Test (Wertung) zu Death Stranding (Action-Adventure, PlayStation 4)

 

Test: Death Stranding (Action-Adventure)

von Jörg Luibl





FAZIT



Death Stranding ist ein Meisterwerk. Hideo Kojima inszeniert ein denkwürdiges Abenteuer, über das man noch in vielen Jahren sprechen wird. Es ist visionär, dämonisch, kafkaesk, gesellschaftskritisch und bis in die kleinste Faser verspielt. Hier trifft die japanische Kultur mit ihrer Symbiose aus Hightech und Übersinnlichem auf die große Leinwand Hollywoods. Nach dem ebenso bizarren wie faszinierenden Einstieg entfaltet sich ein episches Erlebnis auf höchstem audiovisuellen und schauspielerischen Niveau. Man erlebt kein avantgardistisches Experiment, sondern den handfesten Kampf um das Überleben einer von Isolation und Tod bedrohten Gesellschaft. Das ist stellenweise surreales Brainfucking, aber auf sehr solidem Fundament, bei dem vieles an Metal Gear Solid: The Phantom Pain erinnert. In der Rolle eines Boten klettert, schleicht, fährt, kämpft, flieht, stürzt, baut, taktiert und sammelt man – mit einem Baby vor der Brust, das die Dämonen so sichtbar macht wie Tolkiens Ringgeister. Während die Story auf mehreren Ebenen erzählt und überrascht, marschiert die Spielmechanik wie ein neuer Frankenstein: man erlebt eine kreative Mischung aus Survival, Horror, Stealth und Action, die selbst nach dutzenden Stunden noch von neuen Ideen bereichert wird. Gerade wurde man von schwarzen Händen in den Abgrund gerissen, dann läuft ein Roboter singend mit seiner Fracht los! Man wandert durch ein dystopisches Amerika mit prächtigen Landschaften, einer unfassbaren Hingabe zu Details und bösen Überraschungen. Die spürbar über Codec, Struktur & Co an Metal Gear anknüpfende Tradition ist eine schöne Konstante, aber Snake grüßt nur aus der Ferne: Death Stranding ist anders, reifer designt und wesentlich eindringlicher. Ist das ein neues Genre? Strandlikes etwa? Nein, das sehe ich nicht. Aber viel wichtiger als eine Schublade ist: Es ist ein eindrucksvolles Spiel, das auf unheimliche Art mit seinen digitalen Botschaften auf die Couch kriecht. Man genießt, man reflektiert, man erschreckt. Hideo Kojima ist bereits ein legendärer Spieldesigner. Aber mit diesem außergewöhnlichen Abenteuer erreicht er seinen Zenit.
Entwickler:
Release:
14.07.2020
08.11.2019
Erhältlich: Digital (Epic Games Store), Einzelhandel
Erhältlich: Digital (PSN), Einzelhandel
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WERTUNG



PlayStation 4

„Death Stranding ist ein Meisterwerk. Hideo Kojima inszeniert ein denkwürdiges Abenteuer, über das man noch in vielen Jahren sprechen wird. ”

Wertung: 95%

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Kommentare

Ryan2k6 schrieb am
Ich habs gestern beendet. Nur das Nötigste gemacht und auf sehr einfach gespielt. Die Story, die Welt, die Atmosphäre war Kojima typisch sehr gut. Die Schauspieler auch echt gut, obwohl ich ein paar Mal ziemlich im uncanny valley war, gerade bei Mama. Aber auch da sehr hochwertig für einen PS4 Port.
Mit dem Gameplay konnte ich leider nicht viel anfangen und habs deswegen gerusht, vor allem Kapitel 3 und 7 haben mich genervt. Und natürlich Episode 10...uff.
Aber am Ende fand ich es trotzdem ein klasse Kojima Spiel.
Noch einige Fragen zum Ende:
Spoiler
Show
1. Wer sind diese 5? "Personen" die an Sams Strand in der Luft schweben? Das Team?
2. Ich dachte lange, dass BB Sam selbst ist, aber am Ende dachte ich dann, dass Sam zwar ein BB war aus dem man was anderes gemacht hat, aber Lou dann einfach nur ein anderes BB war und die Flashbacks beim verbinden mit Lou, waren die von Sam selbst. Passt das so?
3. WTF is denn ne EE? Ein von Gott gesandtes Wesen? Gab es damals auch ne Dino EE? Apropos Dino, woher hatten sie die Farbfotos eines Dinos mit dieser Nabelschnur?
Hab das alles mit Typisch Kojima abgetan. :D
gEoNeO schrieb am
Ich habe mir vor ca. 2 Monaten die PS4 Pro gekauft, zwecks wenig Interesse an der next-Gen und dazu, zu einen guten Preis. Ich spiele seit etwas 2 Wochen Death Stranding und kann nicht aufhören dieses Spiel zu spielen. Es hat mich absolut in seinen Bann verschlossen. Die Immersion ist der Hammer. Die Musik, die Charakter, die Welt mit ihren facettenreichen Landschaften, die geniale Musik, alles verschmilzt in Death Stranding so genial Miteinander. Ich bin bei Kapitel 2 und habe schon 25h auf den Tacho und spüre weder langweile, oder sonst etwas. Selbst Dinge die ich in andere spiele überhaupt nicht mag, funktionieren hier komischerweise wunderbar. Die Knotenpunkten musste ich auf 5 Sterne bringen, da ich hier bei Death Stranding unbedingt alles machen wollte. Ich weiß, dass dieses Spiel extrem polarisiert und einige es überhaupt nicht nachvollziehen können, aber für mich ist es Balsam für die Seele. Endlich traut sich jemand etwas, was sich nicht der Maße biegen möchte und nimmt sich Zeit. Ich muss aber auch gestehen, dass ich abgedrehte spiele/Filme sehr schätze und teils liebe. Eine Anekdote zu Blade Runner 2049: Als ich im Kino saß und mir den Film genüsslich reinzog, merkte ich im Saal, wie die Leute vor Langeweile auf das Handy starrten. Was mir signalisiert, dass er für einige einfach zu lange ist, oder er eben nicht viel Action bietet Deshalb kann ich viele verstehen, wenn sie mit diesen angeblichen ?DHL Simulator? nichts anfangen können. Für mich jetzt schon ein Klassiker und Lieblingsspiel der letzten Jahrzehnten. Danke Jörg für den Test, auch wenn ich einige Jahre später hier reinschreibe.
sourcOr schrieb am
Wegen toller Synchro soll Jörg ne hohe 70 zücken? :D
AkaSuzaku schrieb am
ZELDAfanboy18 hat geschrieben: ?14.07.2020 15:20 Also ich bin hin- und hergerissen, ob ich weiter machen soll. Langeweile mich bis jetzt echt mega bei dem Game (Mission 12) aber die Atmosphäre is mega. Gameplay ist aber bis jetzt echt mangelhaft. Wird es noch besser? Lohnt sich das Durchhalten? Oder alternativ eine Zusammenfassung bei Youtube schauen? Story scheint interessant zu sein.
Für mich bis jetzt total überbewertet wie Shadow of the Colossus (wäre bei mir eher 87/100) und Last Guardian (wäre bei mir eher 70/100).
Bei Letzteren beiden sehe ich das nicht anders, Death Stranding wird für mich aber schon seiner Wertung gerecht. Letztendlich ist aber ja immer die Frage entscheidend, inwiefern man sich auf gewisse Spielmechaniken einlassen kann.
Zu deiner Frage: Ahti scheint davon auszugehen, dass du Kapitel 12 meinst, wenn dem so ist, kann ich nur auf seinen Kommentar verweisen. Solltest du Auftrag Nr. 12 meinen, also noch ganz am Anfang sein: Das war tatsächlich der bislang für mich langweiligste Abschnitt im Spiel. Kurz darauf schoss die Motivation aber aufgrund neuer Mechaniken in ungeahnte Höhen. (Ca. ab Auftrag Nr. 14). Ich kann daher nur dringend dazu raten dem Spiel mal noch vier, fünf Stunden zu geben.
Wenn es dann immer noch nicht passt, würde ich tatsächlich empfehlen abzubrechen.
schrieb am