Death Stranding - Test, Action-Adventure, PlayStation 4

 

Test: Death Stranding (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Release:
14.07.2020
08.11.2019
Erhältlich: Digital (Epic Games Store), Einzelhandel
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Wandern mit Physik

Selbst das Wandern von Sam wird fast schon simuliert (Stiefel nutzen sich z.B. ab und müssen gewechselt werden) und klasse animiert, inklusive kleiner Seitwärtshüpfer im felsigen Gelände, langsamem Waten durch Wasser oder Gleichgewichtsproblemen. Etwas störend ist nur, dass Sam zu oft Sätze wie „Ich bin gerne allein“ und andere von sich gibt. Aber mit der Zeit werden auch immer mehr Musikstücke freigeschaltet, die manchmal wunderbar mit einer Entdeckung abgestimmt sind.

Denn was ist das für eine grandiose Landschaft mit klasse Fernsicht, die da zusammen mit der Decima-Engine von Guerilla Games inszeniert wird? Das Gelände wirkt von Felsgraten bis hin zu Moosen und Sturzbächen unheimlich realistisch, es gibt tolle Aussichten und so viele majestätische Ausblicke, die man einfach genießt. Erinnert das erste Gebiet noch an die geisterhaft verwunschene Landschaft Islands, fühlt am sich im mittleren Westen teilweise wie auf dem Mars oder in einer außerirdischen Variante New Mexikos. In diesen drei Zonen wird quasi eine offene Welt inszeniert. Umso schöner ist, dass all das komplett flüssig läuft; es gibt übrigens auch die ein oder andere holografische Hommage an Horizon Zero Dawn.

Zwischen Wind und Wetter

Die Menschen leben in Bunkern. Sam hat meist Kontakt mit Hologrammen.
Die Menschen leben in Bunkern. Sam hat meist Kontakt mit Hologrammen.
Aber manchmal hat man gar keine Muße, sich an dieser herrlichen Kulisse zu erfreuen: Sowohl das getragene Gewicht als auch abschüssiges Gelände, starke Winde, plötzliche Richtungswechsel oder die Wasserströmung wirken sich auf die Ausdauer sowie Balance aus. Droht man sie zu verlieren, muss man R2 und L2 gleichzeitig drücken, um wieder festen Stand zu gewinnen. Ähnlich wie in Red Dead Redemption 2 muss man auf Kleinigkeiten achten, wird man zu einer Entschleunigung animiert: Wer einfach so durch die Pampa spurtet und nebenbei Beute abgreift, wird sein Wunder erleben. Trotzdem kann Sam sprinten, springen, gut über Felsen klettern und sich bei gedrückter Taste auch mehrfach hochziehen, aber er kann im steilen Gelände böse ausrutschen und sich überschlagen – dann wir die Fracht beschädigt, außerdem kann er sich verletzen.

Man kann das BB beruhigen, indem man es hin und her wiegt.
Man kann das BB beruhigen, indem man es hin und her wiegt.
Für ein authentisches Gefühl am Gamepad sorgt auch, dass die Dosierung wichtig ist: Nicht nur, wenn man für begrenzte Zeit die Luft anhalten muss, damit einen die unheimlichen GDs nicht orten, sondern auch beim Waten durch tiefes Wasser. Dann kann man über R2 und L2 seine Balance sichern, aber das kostet Ausdauer. Man sollte also nicht zu lange durch eine Strömung waten, zumal man samt Fracht hinweg gespült werden kann – was ebenfalls wunderbar animiert wird. Die Ausdauer wird sogar permanent gesenkt, wenn Sam zu lange unterwegs ist. Dann hilft nur das komplette Ausruhen über eine Rast in der Wildnis; in diesen Momenten wird automatisch gespeichert, man kann aber auch manuell sichern. Erst wenn Sam die fortschrittlichen Exoskelette erhält, kommt er zu Fuß deutlich schneller vorwärts, kann auch mehr tragen. Und dieser Ein-Mann-Transporter hat einiges zu tun.

Kommentare

Ryan2k6 schrieb am
Ich habs gestern beendet. Nur das Nötigste gemacht und auf sehr einfach gespielt. Die Story, die Welt, die Atmosphäre war Kojima typisch sehr gut. Die Schauspieler auch echt gut, obwohl ich ein paar Mal ziemlich im uncanny valley war, gerade bei Mama. Aber auch da sehr hochwertig für einen PS4 Port.
Mit dem Gameplay konnte ich leider nicht viel anfangen und habs deswegen gerusht, vor allem Kapitel 3 und 7 haben mich genervt. Und natürlich Episode 10...uff.
Aber am Ende fand ich es trotzdem ein klasse Kojima Spiel.
Noch einige Fragen zum Ende:
Spoiler
Show
1. Wer sind diese 5? "Personen" die an Sams Strand in der Luft schweben? Das Team?
2. Ich dachte lange, dass BB Sam selbst ist, aber am Ende dachte ich dann, dass Sam zwar ein BB war aus dem man was anderes gemacht hat, aber Lou dann einfach nur ein anderes BB war und die Flashbacks beim verbinden mit Lou, waren die von Sam selbst. Passt das so?
3. WTF is denn ne EE? Ein von Gott gesandtes Wesen? Gab es damals auch ne Dino EE? Apropos Dino, woher hatten sie die Farbfotos eines Dinos mit dieser Nabelschnur?
Hab das alles mit Typisch Kojima abgetan. :D
gEoNeO schrieb am
Ich habe mir vor ca. 2 Monaten die PS4 Pro gekauft, zwecks wenig Interesse an der next-Gen und dazu, zu einen guten Preis. Ich spiele seit etwas 2 Wochen Death Stranding und kann nicht aufhören dieses Spiel zu spielen. Es hat mich absolut in seinen Bann verschlossen. Die Immersion ist der Hammer. Die Musik, die Charakter, die Welt mit ihren facettenreichen Landschaften, die geniale Musik, alles verschmilzt in Death Stranding so genial Miteinander. Ich bin bei Kapitel 2 und habe schon 25h auf den Tacho und spüre weder langweile, oder sonst etwas. Selbst Dinge die ich in andere spiele überhaupt nicht mag, funktionieren hier komischerweise wunderbar. Die Knotenpunkten musste ich auf 5 Sterne bringen, da ich hier bei Death Stranding unbedingt alles machen wollte. Ich weiß, dass dieses Spiel extrem polarisiert und einige es überhaupt nicht nachvollziehen können, aber für mich ist es Balsam für die Seele. Endlich traut sich jemand etwas, was sich nicht der Maße biegen möchte und nimmt sich Zeit. Ich muss aber auch gestehen, dass ich abgedrehte spiele/Filme sehr schätze und teils liebe. Eine Anekdote zu Blade Runner 2049: Als ich im Kino saß und mir den Film genüsslich reinzog, merkte ich im Saal, wie die Leute vor Langeweile auf das Handy starrten. Was mir signalisiert, dass er für einige einfach zu lange ist, oder er eben nicht viel Action bietet Deshalb kann ich viele verstehen, wenn sie mit diesen angeblichen ?DHL Simulator? nichts anfangen können. Für mich jetzt schon ein Klassiker und Lieblingsspiel der letzten Jahrzehnten. Danke Jörg für den Test, auch wenn ich einige Jahre später hier reinschreibe.
sourcOr schrieb am
Wegen toller Synchro soll Jörg ne hohe 70 zücken? :D
AkaSuzaku schrieb am
ZELDAfanboy18 hat geschrieben: ?14.07.2020 15:20 Also ich bin hin- und hergerissen, ob ich weiter machen soll. Langeweile mich bis jetzt echt mega bei dem Game (Mission 12) aber die Atmosphäre is mega. Gameplay ist aber bis jetzt echt mangelhaft. Wird es noch besser? Lohnt sich das Durchhalten? Oder alternativ eine Zusammenfassung bei Youtube schauen? Story scheint interessant zu sein.
Für mich bis jetzt total überbewertet wie Shadow of the Colossus (wäre bei mir eher 87/100) und Last Guardian (wäre bei mir eher 70/100).
Bei Letzteren beiden sehe ich das nicht anders, Death Stranding wird für mich aber schon seiner Wertung gerecht. Letztendlich ist aber ja immer die Frage entscheidend, inwiefern man sich auf gewisse Spielmechaniken einlassen kann.
Zu deiner Frage: Ahti scheint davon auszugehen, dass du Kapitel 12 meinst, wenn dem so ist, kann ich nur auf seinen Kommentar verweisen. Solltest du Auftrag Nr. 12 meinen, also noch ganz am Anfang sein: Das war tatsächlich der bislang für mich langweiligste Abschnitt im Spiel. Kurz darauf schoss die Motivation aber aufgrund neuer Mechaniken in ungeahnte Höhen. (Ca. ab Auftrag Nr. 14). Ich kann daher nur dringend dazu raten dem Spiel mal noch vier, fünf Stunden zu geben.
Wenn es dann immer noch nicht passt, würde ich tatsächlich empfehlen abzubrechen.
schrieb am

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