Death Stranding - Test, Action-Adventure, PlayStation 4

 

Test: Death Stranding (Action-Adventure)

von Jörg Luibl



Entwickler:
Release:
14.07.2020
08.11.2019
Erhältlich: Digital (Epic Games Store), Einzelhandel
Erhältlich: Digital (PSN), Einzelhandel
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Der weite Weg in den Westen

In den ersten Stunden ist Sam vor allem auf eines angewiesen: seine Füße. Sie tragen ihn von A nach B. Er beginnt seine Odyssee an der Ostküste und kann weitere Orte dem digitalen Netzwerk der UCA hinzufügen, wenn er sie überzeugt - meist, indem er ihnen dringend benötigte Fracht liefert. Dann kann er die Station an einem Terminal mit dem Rest verbinden und man sieht auf der Karte der USA, wie langsam ein Wegenetz entsteht, bis ganze  Regionen eingefärbt werden.

Die Steuerung in der Schultersicht ist sehr präzise, egal ob es um Sam oder später Motorräder sowie Trucks geht. Aber das Gamepad ist voll belegt, so dass man sich erstmal an alle möglichen Aktionen und Funktionen gewöhnen muss – selbst das Gedrückthalten der Options-Taste ist relevant, wenn man auf Konstruktionen zugreift. Das ist aber dank der sanften Lernkurve kein Problem. Und es ist im wahrsten Sinne des Wortes schön zu sehen, welche vielfältigen Bewegungsabläufe man ausführen kann: vom Sprühen mit Spray nach hinten auf den Rücken bis zum Werfen von Behältern mit physikalischem Schwung, vom leichten Sprung mit dem Truck oder dem Greifen nach einem Halt, wenn einen die Strömung mitreißt.

Hightech und Gadgets deluxe

Überall im Menü- sowie Art- und Spieldesign spürt man die DNA von Kojima Productions. Auch wenn Death Stranding ein komplett anderer Ansatz ist, löst sich dieses Studio nach der Trennung von Konami nicht komplett von seinen Wurzeln. Es ist übrigens eine schöne Parallelität zwischen Story und Studio, dass es in beiden auch um das Anknüpfen an Traditionen geht.

Aufgepasst: Flüsse haben unterschiedlich starke Strömungen.
Aufgepasst: Flüsse haben unterschiedlich starke Strömungen.
Vieles erinnert in diesem Spiel an Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain. Da ist diese Hingabe für Hightech mit einem glasklaren Produktdesign, das in seinen Formen und Funktionen so überzeugend wirkt, dass man es gleich bei Amazon suchen will. Hinzu kommt die für die japanische Gesellschaft so typische Gleichzeitigkeit von Technologie und Übersinnlichem, die nicht nur in der Manga-Kultur, sondern viel tiefer im Shintoismus begründet liegt.

Aber auch akustisch gibt es nette Kleinigkeiten wie etwa die Wahl der Quelle, aus der BBs Stimme kommen soll – ihr könnt sie auch nur aus dem Gamepad erklingen lassen. Wenn es schreit, weil ihr gestürzt seid oder es einen Kampf gab, könnt ihr die Kapsel abnehmen und es beruhigen, indem ihr es hin und her bewegt. Der Vorteil: Je glücklicher es ist, desto besser wirkt es als Alarmanlage bei GDs.

Kommentare

Ryan2k6 schrieb am
Ich habs gestern beendet. Nur das Nötigste gemacht und auf sehr einfach gespielt. Die Story, die Welt, die Atmosphäre war Kojima typisch sehr gut. Die Schauspieler auch echt gut, obwohl ich ein paar Mal ziemlich im uncanny valley war, gerade bei Mama. Aber auch da sehr hochwertig für einen PS4 Port.
Mit dem Gameplay konnte ich leider nicht viel anfangen und habs deswegen gerusht, vor allem Kapitel 3 und 7 haben mich genervt. Und natürlich Episode 10...uff.
Aber am Ende fand ich es trotzdem ein klasse Kojima Spiel.
Noch einige Fragen zum Ende:
Spoiler
Show
1. Wer sind diese 5? "Personen" die an Sams Strand in der Luft schweben? Das Team?
2. Ich dachte lange, dass BB Sam selbst ist, aber am Ende dachte ich dann, dass Sam zwar ein BB war aus dem man was anderes gemacht hat, aber Lou dann einfach nur ein anderes BB war und die Flashbacks beim verbinden mit Lou, waren die von Sam selbst. Passt das so?
3. WTF is denn ne EE? Ein von Gott gesandtes Wesen? Gab es damals auch ne Dino EE? Apropos Dino, woher hatten sie die Farbfotos eines Dinos mit dieser Nabelschnur?
Hab das alles mit Typisch Kojima abgetan. :D
gEoNeO schrieb am
Ich habe mir vor ca. 2 Monaten die PS4 Pro gekauft, zwecks wenig Interesse an der next-Gen und dazu, zu einen guten Preis. Ich spiele seit etwas 2 Wochen Death Stranding und kann nicht aufhören dieses Spiel zu spielen. Es hat mich absolut in seinen Bann verschlossen. Die Immersion ist der Hammer. Die Musik, die Charakter, die Welt mit ihren facettenreichen Landschaften, die geniale Musik, alles verschmilzt in Death Stranding so genial Miteinander. Ich bin bei Kapitel 2 und habe schon 25h auf den Tacho und spüre weder langweile, oder sonst etwas. Selbst Dinge die ich in andere spiele überhaupt nicht mag, funktionieren hier komischerweise wunderbar. Die Knotenpunkten musste ich auf 5 Sterne bringen, da ich hier bei Death Stranding unbedingt alles machen wollte. Ich weiß, dass dieses Spiel extrem polarisiert und einige es überhaupt nicht nachvollziehen können, aber für mich ist es Balsam für die Seele. Endlich traut sich jemand etwas, was sich nicht der Maße biegen möchte und nimmt sich Zeit. Ich muss aber auch gestehen, dass ich abgedrehte spiele/Filme sehr schätze und teils liebe. Eine Anekdote zu Blade Runner 2049: Als ich im Kino saß und mir den Film genüsslich reinzog, merkte ich im Saal, wie die Leute vor Langeweile auf das Handy starrten. Was mir signalisiert, dass er für einige einfach zu lange ist, oder er eben nicht viel Action bietet Deshalb kann ich viele verstehen, wenn sie mit diesen angeblichen ?DHL Simulator? nichts anfangen können. Für mich jetzt schon ein Klassiker und Lieblingsspiel der letzten Jahrzehnten. Danke Jörg für den Test, auch wenn ich einige Jahre später hier reinschreibe.
sourcOr schrieb am
Wegen toller Synchro soll Jörg ne hohe 70 zücken? :D
AkaSuzaku schrieb am
ZELDAfanboy18 hat geschrieben: ?14.07.2020 15:20 Also ich bin hin- und hergerissen, ob ich weiter machen soll. Langeweile mich bis jetzt echt mega bei dem Game (Mission 12) aber die Atmosphäre is mega. Gameplay ist aber bis jetzt echt mangelhaft. Wird es noch besser? Lohnt sich das Durchhalten? Oder alternativ eine Zusammenfassung bei Youtube schauen? Story scheint interessant zu sein.
Für mich bis jetzt total überbewertet wie Shadow of the Colossus (wäre bei mir eher 87/100) und Last Guardian (wäre bei mir eher 70/100).
Bei Letzteren beiden sehe ich das nicht anders, Death Stranding wird für mich aber schon seiner Wertung gerecht. Letztendlich ist aber ja immer die Frage entscheidend, inwiefern man sich auf gewisse Spielmechaniken einlassen kann.
Zu deiner Frage: Ahti scheint davon auszugehen, dass du Kapitel 12 meinst, wenn dem so ist, kann ich nur auf seinen Kommentar verweisen. Solltest du Auftrag Nr. 12 meinen, also noch ganz am Anfang sein: Das war tatsächlich der bislang für mich langweiligste Abschnitt im Spiel. Kurz darauf schoss die Motivation aber aufgrund neuer Mechaniken in ungeahnte Höhen. (Ca. ab Auftrag Nr. 14). Ich kann daher nur dringend dazu raten dem Spiel mal noch vier, fünf Stunden zu geben.
Wenn es dann immer noch nicht passt, würde ich tatsächlich empfehlen abzubrechen.
schrieb am

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