Test zu The Elder Scrolls 5: Skyrim von unserem Leser "RollenspielerXY" - 4Players.de

 
3D-Rollenspiel
Entwickler: Bethesda Softworks
Release:
11.11.2011
11.11.2011
11.11.2011
28.10.2016
10.11.2016
17.11.2017
28.10.2016
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Spielinfo Bilder Videos

Durchschnittswertung

76%Gesamt
78%
70%
73%
88%
88%

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Lesertest von RollenspielerXY

Es ist enorm schwierig dieses Spiel zu bewerten. Ich habe Morrowind wirklich geliebt. Skyrim ist Morrowind eigentlich nicht besonders ähnlich. Es fehlen mir die teilweise durchgeknallten und lustigen Charaktere, wie zum Beispiel Crassius Curio und Onkel Schleckermaul. Die besten Bücher der Elder-Scrolls-Reihe kommen von Morrowind. Oder der Wunsch diese arroganten, fremdenhassenden Dunmer alle erwürgen zu wollen... nur noch ein Spruch...
All das fehlt. Mir fehlen die politischen Verwicklungen, die durch Intrigen gestützt werden. Die Spieltiefe fehlt insgesamt.

Was bleibt? Eine unleugbar beeindruckende Landschaft in der man von Aufgabe schier erschlagen wird. Im übrigen mit der guten Idee, daß man Aufgaben zufällig in verschiedenen Gebieten finden und lösen kann, also in jedem neu angefangenen Spiel auch neu verteilt. Hervorragende Idee!
Die berühmte Freiheit der Elder-Scrolls-Reihe ist ebenfalls geblieben.

Nicht gut ist, daß man Aufgaben einfach aufgedrückt bekommt ohne diese überhaupt zu wollen, weil man ohnehin keinen Überblick über die riesige Aufgabenliste hat.
Nicht gut ist ebenfalls, daß es immer wieder zu ärgerlichen Bugs kommt. Man soll sich mit einem NPC in einem Haus treffen, dieses jedoch ist und bleibt verschlossen. Knackt man das Schloß, um der Aufgabe nachzukommen ist das natürlich ein Verbrechen und man wird angegriffen. Drachen lösen sich nach deren dahinscheiden einfach nicht auf, wodurch das gesamte Spiel unlösbar wird. Man soll einem NPC etwas bringen, der nimmt den gebrachten Gegenstand aber aufgrund von fehlenden Dialogmöglichkeiten nicht an. Man soll ein Amulett besorgen, wenn man selbiges aber schon nebenher eingesammelt hat bleibt die komplette Aufgabe hängen. Aufgaben sind auf einmal nicht mehr zu haben, obwohl man noch nicht mal mit den betreffenden NPCs gesprochen hat. Was soll das? Ist das etwa Qualität? Ich habe zum Teil nur durch Cheaten die Aufgaben lösen können. Und das waren nicht mal so wenige obwohl ich den neuesten offiziellen Patch drauf habe.

Und dann musste ich etwas erschreckendes feststellen:
Das Spiel ist so groß, daß es mir beim ganzen Lösen von Aufgaben einfach nur langweilig wurde. Ich fühlte mich so erschlagen von häufig sehr ähnlichen Aufgaben, daß ich das Spiel nur noch mit einer ballistischen Einstellung sehen konnte: Auf die Aufgabenliste zielen und abarbeiten. Wenngleich der Versuch an sich schon verrückt ist, da man für jede gelöste Aufgabe zehn neue bekommt. Größtenteils fehlt es den Aufgaben auch einfach an Hintergrund und Originalität. (Nun, es gab vereinzelte Ausnahmen. Bei der Geschichte mit einem gewissen Daedra-Prinzen, einem Verlobten und einer Ziege habe ich auch mal herzlich gelacht.)

Ganz schrecklich fand ich die farblosen Begleiter. Die waren so fade, daß es vollkommen egal war, ob man die Absichtlich alleine gegen drei Riesen und ihre Mammut-Herde schickte und lässig dabei zusah wie sie mal eben tot geschlage wurden. Na und? Von denen laufen noch genug andere herum. Kein Verlust! Mit Ausnahme der Gefährten, die etwas mehr von sich zu erzählen hatten und auch etwas lebendiger wirkten als der Rest dieser hirnlosen Pixel-Figürchen.

Was habe ich sonst noch zu meckern? Die Spielerhäuser: Grundsätzlich eine erstklassige Idee kaufbare Häuser einzufügen, die dann mit Ramsch, den kein Spieler im Leben braucht, vollkommen zugemüllt sind. Man hätte zumindest etwas variieren können. Es gibt doch genug Häuser. Aber alle lieblos und sinnlos vollgemüllt, mal abgesehen von den verbuggten Rüstungspuppen.

Und dann noch mein Ensetzen über meine geliebte Diebesgilde. Was habt ihr mit denen denn veranstaltet? Das sind Diebe! Was hat Bethesda daraus gemacht? Mordlustige Klischee-Bösewichte, die in allen Dialogen nur darauf abzielen ihre eigen Bösartigkeit zu unterstreichen. Was habe ich diese kleinen Gauner mal geliebt. Aber das sind sie nicht mehr, ganz und gar nicht!

Um noch was positives zu sagen: Die Argonier haben mir wirklich gefallen. Man kann Stunden damit verbringen in diese irren Gesichter zu starren und die psychodelischen riesigen bunten Augen zu beobachten. Wirklich toll! Was die humanoiden Rassen angeht unterscheiden die sich (einschließlich der Elfen) kaum voneinander. Wirklich schade, da man bei den Vorgängern noch deutliche Unterschiede ausmachen konnte.

Ich persönlich empfinde Skyrim als gigantischen Rückschritt, und zwar nicht trotz, sondern wegen der riesigen Spielwelt. Der Größe wurden offensichtlich die Details geopfert.

Tja, abschließend kann ich nur sagen, das das Spiel meine Erwartungen keineswegs erfüllt hat. Ich kann es weder empfehlen noch davon abraten. Ich fürchte, da muß jeder für sich entscheiden, was er will. Man bekommt auf jeden Fall ein graphisch schön gestaltetes riesiges und frei begehbares Spiel, bei dem man sich über einen Mangel an Aufgaben nicht beklagen kann.
Pro
  • Riesige frei begehbare Spielwelt
  • Graphik
  • Zufällig verteilte Aufgaben und Lösungen
  • Argonier gut gelungen
  • Kaufbare Häuser
Kontra
  • Detailarmut bei NPCs, Spielwelt,Hintergrund und Geschichte
  • Zu viele ähnliche Aufgaben
  • Aufgaben unfreiwillig aufgezwungen
  • Viele Bugs, die Aufgaben unlösbar machen, zum Teil sogar die Hauptaufgabe, wodurch das Spiel komplett hängen bleibt
  • Begleiter größtenteils komplett ohne Profil
  • Diebesgilde fürchterlich entartet
  • Häuser sinnlos vollgemüllt
  • Rüstungpuppen verbuggt
 

The Elder Scrolls 5: Skyrim

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