
- Das Gameplay ist erstaunlich spaßig, präzise und breit gefächert. Mir fällt kein Spiel ein, dass über so eine lange Spielzeit stetig neue Gameplayaspekte bietet und diese sinnvoll und spaßig einbindet (z.B. die Zipline).
- Die Steuerung von Sam ist extrem präzise, komplex und simpel zu gleich. Das balancieren macht Spaß und man muss L2/R2 nicht dauerhaft gedrückt halten
- Auch die allgemeine Konzeption ist so genial, wie simpel. Die Openworld ist dein Feind, den du erstmal bezwingen musst. Je mehr Zeit man in dieser Welt verbringt, desto mehr wird sie zum Spielplatz, man muss sie aber trotzdem respektieren.
Es ist schon irgendwie ironisch, dass viele Spieler, die das Spiel noch nie gespielt haben, es als schlechteste Form des Openworldkonzepts beschrieben haben (Wandersimulator), obwohl DS eigentlich das einzige Spiel ist, welches das Spielkonzept "Openworld" am meisten respektiert und gekonnt einsetzt. Die meist leere und mysteröse Welt ist der Star in diesem Spiel, während die OW in vielen anderen Spielen einfach nur als Deko dient.
- Story ist fantastisch. Anfangs sehr...
Danilot schrieb am
Zurück zum Game:
Jetzt im Endgame merke ich erst, weil ich die Gebiete vorher nicht so intensiv abgegrast habe, was da alles an Gameplayideen und Gimmicks noch drin steckt.
Es ist schon krass, was man da alles freispielen kann:
Spoiler
Show
Ein Mundharmonika für die Rast, den Bridget-Transporter für schwere Lasten, und der fährt fast überall drüber, oder eine Gun zum Ranziehen von rumliegenden Paketen. Die Pakete kommen dann auf Sam zugeschnellt und er muss sie in der Luft auffangen (mit L2/R2). Die Dinger benutzen auch die MULES.
Man kann mit den friedlichen Boten Fracht tauschen, wenn man etwas in der Hand hat und es ihnen hinstellt.
Man kann den eigenen Rucksack färben und erweitern mit zusätzlichen Taschen, die man frei herstellen und auf dem Rucksack anordnen kann. Und schon sind 5 Granatenboxen in kleinen Rucksacktaschen untergebracht und auf dem Rucksack ist wieder mehr Platz. Und das kommt so nebensächlich ins Spiel wie damals der Waffenkonstrukteur in MGS5.
Nichts davon muss man entdecken oder nutzen, aber es macht Laune.
Es gibt diverse weitere Chiralium beschichtete Hilfsmittel, welche man geschenkt bekommen kann. Eine deutlich stärkere GD-Gun (bin schon auf die Stufe 3 Variante gespannt).
Der Straßenbau wird mit dem Laster echt easy und im ersten Gebiet kann man die gesamte Karte mit den Seilbahnen verbinden, was noch zügigere Reisen ergibt als das Auto-/Motoradfahren (aber nicht so viel Spaß macht).
Überhaupt gibt es diverse weitere Prepper zu entdecken. Ja...also da scheint noch einiges zu kommen... o.O
Doc Angelo schrieb am
George Orwell42 hat geschrieben: ?
Gestern 23:03
Die Frage ist doch, ist das hier klassische Werbung/PP?
Ja. Es ist ganz normale Werbung.
George Orwell42 hat geschrieben: ?
Gestern 23:03
Ich finde es daher nicht verwunderlich wenn jemand gerne seine Lieblingsmarken in seinen Spielen sieht.
Ich kann nur erahnen, wie groß der Umsatz von diesem Drink durch die Decke geht, wenn die Leute glauben, das Kojima selbst das Zeug trinkt.
schrieb am

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